Nach Kritik der Fachmänner
: So reagiert die Stadt auf die Alternativ-Ideen fürs ’s Rössle in Schwenningen

Die Planungen rund ums ’s Rössle haben zwei Architekten veranlasst, Kritik an der Machbarkeitsstudie zu üben. Jetzt äußert sich die Stadtverwaltung zu den Gegenvorschlägen.
Von
Mareike Kratt
Oberndorf
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Das ’s Rössle in Schwenningen steht derzeit nicht nur im Fokus der Stadtverwaltung, sondern auch manch eines kritischen Bürgers.

Marc Eich

Der Knackpunkt: die Machbarkeitsstudie und der damit verbundene Stand des Verfahrens. Der Gemeinderat habe auf Basis einer Machbarkeitsstudie einen Grundsatzbeschluss gefasst, erläutert die Pressesprecherin der Stadt Villingen-Schwenningen, Madlen Falke. „Diese Studie prüft die grundsätzliche Eignung, nicht die bautechnische Detailplanung.“

Viele der in den Ausführungen von den Architekten Olaf Wuttge-Greimel und Harald Maier aufgeworfenen Detailfragen seien Gegenstand der nun folgenden, tiefergehenden Planungsphasen und könnten zum jetzigen Zeitpunkt seriös noch gar nicht beantwortet sein.

Kritik verfrüht

So sei auch die Kritik an den baulichen Details in Sachen Zuwegung, also an einem angeblichen Rückbau des Parkhauses, spekulativ und verfrüht. „Eine solche Maßnahme ist derzeit weder geplant noch Gegenstand des Beschlusses“, so die Pressesprecherin. Grundsätzlich gelte: Technisch und statisch derart relevante Eingriffe würden erst im Rahmen der konkreten Fachplanung untersucht. „Die vorliegende Machbarkeitsstudie dient der grundsätzlichen Weichenstellung, nicht der detaillierten bautechnischen Ausarbeitung“, betont Madlen Falke.

Zudem sei die Behauptung, die Zu- und Abfahrt des Parkhauses wäre künftig ausschließlich von der Alten Herdstraße aus möglich, faktisch unzutreffend. Bereits im Bestand verfüge das Parkhaus über zwei Zu- und Ausfahrten.

Genügend Platz

Als Hauptfazit aus der Diskussionsrunde der Architektenschaft hatten Olaf Wuttge-Greimel und Harald Maier gezogen: Mit all den kommunalen Institutionen des Stadtbezirks, die künftig in das ehemalige Einkaufszentrum verlagert werden sollen, sei das ’s Rössle überfrachtet. Doch die Verwaltung weist diese Kritik von sich: Bereits im Rahmen der Machbarkeitsstudie sei erkennbar, dass durch die geplante Neubelegung der Flächen keine Überbeanspruchung der bestehenden Rössle-Substanz entsteht, teilt Madlen Falke mit.

Ein Synergieeffekt

Den Vorschlag, die Bibliothek am jetzigen Standort zu belassen, um mehr Platz im ’s Rössle zu schaffen – allen voran Harald Maier erweist sich als großer Verfechter des Bestandsgebäudes – sieht die Verwaltung als nichtig an. Vielmehr findet sie: Durch die Bündelung der Bildungseinheiten Bibliothek und VHS im ’s Rössle schaffe man Synergieeffekte zwischen den Bildungseinrichtungen und auch mit dem Museum, so die Pressesprecherin. Diese drei Orte unter ein Dach zu fassen, werde allen drei Institutionen Vorteile verschaffen.

Olaf Wuttge-Greimel hatte indes ins Spiel gebracht, für die Verwaltung, die laut Machbarkeitsstudie künftig aus der Winkelstraße allen voran in den ’s Rössle-Turm ziehen soll, im Zuge seiner notwendigen Sanierung neuen Platz im Schwenninger Rathaus zu schaffen.

Rathaus-Sanierung gemäß Bedarfen

Die Verwaltung sei aktuell, auch in Bezug auf die Sanierung der Mannschaftsgebäude am Oberen Brühl und der dortigen Unterbringung von Ämtern aus Schwenningen, sowie der Unterbringung aus der Winkelstraße in das ’s Rössle in einem großen Prozess der Neustrukturierung - mit dem Ziel aus Mietobjekten herauszukommen. Die Unterbringung im ’s Rössle ist dabei ein wichtiger Bestandteil. „Die Weiternutzung des Rathauses Schwenningen ist ebenfalls ein Teil der Neustrukturierung und wird dann entsprechend den Bedarfen der dort unterzubringenden Ämter umgesetzt“, sagt derweil die Pressesprecherin.

„Turm ist markant“

Und fügt hinzu: Die Aussage, den Turm möglicherweise sogar zu eliminieren, beruhe auf einer Einschätzung, die nicht den städtebaulichen Faktoren entspreche. „Der Turm ist ein markantes Element im Zentrum von Schwenningen“, so Madlen Falke. Ein Abbruch sei immer der einfachere Weg – die eigentliche Aufgabe eines Architekten bestehe jedoch darin, auch komplexe Bauwerke so zu gestalten und zu revitalisieren, dass sie überzeugen und selbst Skeptiker gewinnen könnten.

In Sachen Vergabeverfahren und Vorschlag eines Architektenwettbewerbs teilt die Verwaltung mit: Man sei noch in so einem frühen Stadium, dass noch nicht konkret feststehe, welcher Weg für die Architektenleistung eingeschlagen wird. Die Machbarkeitsstudie sei die Entscheidungsgrundlage für die politischen Grundsatzbeschlüsse gewesen – alle weiteren Schritte kämen Schritt für Schritt in die Gremien.

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