Solarpark in Villingen-Schwenningen: Grüne fordern runden Tisch in Sachen Photovoltaik-Anlage

Die Grüne setzen auf einen runden Tisch, um mit allen Beteiligten eine Lösung für den geplanten Solarpark zwischen Villingen und Schwenningen zu finden.
Pixabay/Sebastian GansoEinen runden Tisch zur Freiflächen-Photovoltaik(PV)-Anlage im Zentralbereich von Villingen-Schwenningen gerade auch mit Blick auf eine mögliche Option des Flächentauschs fordert die Fraktion der Grünen des Gemeinderats.
Im Zuge der Energiewende in der Doppelstadt sei ein Faktor (von mehreren) der Ausbau der Photovoltaik zur regenerativen Stromgewinnung, heißt es im Schreiben der Fraktionssprecherin Ulrike Salat. In Deutschland und Baden-Württemberg stehe VS im hinteren Feld der lokalen Energiegewinnung, wie unter anderem dem Energiebericht des Statistischen Bundesamts für 2023 zu entnehmen sei.
„Wir in VS produzieren derzeit rund 20 Prozent unseres benötigten Stroms selbst. Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei über 50 Prozent.“ In den vergangenen Jahren sei schon einiges bezüglich des Ausbaus der PV im Stadtgebiet vorangegangen, so beispielsweise die jährliche Installation von PV-Anlagen mit 300 Kilowatt Peak (kWp) auf städtischen Dächern, die verpflichtende Nutzung von PV in Neubaugebieten und auf neuen Industriegebäuden oder die Genehmigung von privaten Freiflächen-PV Anlagen in Pfaffenweiler und Zollhaus.
Weitere Anstrengungen für Ausbau im Blick
In der Vergangenheit seien aber auch viele Vorschläge bezüglich des Ausbaus von PV auf bereits versiegelten Flächen wie Parkplätzen und Dächern häufig als nicht wirtschaftlich verworfen worden. Trotzdem sollten auch da weitere Anstrengungen unternommen werden, auch wenn der zukünftige Energiebedarf damit nur zu einem geringen Maß gedeckt werden könne.
„Wir fordern die Stadt im Zuge dieses Antrages erneut auf, alle versiegelten Flächen auf PV-Eignung zu prüfen und falls möglich, dort zeitnah umzusetzen“, heißt es in dem Schreiben an Oberbürgermeister Jürgen Roth. Derzeit sei die große Freiflächen-PV Anlage im Zentralbereich in Planung, die aus unterschiedlichsten Gründen kontrovers diskutiert werde. Das Projekt könne auf 30 Hektar elektrischen Strom für umgerechnet rund 9000 Haushalte in VS, also etwa zehn Prozent der notwendigen Produktion generieren, verdeutlicht Ulrike Salat. Die Anlage werd von der SVS und der Thüga geplant und umgesetzt, „es soll Strom aus VS für VS sein“.
Möglichkeit des Tauschs von privaten und städtischen Flächen
Mit dem Antrag fordern die Grünen, dass die Stadt VS alle Beteiligten an einen Tisch holt mit dem Ziel, aus den im Technischen Ausschuss dargestellten 80 Hektar an Flächen, nach Abwägung aller Kriterien 30 Hektar für die Nutzung mit PV-Anlagen festzulegen. Es gelte, alle Kriterien und Parameter wie Wirtschaftlichkeit, Naturschutz, Bodengüte, Sichtbarkeit und Entfernung zu Anwohnern oder Naherholungstauglichkeit zu berücksichtigen und vor allem auch die Möglichkeit des Tauschs von privaten und städtischen Flächen in Betracht zu zeigen und bei Bedarf auszuhandeln.
„Wir möchten mit diesem Antrag einen Vorschlag machen, damit der derzeit sehr emotional und spaltende Prozess für alle Seiten zu einem positiven Ausgang führen kann“, betont Ulrike Salat. Die Grünen treten dafür ein, dass dieses Thema schnell in den Gremien auf den Tisch kommt, am besten in der Septemberrunde. Die anderen Fraktionen würden das Papier kennen und es teils begrüßen, hätten jedoch noch keine Gelegenheit zur Diskussion gehabt, weshalb die Grünen jetzt erstmal nur einen Fraktionsantrag stellen.