Schüsse, Böller, Detonationen
: Jetzt gibt es Hinweise – Polizei nach Knallgeräuschen in Villingen mehrfach im Einsatz

In Villingen wurden Sonntagabend und in der Nacht auf Montag mögliche Schüsse, Böller und Detonationen gemeldet. Die Polizei war mehrfach mit Streifen und einem Hubschrauber im Einsatz. Nun gibt es für einige Fälle konkrete Hinweise auf die Ursache.
Von
Marc Eich
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Dieses unauffällige Fleckchen mit aufgewühlter Erde in der Villinger Wöschhalde dürfte der „Tatort“ für einige der nächtlichen Knallgeräusche sein.

Marc Eich

Die Zündschnur bei den Bürgern dürfte immer kürzer werden: Erneut war das Villinger Stadtgebiet von heftigen Knallgeräuschen betroffen. Die Polizei hat nun aber Hinweise darauf, was hinter steckt. Ein Protokoll der Ereignisse von Sonntagabend bis Montagmorgen.

Sonntag, 18 Uhr: Mehrere Bürger in Villingen melden sich besorgt bei der Polizei. Sie teilen mit, dass im Bereich Krebsgrabenweg (an der alten Jugendherberge) beziehungsweise Germanswald verdächtige Knallgeräusche wahrgenommen wurden. „Es ging offenbar in Richtung Schussabgabe“, erklärt Polizeisprecher Dieter Popp. Die Beamten reagieren angesichts der Wahrnehmungen, die einen möglichen Einsatz einer Schusswaffe impliziert, sofort. Fünf Streifenwagen sind in die Ermittlungen zur Ursache eingebunden, fahren die Örtlichkeit an. „Es wurden in diesem Zusammenhang auch Passanten befragt“, so Popp.

Sonntag, 19.10 Uhr: Das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums in Konstanz fordert aus Stuttgart einen Polizeihubschrauber für den Einsatz im nordwestlichen Stadtgebiet an, der um 19.10 Uhr Villingen erreicht. Etwa eine halbe Stunde lang zieht er seine Kreise zwischen der B 33 und der Bahnstrecke im Groppertal – vom Kurgebiet bis zur Ortsgrenze nach Mönchweiler wird der Germanswald überprüft. „Wir konnten nichts feststellen“, bilanziert Popp den Einsatz. Möglich sei aus Sicht der Polizei auch Jagdwilderei. Nähere Erkenntnisse hierzu gebe es jedoch nicht.

Montag, 0 Uhr: Schlag Mitternacht wird die Innenstadt von Villingen aus dem Schlaf gerissen. Mehrere Böllerschläge und Feuerwerkskörper hallen durch die Gassen des historischen Stadtkerns. Auch weit über die Stadtmauer hinaus sind die Knallgeräusche zu hören. Der Vorfall wird laut Popp von einer Rettungssanitäterin gemeldet. „Im Bereich Bärengasse/Kaiserring sollen etwa zehn Jugendliche Böller gezündet haben“, berichtet der Polizeisprecher vom Hinweis der Zeugin. Auch eine weitere Bürgerin meldet den Vorfall der Polizei. Drei Streifenwagen sind daraufhin an die Einsatzstelle geeilt, um die Verursacher festzustellen. Vergebens. Die Jugendlichen waren bereits verschwunden.

Montag, 4.44 Uhr: Im Schutze der Dunkelheit kommt es zum dritten Mal zu einem heftigen Vorfall in Villingen. Kurz vor 5 Uhr am frühen Morgen werden den Beamten „extrem laute Knallgeräusche“ gemeldet. Bewohner des Von-Richthofen-Parks rufen die Polizei, aber auch in der Hammerhalde und im Friedrichspark hören Menschen Detonationen – offenbar abermals in Richtung Kurgebiet oder Unterkirnach, wie ein Leser unserer Redaktion mitteilt. Der Lärm dringt aber bis zur Innenstadt vor. „Unsere Kollegen auf dem Polizeirevier haben die Knallgeräusche ebenfalls festgestellt“, weiß Popp zu berichten. Abermals rücken mehrere Streifen aus, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Doch festgestellt kann im Nachgang nichts mehr. Die Verursacher bleiben zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit unbekannt.

M ontag, 11.15 Uhr: Ein Anwohner der Wöschhalde meldet der Polizei präparierte Rohre im Bereich eines Spielplatzes an der Sudetenstraße, mit dem offensichtlich Knallkörper gezündet wurden. Die Polizei fährt den „Tatort“ an und bestätigt die Vermutung des Anwohners. „Vermutlich Jugendliche hatten Abwasserrohre im Boden eingegraben, diese mit sogenannten ‚Polen-Böllern‘ befüllt und gezündet. Entsprechende Reste der gezündeten Böller wurden ebenfalls festgestellt“, erklärt Popp.

Die ermittelnden Beamten gehen davon aus, dass mit dieser Vorrichtung schon seit geraumer Zeit Böller gezündet wurden, die dann von Anwohnern als laute Knallgeräusche teils zur nächtlichen Zeit wahrgenommen wurden. Solche Wahrnehmungen gab es teilweise auch im Bereich des Steppachs, hier waren ebenfalls Jugendliche beobachtet worden, die offenbar gefährliche Blitzknallböller gezündet hatten. Popp: „Hinweise auf die vermeintlich jugendlichen Täter ergaben sich nicht.“ Die Polizei bittet deshalb um sachdienliche Hinweise, um die Fälle der Knallgeräusche gänzlich aufzuklären. Das Revier ist unter der Telefonnummer 07721/6010 zu erreichen.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.