Ratten, Dreck und Schimmel
: Zwei Asia-Restaurants in VS kurzzeitig geschlossen

Lebensmittelkontrolleure haben bei zwei asiatischen Restaurants in Villingen-Schwenningen teilweise ekelerregende Zustände vorgefunden. Sie mussten kurzzeitig schließen.
Von
Marc Eich
Oberndorf
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Im China-Restaurant Singapur in Schwenningen fanden die Kontrolleure ekelerregende Zustände.

Marc Eich

Erneut standen Asia-Restaurants in der Doppelstadt im Fokus von Lebensmittelkontrolleuren. Sie stießen bei zwei Gastro-Betrieben auf verdreckte Zustände und teilweise auf Hinterlassenschaften von Ratten.

Das Landratsamt berichtet in den öffentlich einsehbaren Ergebnissen von Kontrollen der amtlichen Lebensmittelüberwachung von erheblichen Hygienemängel im China-Restaurant Singapur in der Dauchinger Straße in Schwenningen. Das, was dort geschrieben steht, ist nichts für empfindliche Gemüter.

Beim Blick in den Keller dürften sich bei den Kontrolleuren die Haare gesträubt haben: Kartoffeln, Zwiebeln und Teigwaren seien trotz eines bekannten Rattenbefalls offen gelagert worden, teilweise seien sie angefressen gewesen. „Im gesamten Keller wurde ein starker Uringeruch wahrgenommen“, heißt es in dem Bericht. Und: „Rattenkot wurde in der Küche hinter der Saladette und im Keller an mehreren Stellen gefunden.“

Dreck in der Küche allgegenwärtig

Auch bei der Herstellung der Lebensmittel gab es massive Kritikpunkte. In einem dreckigen Handwaschbecken habe man unverpackten rohen Fisch und Fleisch „in verfärbten, schmierigen Verpackungen gelagert“. Salat und Petersilie seien in einer „schlecht riechenden und verfärbren Flüssigkeit“ gelegen.

In der Küche sei der Dreck allgegenwärtig gewesen: Fast alle Oberflächen seien mit einem Fettfilm überzogen gewesen, bei vielen Gerätschaften seien „verkrustete Lebensmittel“ angehaftet gewesen. Von „stinkenden Stofflappen“ und „ekelerregend stinkendem Spülwasser“ in der Spülmaschine sowie Schimmel in der Theke ganz zu schweigen.

Betreiber kann sich Zustände nicht erklären

Was sagen die Betreiber zu der Situation? „Alles wieder in Ordnung“, erklärt ein mutmaßlicher Verantwortlicher auf Anfrage unserer Redaktion. Er habe jedoch „keine Ahnung“, wie es zu den verheerenden Zuständen kommen konnte, dafür sei der „alte Chef“ verantwortlich. Das Gesundheitsamt schloss den Betrieb, nach der Kontrolle am 9. März, für mehrere Tage. Danach seien die Hygienemängel beseitigt gewesen.

Auch in Villingen blieb die asiatische Küche eines indischen Restaurants nach einer Kontrolle kalt. Im Bombay Delight in der Rietstraße in Villingen seien ebenfalls zahlreiche Beanstandungen festgestellt worden: Der Kühlschrank, die Wände und der Fußboden seien dreckig gewesen, an den Küchenutensilien hätten angetrocknete Lebensmittelreste geklebt.

Geschirr mit dreckigen Lappen geputzt

Die Spülmaschine sei seit Wochen defekt gewesen, stattdessen seien die gereinigten Gegenstände „auf einem massiven schwarz verschimmelten Spülkorb“ zum Trocknen abgelegt worden. Gespült worden sei mit einem „übelriechenden Lappen“. Zudem wurde die Lagerung von Lebensmitteln kritisiert.

Bei Bombay Delight in Villingen hatten die Kontrolleure ebenfalls Beanstandungen.

Marc Eich

Das Restaurant blieb einen Tag geschlossen, eine verdreckte Teigknetmaschine sei bei der Nachkontrolle weiterhin verunreinigt gewesen, weswegen eine erneute Reinigung angeordnet wurde. Der Vertreter der Geschäftsführerin erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass er am Tag der Kontrolle nicht da gewesen sei und sich nicht näher dazu äußern könne. Nun sei „alles soweit in Ordnung“, lediglich eine Küchentür und Fugen müssten noch ausgetauscht werden.

Lebensmittelkontrolle

Was?
Lebensmittelüberwachungsbehörden sind laut Gesetz verpflichtet, „erhebliche oder wiederholte“ Verstöße, etwa gegen Hygienevorschriften in Restaurants oder Geschäften, zu veröffentlichen. Und zwar in Fällen, in denen ein Bußgeld in Höhe von mindestens 350 Euro zu erwarten ist. Die Veröffentlichung erfolgt mit Namen und Anschrift des Betriebs.

Seit wann?
Die Veröffentlichungspflicht gibt es seit 2012. Wegen verfassungsrechtlicher Bedenken war sie bis April 2019 ausgesetzt.

Wo?
Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat unter www.verbraucherinfo-bw.de ein landesweit einheitliches Informationsportal eingerichtet. Dort sind Kontrollberichte für sechs Monate einsehbar und werden dann gelöscht.

Warum?
Auf der Homepage des Landes heißt es: „Die neue Veröffentlichungspflicht dient der aktiven Information des Verbrauchers aus Gründen behördlicher Transparenz. Sie sollte und darf nicht als Warnung vor den aufgeführten Produkten oder Betrieben missverstanden werden.“

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