Pflege in VS seit 25 Jahren
: „Danke, dass ich nicht alleine bin“

Schwester Maria von der Christlichen Ambulanten Pflege Villingen-Schwenningen erzählt von bewegenden Momenten, dem größten Vorurteil und warum kein Formular eine warme Hand ersetzen kann.
Von
Cornelia Spitz
Villingen-Schwenningen
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Schwester Maria im Einsatz. Wie sie es schafft, die Balance zwischen Nähe und professioneller Distanz zu halten, wird im Gespräch deutlich.

Schwester Maria im Einsatz. Wie sie es schafft, die Balance zwischen Nähe und professioneller Distanz zu halten, wird im Gespräch deutlich.

Sandra Mieg
  • Die Christliche Ambulante Pflege VS in Schwenningen feiert dieses Jahr 25 Jahre Bestehen.
  • Gründerin und Geschäftsführerin Maria Noce betont Nähe, Würde und Menschlichkeit in der Pflege.
  • Bürokratie nimmt zu, doch kein Formular ersetzt eine warme Hand – Beziehung bleibt zentral.
  • Ziel ist Pflege zu Hause, weil dort Sicherheit, Erinnerungen und Lebensqualität bestehen.
  • Prägendes Erlebnis: Ein Patient sagte im Sterben „Danke, dass ich nicht alleine bin.“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

25 Jahre Pflege, ein Vierteljahrhundert Leidenschaft für den Dienst am Nächsten. Die  Christliche Ambulante Pflege VS in Schwenningen feiert in diesem Jahr ihr Jubiläum.

So aktuell wie derzeit war das Thema Pflege wohl noch nie. Zeitgleich sind die Umstände in der Branche gerade herausfordernd.

Im etwas anderen Interview erzählt Schwester Maria, was für sie zählt, was sie Angehörigen von zu Pflegenden rät und welchen ergreifenden letzten Moment mit einem Patienten sie nie vergessen wird.

Die Initialzündung

Zur Pflegearbeit bin ich gekommen, weil…
...ich schon früh gespürt habe, dass meine Berufung darin liegt, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten und ihnen mit Würde, Respekt und Nächstenliebe zu begegnen.

Wenn ich zurückdenke, dann war der ausschlaggebende Moment, der mich dazu bewog, als…
...ich erkannte, wie viel ein Mensch allein durch Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe bewirken kann.

Die bürgerliche Maria Noce unterscheidet sich von Schwester Maria darin, dass…
...eigentlich kein großer Unterschied besteht. (lacht) Schwester Maria ist meine Berufung, Maria Noce der Mensch dahinter – beide tragen dieselben Werte, dieselbe Liebe zu den Menschen und denselben Wunsch, Gutes zu tun.

Der herausforderndste Moment in der Pflegearbeit war für mich…
...schwere Abschiede zu begleiten und gleichzeitig Angehörigen Halt und Zuversicht zu geben.

Wenn Menschen mir damals abrieten, in die Pflege zu gehen, habe ich…
...auf mein Herz gehört und meinen Weg konsequent weiterverfolgt.

Das größte Vorurteil über die Pflegearbeit, das ich gerne ausräumen möchte, ist…
...dass Pflege nur Versorgung bedeutet. Pflege bedeutet viel mehr: Sie ist Beziehung, Begleitung und Menschlichkeit.

Was die Branche beschäftigt

In 25 Jahren hat sich die Pflege gewandelt, das macht sich in meinen Augen bemerkbar, indem…
...die Bürokratie immer mehr Raum eingenommen hat. Doch kein Formular kann eine warme Hand ersetzen, kein Dokument ein tröstendes Wort. Die schönsten Momente in der Pflege entstehen dort, wo wir einfach Mensch für Mensch sein dürfen.

Ich verstehe den Wunsch vieler Patienten, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben, weil…
...Zuhause Sicherheit, Erinnerungen, Geborgenheit und Lebensqualität bedeutet.

Zuhause ist für mich…
...der Ort, an dem man sich angenommen und geliebt fühlt.

Maria Noce ist unterwegs in ihrem kleinen Flitzer zum Patienten. Pflegebedürftige in ihrem eigenen Umfeld zu pflegen, ist ihr eine Herzensangelegenheit.

Maria Noce ist unterwegs in ihrem kleinen Flitzer zum Patienten. Pflegebedürftige in ihrem eigenen Umfeld zu pflegen, ist ihr eine Herzensangelegenheit.

