Marktplatz in Schwenningen: Die „Grüne Insel“ sorgt für Aufsehen

Die Mitarbeiter der Technischen Dienste VS bringen an der „Grünen Insel“ die Sitzelemente aus Holz an.
Mareike KrattIm vergangenen Jahr war es das „Grüne Zimmer“, das die Stadt allerdings nur für die Sommermonate angemietet hatte, jetzt der Nachfolger dauerhaft für mehr Grün und Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz sorgen.
Neue Sitzbänke
In der vergangenen Woche hatten die Technischen Dienste der Stadt Villingen-Schwenningen (TDVS) die drei großen Pflanzgefäße in der Mitte des Marktplatzes aufgestellt und insektenfreundliche Stauden sowie drei schattenspendende Platanen gesetzt. Am Mittwochmorgen haben die TDVS die noch fehlenden Sitzbänke – Holzstrang für Holzstrang – rund um die Gefäße montiert. Das Gesamtensemble wurde bei einer niederländischen Firma in Auftrag gegeben, berichten die Mitarbeiter.
Im Förderprogramm
Das Projekt trägt laut Pressemitteilung der Stadt den Namen „Grüne Insel“ und soll ab sofort zum Verweilen, Begegnen und Durchatmen einladen. Die drei mal sieben Meter große Fläche ist ein Gemeinschaftsprojekt des Grünflächen- und Tiefbauamts der Stadt sowie der WIR Villingen-Schwenningen GmbH. Realisiert worden sie unter anderem mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ).
Positive Effekte
Die neue Gestaltung auf dem Marktplatz soll nach Angaben der Stadt an den Erfolg des „Grünen Zimmers“ sowie die bepflanzten Gefäße auf dem kleinen Muslenplatz im vergangenen Jahr anknüpfen. Die Begrünung werde nicht nur für ein angenehmeres Mikroklima sorgen, sondern gezielt Hitzeinseln im Stadtraum vermeiden helfen.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 37 000 Euro, teilt die Verwaltung zudem mit. Mit der dauerhaften Installation der „Grünen Insel“ verfolgt die Stadt das Ziel, den öffentlichen Raum nicht nur optisch aufzuwerten, sondern auch lebenswerter und zukunftsfähiger zu gestalten.

Das Wetter lädt zunächst noch nicht zum Verweilen an der „Grünen Insel“ ein.
Foto: Mareike KrattImmer wieder Kritik
Der Marktplatz steht immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit – und der Kritik. Trotz aufwendiger Sanierung biete er zu wenig Aufenthaltsqualität, werde zu wenig genutzt und locke zu wenig Bürger an, heißt es regelmäßig. Auch das „Grüne Zimmer“ hatte im vergangenen Jahr für kontroverse Stimmungen gesorgt. Da gab es Bürger, die sich positiv zur begrünten Wand geäußert und sie als Bereicherung gesehen, da gab es aber auch Bürger, die sie als nutzlos und teuer bewertet hatten.
Gemischte Stimmung
Und was ist mit dem Nachfolger, der „Grünen Insel“? Aufgrund des Schauerwetters konnte sie am Mittwoch noch nicht wirklich zum Verweilen einladen. Dennoch gab es genügend Passanten, die neugierig stehen blieben, um den neuen Blickfang auf dem Marktplatz zu begutachten. „Nicht so auffällig wie das Grüne Zimmer, aber dennoch hübsch“, sagt Irene Küstner. Sobald das Wetter besser sein werde, werde sie die neue Sitzgelegenheit ausprobieren und als kleinen Stopp auf dem Weg zum Wochenmarkt nutzen, ist sie sich sicher.
„Besser als gar nichts zu machen“, findet Thomas Bucher die neue Idee von Stadt und WIR, selbst wenn ihm derartige „grüne Projekte“ persönlich nicht gefallen – und er nicht an einen positiven Effekt glaubt. Als „herausgeschmissenes Geld“ bezeichnet Gerhard Kaltenmark das Ensemble. Denn er weiß jetzt schon, dass die Bänke bald nicht mehr schön aussehen werden – „wie vieles in der Innenstadt“. „Man merkt, dass die Stadt bemüht ist, etwas gegen das schlechte Image des Marktplatzes zu unternehmen“, sagt Corinna Schulte. Und: „Meine Kinder und ich werden hier bestimmt mal Platz nehmen“.