Stadtmusik Schwenningen
: Sogar ein Nachtwächter wirkt mit

Die Stadtmusik Schwenningen versprach ihren Zuhörern ein „Neujahrskonzert im Oktober“ und hat ihr Versprechen voll und ganz gehalten.
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(red/pm)
Oberndorf
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Florian Stier überraschte beim Serenadenkonzert der Stadtmusik Schwenningen mit seinem Auftritt als Nachtwächter.

privat

Das Orchester verwandelte die voll besetzte Neckarhalle in den Saal des Wiener Musikvereins.

Der bestens gelaunte Stadtmusikdirektor Wolfgang Wössner führte gleichzeitig im Stile eines André Rieu durchs Programm und brachte den Saal mit seinen humorvollen und witzigen Ansagen immer wieder zum Lachen.

Im 200. Geburtsjahr von Johann Strauß durfte der auf dem Programm natürlich nicht fehlen. Mit dem „Festmarsch“, dem „Persischen Marsch“ und der „Tritsch-Tratsch-Polka“ erklangen drei Stücke aus seiner Feder, allesamt in wirklich überzeugenden Arrangements für Blasorchester.

Die fünfsätzige Suite „Volksfestbilder“ erklang an diesem Abend zum ersten Mal in der Neubearbeitung des Schwenninger Stadtmusikdirektors und entführte die Zuhörer in die Welt des Wiener Praters.

Solist Stefan Zwerschina

Erster Höhepunkt des Abends war das Trompetensolo „Der Dessauer“ mit dem Solisten Stefan Zwerschina. Im Stile eines Walter Scholz überzeugte er in den einzelnen Soloposten und brillierte förmlich in den äußerst schweren „Teufelszungen-Passagen“. Tosender Applaus vom Publikum war der Dank für diese außergewöhnliche Leistung.

Mit der Ouvertüre „Sinfonia per Banda“ erklang ein Werk im Stile einer Verdi-Ouvertüre. Der Stadtmusik gelang hier eine fulminante Darbietung, mit all ihrer technischen Raffinesse. In die Pause wurde das Publikum mit dem „Champagner-Galopp“ entlassen.

Der Nachtschwärmer

Höhepunkt des zweiten Konzertteils war der Konzertwalzer „Nachtschwärmer“ vom österreichischen Komponisten Carl Michael Ziehrer. Der eher unbekannte Walzer präsentierte sich aber als naher Verwandter der bekannten Strauß-Walzer. Florian Stier überraschte dabei mit seinem Auftritt als Nachtwächter, der den Musikern eigentlich vorsang, sie sollen ins Bett gehen. Diese antworteten darauf ganz frech mit einem Chorgesang, dass sie darauf keine Lust hätten. Das Publikum war begeistert und spendete erneut großen Beifall.

Mit „Pas Redoublé“ zeigten die Schwenninger Musiker nochmals ihr ganzes technisches Können. Es folgte der offizielle krönende Abschluss, die schönsten Melodien aus dem Film „Im Weissen Rössl“. Wössner hielt hier eine äußerst humorvolle Ansage und betrachtete den Film in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Alle weltbekannten Klassiker wurden in das Arrangement eingebunden und das Publikum tobte.

Die Zugabe folgte prompt: der „Radetzky-Marsch“. Wie beim Neujahrskonzert durfte das Publikum mitklatschen, mal laut, mal leise. Mit „Dem Land Tirol die Treue“, mit eigenem gesungenen Stadtmusiklied, setzte das Orchester den Schlusspunkt unter einen gelungen Abend, bei dem alle, sowohl Zuhörer als auch Musiker, gut gelaunt und beschwingt den Saal verließen.

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