Seniorennachmittag Brigachtal: Unterhaltung sorgt für Begeisterung

Die Seniorengymnastik, geleitet von Margot Schneckenburger, war beim Seniorennachmittag äußerst aktiv.
Hella SchimkatBei Kaffee und Kuchen sowie einem zünftigen Vesper bei bester Unterhaltung durch Musiker Helmut Doser und einige Vereine herrschte ausgelassene Stimmung in der voll besetzten Froschberghalle. Für zügige und aufmerksame Bewirtung sorgten wieder die Landfrauen.
Nachdem Doser die Senioren in Stimmung gebracht hatte, sprach Bürgermeister Michael Schmitt zu den Senioren. Viele Gäste in der Halle wunderten sich, dass die Besucherinnen und Besucher aus der Partnergemeinde Essay-lès-Nancy an diesem Tag nicht nach Brigachtal gekommen waren. Schmitt klärte auf: Bürgermeister Michel Breuille gehe Ende des Monats in den Ruhestand, zu seinem Nachfolger wurde Christophe Chevardé gewählt: „Ich freue mich auf das Kennenlernen mit ihm, vielleicht besucht er uns ja schon am diesjährigen Dorffest“, hoffte er.
In seiner Ansprache erklärte er, dass die Zeit nicht still stehe: „Es vergeht kein Tag, an dem nicht teils unglaubliche Nachrichten uns ereilen.“ Man komme fast nie ans Ziel, ohne dass man sich bereits wieder neuen Anforderungen zu stellen habe, fuhr er fort.
Er kam zu den Veränderungen, die auf die Gemeinde zukommen werden: „Die vom Bund geforderte Ganztagsbetreuung in unserer Grundschule wird nach neuen Vorgaben für die Erstklässler ab September eingeführt.“ Die Ortskernsanierung Überauchen befinde sich mit der aktuell stattfindenden Sanierung des ehemaligen Heimatmuseums und dem dritten Bauabschnitt der Freiraumplanung auf der Zielgeraden.
Weitere Themen für Brigachtal sind die Vermarktung des Neubaugebiets Arenberg, die Erschließung des Gewerbegebiets Kreuzäcker, der Neubau der Sparkasse, der Auftrag für ein neues Feuerwehrfahrzeug, die Fertigstellung der Flüchtlingsunterkunft im Belli 72 , die Aschenbahn der Sportstätte soll, wenn möglich über die Förderung der so genannten „Sportmilliarde“ ertüchtigt werden. Als Teil des Krisenmanagements werden Notstromaggregate geliefert werden, so der Bürgermeister.
Er sprach die Finanzsituation, die so noch nie dagewesen war, an,
allein bei der Bildung und Betreuung habe die Gemeinde auch in diesem Jahr ein Defizit von knapp 2,2 Millionen Euro. Für die laufenden Kosten habe die Gemeinde ein Minus von 552 000 Euro. Die Gemeinde habe vieles zukunftsfördernd saniert, trotzdem arbeite die Gemeinde an konkreten Einsparvorschlägen und müsse zum Erhalt der liebgewonnenen Infrastruktur etwas kürzer treten, schloss er.
In herausfordernden Zeiten sollte man sich nicht unterkriegen lassen, dachten die Senioren und feierten ausgelassen diesen besonderen Nachmittag: Die Seniorentanzgruppe wollte gar nicht mehr aufhören zu tanzen, verlegte ihre Tänze vor die Bühne und auch eine Polonaise fehlte nicht, mittendrin der Schultes, der fleißig mitmachte.
Claudia Weißhaar hielt als die „älteste Jungfrau“, also die 100 musste sie überschritten haben, einen launigen Vortrag, beispielsweise über die Unterwäsche der Frauen heute und vor 100 Jahren: „Damals konnte man mit einer ausrangierten Unterhose noch die ganze Bude putzen“, erinnerte sie sich.
Margot Schneckenburger zeigte mit ihrer Seniorengymnastik wie man „Fit bis ins Alter“ bleibt. Annette Hengstler führte gekonnt durch das Programm, Helmut Doser spielte und sang unermüdlich, bei seinem Lied „Rehbraune Augen“, gab es schon Gelächter und nach Hause wollte keiner gehen, auch Ehrenbürger Max Hirt fand den Nachmittag „super“.