Kommunale Wärmeplanung: So will Brigachtal klimaneutral werden

Im größten Teil von Brigachtal sind Wärmepumpen möglich. (Symbolfoto)
Pixabay/HarmvdB- Brigachtal erarbeitet eine Strategie für klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040.
- 1425 Gebäude sind beheizt, viele mit Öl oder Erdgas – 20 Prozent der Ölkessel älter als 30 Jahre.
- Wärmepumpen gelten im größten Teil der Gemeinde als möglich – Potenzialprüfung lief.
- Bis zu 42 Prozent des Wärmebedarfs könnten lokale Biomassequellen decken, jedoch nicht voll nutzbar.
- Regeln für Eigentümer: Aus für Öl- und Gasheizungen ab 2045, neue fossile Anlagen seit 2024 umzustellen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung stellte Rüdiger Kleemann von der BVS wave GmbH aus Ettlingen einen Zwischenbericht zur kommunalen Wärmeplanung vor. Den Auftrag hatte der Gemeinderat am 23. September 2025 an das Planungsbüro vergeben.
Im Rahmen der Aufstellung wird eine Strategie zur Verwirklichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung entwickelt. Damit wird zur Erreichung des Ziels eines klimaneutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2040 beigetragen, begann Kleemann seinen Vortrag.
„In Brigachtal gibt es 1425 beheizte Gebäude, davon 614 mit Ölheizungen und 424 mit Erdgas. Bei den Ölheizungen sind 20 Prozent älter als 30 Jahre“, so Kleemann.
Kleines Wärmenetz in Überauchen
In Überauchen in der neuen Dorfmitte versorgt ein kleines Wärmenetz im Dorfhaus die Kita am Bondelbach und das ehemalige Heimatmuseum, berichtete er weiter. Der Fokus liege zum einen auf der Frage, wie der Wärmebedarf der Gebäude innerhalb der Kommune reduziert werden kann. Zum anderen gehe es um die Planung, wie der verbleibende Wärmebedarf auf klimaneutrale Weise gedeckt werden kann, so Kleemann.
Bei der Potenzialanalyse habe man überprüft, auf welchen Dachflächen der Häuser Strom erzeugt werden kann. Um Strom auf Freiflächen zu erzeugen, setze man auf minderwertige Flächen, betonte er.
Wärmepumpen größtenteils möglich
Zudem habe man gesehen, dass im größten Teil von Brigachtal Wärmepumpen möglich sind. Bei der Potenzialanalyse von Biomasse und -gase habe man die Überzeugung gewonnen, dass bis zu 42 Prozent des wärmeseitigen Endenergiebedarfes durch lokale Biomasse gedeckt werden, betonte er. Nicht jedes vorhandene Potenzial könne aber auch tatsächlich sinnvoll genutzt werden, räumte er ein.
Die insgesamt beheizten Gebäude teilen sich auf in Wohnen (1354), Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (42), kommunale Gebäude (21) und Industrie (2), führte Kleeman aus.
Regelungen für Gebäudeeigentümer
Die wichtigsten Regelungen für Gebäudeeigentümer hatte er ermittelt, wonach das Aus für Öl- und Erdgasheizungen ab dem Jahr 2045 eintrete. Bestehende Heizungsanlagen dürften repariert werden. Heizungsanlagen, die seit 2024 neu errichtet wurden und mit fossilen Energieträgern beheizt werden, sind ab 2029 sukzessive auf erneuerbare Energie umzustellen. Eigentümer, bei denen eine Sanierung von Heizungsanlage und/oder Gebäude ansteht, sollten sich beraten lassen.
Der Gemeinderat nahm den Zwischenbericht zur kommunalen Wärmeplanung zur Kenntnis. Die Ergebnisse wurden als Grundlage für die nächsten Schritte (Zielszenario und Maßnahmenkatalog) bestätigt.