Sommer in der Helios-Arena in VS: Eislaufen – eine coole Sache an heißen Tagen?

Auf Eisbahn zwei der Helios-Arena können Freizeitsportler zweimal pro Woche das Sommereis nutzen.
Mareike KrattSchon wenn man die Eingangstür zur Helios-Arena Richtung Kasse passiert, bekommt man ein erstes Gefühl davon, wie es sich in einer Eishalle im Hochsommer anfühlt. Und je mehr man sich der Eisbahn nähert, umso kälter wird es.
Die Kunsteisbahn (KEB) VS GmbH bietet zum zweiten Mal in Folge das öffentliche Eislaufen im Sommer an. Seit Juni haben Freizeitsportler, egal ob jung oder alt, immer mittwochnachmittags und -abends sowie freitagabends die Möglichkeit, in der Helios-Arena ein paar Runden zu drehen.
An diesem heißen Mittwochnachmittag steht KEB-Mitarbeiterin Jeanette Hesse Westfahl an der Kasse und im Verleih des Eislauf-Equipments. Sie zeigt auf Bahn zwei, auf der es zwar nicht wirklich voll ist, es aber trotzdem ausgelassen hergeht. „Der Betrieb ist nicht mit dem Winter zu vergleichen, aber das Angebot wird angenommen“, berichtet sie. Und bisher laut Statistik auch besser als im vergangenen Jahr.
„Irgendwie verrückt“
Während nachmittags überwiegend Familien zum Eislaufen kommen, lockt die Eisdisco am Abend auch Ältere an. Zudem nutzen immer wieder Freestyler aus Freiburg das Angebot. Im Schnitt kämen rund 50 Eislaufbegeisterte pro Tag. Dennoch müsse sie an Tagen wie diesem immer wieder schmunzeln: „Es ist irgendwie verrückt und surreal: Draußen ist es 32 Grad heiß und die Menschen tragen kurze Sachen – hier drinnen, bei acht Grad, haben sie eine Mütze auf, aber es scheint allen Spaß zu machen.“
Während Bahn zwei bis vor ein paar Wochen noch abgetaut war und der öffentliche Eislauf auf Bahn eins stattgefunden hat, sind inzwischen wieder beide Bahnen belegt. Die Schwenninger Wild Wings, der SERC und andere Eissport-Camps haben auf der Hauptbahn ihr Training aufgenommen.
Von Langeweile keine Spur
Das Konzept des öffentlichen Eislaufs möchte das KEB-Team immer wieder an den Bedarf anpassen, erklärt Jeanette Hesse-Westfahl, unter anderem auch mit Blick auf die Öffnungszeiten. „Wir haben einige Ideen im Kopf.“ Langeweile kommt bei der KEB-Mitarbeiterin nicht auf: Wenn es an der Kasse und am Verleiht nichts zu tun gibt, hilft sie den Eismeistern, die Anlage auf Vordermann zu bringen.
„Fühlt sich komisch an“
Drinnen auf Bahn zwei ist einiges los. Tia und Michael aus der Nähe von Balingen sind heute zum ersten Mal in der Helios-Arena. Sie sei die einzige Eishalle in der Umgebung, die das Sommereis anbiete – und das wollte das Pärchen, das im Winter regelmäßig in die Balinger Eishalle zum Eislaufen geht, ausnutzen. Es sei eine gute Abkühlung, findet Tia, wenngleich sie zugibt: „Es fühlt sich komisch an – und ich hätte eine Mütze mitnehmen sollen.“ Ihr Freund Michael trägt hingegen nur eine kurze Hose. „Das reicht“, sagt er schmunzelnd.
„Ich finde es super“
Die vierköpfige Familie Weggler aus Singen ist schon zum zweiten in den Sommerferien in der Helios-Arena – und wird „so oft es geht, bis der Winter kommt“ das Angebot auch künftig nutzen. Die Eishalle in Schaffhausen, in die die Familie eigentlich geht, ist im Sommer geschlossen. „Ich finde es super, dass es das hier gibt“, sagt Julia Weggler, die einst bei den Lady Wings Eishockey gespielt hat. Diese Leidenschaft möchte sie nun an ihren dreijährigen Sohn Arian weitergeben.
Im hinteren Bereich der Halle ist Natalie Esslinger-Schwalbe am Werk. Sie ist seit einem Jahr Eismeisterin bei der KEB. „Ich bin Kaltes gewohnt, auch im Sommer“, sagt die gelernte Kfz-Mechanikerin, die ihr Know-how ebenso rund um die Anlagen der Helios-Arena anwenden kann und ihre neue Arbeit auch heißen Tagen nicht missen möchte.

Natalie Esslinger-Schwalbe ist als Eismeisterin für die Eisaufbereitung in der Helios-Arena zuständig.
Foto: Mareike KrattVor jeder Belegung richtet sie das Eis mit der großen Maschine, das dauere etwa 15 bis 20 Minuten – je nach dem, wie es beansprucht wird. Das Eis sei Winters wie Sommers gleich, ebenso wie Raumtemperatur oder Raumfeuchte.
Kein Unterschied
Und auch einen Unterschied zwischen Eismeister-Arbeit im Sommer und Winter gebe es kaum. Auch wenn Trainings- und Spielbetrieb zwischendurch aussetzen, sei immer etwas zu tun, erzählt Natalie Esslinger-Schwalbe. In den vergangenen Wochen seien zum Beispiel die Banden an den Spielfeldrändern repariert und poliert worden.
Die richtige Kleidung
Und die Kleidungswahl? „Die ist das ganze Jahr über gleich“, sagt die Eismeisterin und lacht. Anders bei ihrer Kollegin an der Kasse: Jeanette Hesse Westfahl trägt heute ein kurzes T-Shirt und eine kurze Hose – hat aber auch lange Klamotten für die Abendschicht dabei.
Ein unterschiedliches Kälteempfinden haben aber auch die Gäste an heißen Tagen, wie die KEB-Mitarbeiterin immer wieder beobachtet: Während einige zwischendurch aus der Halle gehen, um kurz Wärme zu tanken, kommen andere Passanten kurz hinein – „nicht, um eiszulaufen, sondern um sich abzukühlen.“
Die Sommersaison in der Helios-Arena
So ist geöffnet
Noch bis 12. September ist Bahn zwei der Helios-Arena für den öffentlichen Eislauf immer mittwochs von 14 bis 16 Uhr und 19 bis 21 Uhr sowie freitags von 19 bis 21 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, 20. August, entfällt der Eislauf am Nachmittag. Der Eintritt beträgt sechs, ermäßigt vier Euro. Für Kinder unter sechs Jahren ist der Eintritt kostenlos.