Sprachenprojekt in Trossingen
: Kinder voller Neugier auf fremde Sprachen ihrer Kameraden

Ein bunter Sprachenblätterbaum steht als Symbol für viele Nationalitäten im Kindergarten St. Joseph. Ein besonderes Projekt der Auszubildenden Isabel Kern.
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(red/pm)
Oberndorf
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Isabel Kern, Auszubildende im Kindergarten St. Joseph vor dem Sprachenblätterbaum. Dieser ist Bestandteil ihres Muttersprachenprojekts mit Kindern und deren Eltern.

Kiga St. Joseph

Wer den Kindergarten St. Josef in Trossingen betritt, entdeckt im Eingangsbereich einen bunten „Sprachenbaum“. Die Blätter dieses Baumes, den Isabel Kern als Projektarbeit in ihrer Ausbildung gemeinsam mit den Familien des Kindergartens gestaltete, zeigen die Landesflaggen der Familiensprachen der betreuten Kinder.

„Er ist das sichtbare Ergebnis eines Projekts, das ich im Rahmen meiner praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin umgesetzt habe“, erzählt Isabel Kern. „Viele Kinder in unserer Einrichtung wachsen mehrsprachig auf. Mein Ziel war es, diese Sprachen bewusst in den Alltag zu integrieren, sie wertzuschätzen und für alle sichtbar zu machen.“

Ein zentraler Bestandteil war es, Sprachen im Alltag sichtbar und hörbar werden zu lassen. Die Kinder lernten Begrüßungen in verschiedenen Sprachen kennen, hörten diese über ein Sprachboard an und versuchten, sie nachzusprechen. Dabei wurde deutlich, wie neugierig Kinder auf „fremde“ Klänge reagieren – und wie wichtig es ist, sie dabei sensibel zu begleiten.

Im Alltag griff Isabel Kern ebenfalls die sprachliche Vielfalt auf: Durch Thementische, mehrsprachige Materialien und Gespräche über Herkunftsländer konnten die Kinder Sprache mit allen Sinnen entdecken. Besonders nachhaltig war die Aktion „Sprache der Woche“. Dabei besuchten die Eltern den Kindergarten und stellten ihre Familiensprachen vor – mit Liedern, Geschichten oder kleinen Mitmachaktionen.

„Die Bereitschaft und Unterstützung der Familien haben mich sehr begeistert. Besonders schön war zu beobachten, wie stolz Kinder reagierten, wenn ihre eigene Familiensprache aufgegriffen wurde“, freute sich die Auszubildende.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf gezielten Kleingruppenangeboten für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erwerben. Dabei war es Isabel Kern wichtig, die Kinder gezielt in ihrer deutschen Sprachentwicklung zu unterstützen und gleichzeitig ihre Erstsprachen nicht in den Hintergrund zu stellen, sondern als wertvolle Ressource anzuerkennen.

„Rückblickend hat mich besonders beeindruckt, wie groß das Interesse und die Offenheit aller Kinder war – unabhängig davon, ob sie ein- oder mehrsprachig aufwachsen.“ Ihr Fazit: Sie begegnen anderen Sprachen mit Neugier, Offenheit und Freude. Für die junge Frau hat sich dadurch bestätigt: Mehrsprachigkeit ist keine Herausforderung, sondern eine echte Chance.

Der katholische Kindergarten St. Josef hat vier Gruppen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Insgesamt werden 104 Kinder betreut.

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