Minara Bad Dürrheim: Vereine und Schulen benötigen Hallenbad

Auf der Fläche des ehemaligen Außenbeckens befindet sich heute die Fläche für Liegestühle mit Kinderspielplatz. (Archivfoto)
Wilfried StrohmeierQuo Vadis Minara? Hallenbad schließen? Ein folgenschwerer Irrweg! Vor knapp fünf Jahren wurde das mit großem finanziellem Aufwand, circa neun Millionen Euro, sanierte Freizeitbad, vorher Hallen- und Freibad, wieder eröffnet.
Damals wurde aus vermeintlichen Kostengründen das Freibecken geschlossen, aber mit der Aussage, dass damit für die Bürger, Schulen und Vereine das Bad wieder für die nächsten Jahrzehnte erhalten bleiben kann.
Durch die Schließung sollen 600.000 Euro jährlich gespart werden. Wie man auf diese Summe kommt, da fehlt es an Transparenz. Vor der Sanierung war das Defizit geringer. Es werden erhöhte Kosten für Wasser und Energie angeführt. Es wird auch beklagt, dass die Besucherzahlen unter den Erwartungen zurückbleiben. Doch überrascht das wirklich?
Wer im Sommer Schwimmen und sich im Freien aufhalten möchte, wird ein Freibad einem Hallenbad in aller Regel vorziehen.
So wurde beispielsweise auch auf die Nutzung von Sonnenenergie zur Erwärmung des Badewassers verzichtet – eine Technik, die vielerorts erfolgreich eingesetzt wird. Auch die Entscheidung, das Wasser nicht mehr aus der bisherigen eigenen Quelle zu beziehen, sondern beim Wasserwerk einzukaufen, wirft Fragen auf.
Nicht nur wirtschaftlich sehen
Beim Betrieb eines Bades sollte es nicht nur um die reine Wirtschaftlichkeit gehen. Bäder gehören zur Grundversorgung und sollten kommunale Pflichtaufgabe sein. Die eigentliche Frage lautet daher: Möchte sich die Stadt als Tourismusort das Minara leisten? Schwimmen ist keine Freizeitbeschäftigung wie jede andere, sondern eine lebenswichtige Fähigkeit. Laut DLRG ertrinken in Deutschland jährlich rund 400 Menschen. Die Verantwortlichen sollten deshalb nicht nur auf kurzfristige Kosten schauen, sondern auch den gesellschaftlichen Nutzen eines Hallenbades berücksichtigen.
Eine Stadt, die Millionen in die Sanierung investiert hat, sollte alles daransetzen, diese Einrichtung zu erhalten – für die Sicherheit, die Gesundheit und die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger der gesamten Stadt, also auch den Stadtteilen. Eine Bitte an alle Stadträtinnen und Stadträte, denkt an die Kinder in eurer Stadt, die in den Schulen und den Vereinen das Minara für ihren Sport benötigen.
Friedhelm Hensler, Bad Dürrheim