Christliche Ambulante Pflege VS

Der Glaube spielt in meiner täglichen Arbeit eine Rolle, weil…
...er mir Kraft, Hoffnung und Vertrauen schenkt und mich daran erinnert, jedem Menschen mit Würde zu begegnen.

Trotzdem habe ich auch manchmal gezweifelt, am stärksten, wenn…
...ich großes Leid bei Kindern und jungen Menschen erleben musste.

In schweren Momenten gibt mir persönlich am meisten Kraft, wenn…
...ich spüre, dass wir Menschen nicht allein lassen und ihnen Trost schenken können.

Angehörige unterstützen wir in dieser schwierigen Zeit, indem…
...wir zuhören, begleiten, beraten und ihnen Sicherheit geben.

Familien, die in Pflegesituationen geraten, rate ich…
...Hilfe anzunehmen, offen miteinander zu sprechen und die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Der gute Rat an Angehörige

Auch Kinder und Enkelkinder spielen in unserer Arbeit eine Rolle…
...denn sie sind oft ein wichtiger Teil des Lebens, der Erinnerungen und der emotionalen Unterstützung unserer Patienten.

Mein Team macht besonders, dass…
...jeder einzelne Mensch seine Arbeit mit Herz, Fachkompetenz und großer Empathie ausübt. Wir unterstützen uns gegenseitig, erfüllen unsere Aufgaben mit viel Engagement und gehen respektvoll miteinander um. Wir sind mehr als ein Team – fast schon Familie.

Die Gesichter der Christlichen Ambulanten Pflege VS – dieses Team darf Jubiläum feiern.

Die Gesichter der Christlichen Ambulanten Pflege VS – dieses Team darf Jubiläum feiern. Die beiden Ziffern fürs Jubiläumsfoto halten Maria Hanßmann (links) und Maria Noce (rechts).

Christliche Ambulante Pflege VS

Die Balance zwischen Nähe und professioneller Distanz schaffe ich, indem…
...ich mitfühle, ohne mich selbst zu verlieren, und stets das Wohl des Patienten in den Mittelpunkt stelle.

Die Begegnung mit einem Patienten, die mich in all den Jahren am meisten berührt hat, war…
...die Begegnung mit Menschen, die trotz schwerster Krankheit ihre Dankbarkeit und Lebensfreude bewahrt haben.

Den einen Moment, den ich nie vergessen werde, ist…
...als ein sterbender Patient meine Hand hielt und sagte: „Danke, dass ich nicht alleine bin.“

Die größte Lehre, die ich von einem Patienten erhalten habe, war…
...dass nicht die Anzahl der Jahre zählt, sondern wie wir die Zeit miteinander verbringen.

Die häufigsten Wünsche der Menschen, die wir betreuen, sind…
...Schmerzfreiheit, Selbstbestimmung, Geborgenheit und die Nähe ihrer Angehörigen.

Wenn ich selbst in die Zukunft blicke, wünsche ich mir für die nächsten 25 Jahre der Christlich Ambulanten Pflege…
...dass wir weiterhin Menschen mit Herz, Würde und hoher Fachlichkeit begleiten, die Hospiz- und Palliativarbeit stärken und auch künftig für die Schwächsten unserer Gesellschaft da sein können. „Mein Wunsch ist, dass kein Mensch am Ende seines Lebens allein gelassen wird, und dass Menschlichkeit auch in Zukunft der wichtigste Maßstab in der Pflege bleibt.“

Das Unternehmen

Die Christliche Ambulante Pflege VS GmbH wurde von Maria Noce vor 25 Jahren gegründet. Die Schwenningerin ist noch immer Geschäftsführerin des Unternehmens, als betriebswirtschaftliche Geschäftsführerin ist Maria Hanßmann tätig. Die Christliche Ambulante Pflege VS widmet sich nicht nur Senioren und Palliativ-Patienten, sondern beispielsweise auch Kindern. Schwer- und schwerpflegebedürftige Patienten sowie Patienten, die nach einer Entlassung aus einer Klinik Pflege benötigen, gehören ebenfalls zur angesprochenen Klientel wie die ambulante Palliativversorgung inklusive Beatmung, Portversorgung oder Betreuung bei Infusionstherapie. Bei Bedarf findet auch eine Zusammenarbeit mit dem stationären Hospiz Via Luce statt, welches ebenfalls in den Händen von Maria Noce liegt.

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