Mehr als 1720 Christbäume: Deshalb sprühen Fontänen in den Dauchinger Nachthimmel

Der Brauch des Funkenfeuers lockte wieder zahlreiche Zuschauer an den Karrweg, wo die „Teppichklopfer“ den Funken am Sonntagabend entzündeten.
Gertrud HauserDie Vorbereitungen zum Dauchinger Funkenfeuer, das die Dauchinger „Teppichklopfer“ am Sonntagabend entzündeten, war eine sehr feuchte Angelegenheit.
An beiden Tagen zum Aufbau des riesigen Reisighaufens hatte es geregnet, dementsprechend war der Untergrund auf der Wiese mit Wasser vollgesogen, was die Arbeit der jungen Dauchinger Männer erschwerte. Zudem waren die gesammelten ausgedienten Christbäume tropfnass.
Zum vierten Funkenfeuer hatte die Gruppe eine große Menge an Christbäumen – es waren wohl mehr als 1720 Stück – auf der Wiese am Karrweg lagern können. Die Bäume stammen aus der Christbaumsammlung der Landjugend, wurden zum Teil aber auch von benachbarten Gemeinden angeliefert.
Kran im Einsatz
Die Bäume wurden dann mit Hilfe eine Krans bündelweise in das zehn Meter hohe und sechs Meter breite Turmgerüst gestapelt. Diese Arbeit erstreckte sich auf fast zwei Tage, so dass der „Funken“ erst am Sonntag fertig wurde.
Mit einer Winterhexe
Diesen ziert eine Winterhexe, die mit den lodernden Flammen den Winter austreiben soll, so will es der Brauch am Sonntag nach Fastnacht. Dieser Brauch wird auch in den umliegenden Gemeinden von Dauchingen gepflegt.
Bei trockenem Wetter und einsetzender Dunkelheit war es dann soweit – und die „Teppichklopfer“ konnten ihren „Funken“ entzünden. In diesem Jahr brauchte es länger, bis das Gerüst zur Seite fiel, was sicher auch dem nassen Brennmaterial geschuldet ist.
Punsch und heiße Wurst
Die zahlreich gekommenen Zuschauer hatten ihre Freude daran, wie die Funken in großen Fontänen in den Nachthimmel sprühten. Und wem es doch zu kalt wurde, der konnte sich mit Punsch und heißer Wurst oder Kartoffeln aufwärmen, auch dafür sorgten die „Teppichklopfer“.