Kita in der Au in Schwenningen: 15 Nationen in einem Kindergarten

Auf das 30-jährige Bestehen der Kindertagesstätte in der Au in Schwenningen freuen sich die Fachkräfte ebenso wie die Jungen und Mädchen.
Jochen SchwilloAuf einer Hausseite sieht das Gebäude aus wie ein Piratenschiff, auf der anderen wie eine Lokomotive, die nächste Seite wie ein Gesicht.
Jetzt schaut die Einrichtung in der Austraße 21 in Schwenningen auf ihr 30-jähriges Bestehen. Eigentlich hätte hier einmal der Neubau für die Wilhelmspflege entstehen sollen. Am kommenden Samstag, 13. September, findet von 11.30 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Türe statt.
Planung Die Chronik der Planungs- und Bauzeit geht zurück ins Jahr 1978, als man in der evangelischen Kirchengemeinde die Stadt um Prüfung bat, im Mauthe-Park einen neuen Kindergarten für die in die Jahre gekommene Wilhelmspflege zu bauen. Schließlich sah 1979 Oberbürgermeister Gerhard Gebauer die Notwendigkeit eines Ersatzbaus, und der Gemeinderat stimmte 1980 der Planung für einen Neubau im Mauthe-Park zu.
Suche nach Grundstück
Im Frühjahr 1983 gab es Entwürfe für einen viergruppigen Kindergarten auf dem Gelände der ehemaligen Milchzentrale. Im September 1987 wurde Pläne zur Umnutzung der Bürk-Villa als Kindergarten vorgelegt. Zwischenzeitlich war auch ein Teil des ehemaligen Kienzleareals an der Seestraße vorgesehen, bevor sich schließlich der Technische Ausschuss im Mai 1990 für den Standort Austraße/Winkelstraße stark machte.
Bauphase Nachdem im August 1991 die ehemalige Milchzentrale abgebrochen wurde, dauerte es noch einmal gut ein Jahr, bis zum ersten Spatenstich am 18. August 1992. Eine Herausforderung beim Bau war die schwierige Topographie des Grundstücks, das eine sehr differenzierte Höhenstaffelung der einzelnen Gebäudeteile notwendig machte. Hierbei sollten Gebäudeform und die Gestaltung auf die besondere Nutzung hinweisen. Diese Bauweise für einen Kindergarten war ungewöhnlich und sorgte für manche Diskussion in der Stadt.
Namensänderung Wegen des durch die Bundesregierung verabschiedeten Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr wurde 1993 der Jugendhilfeausschuss der Stadt auf die Notwendigkeit der Erhaltung der alten Wilhelmspflege hingewiesen. Die geplante Namensänderung schließlich von der „Kindertagesstätte Wilhelmspflege“ in die „Kindertagesstätte in der Au“ beschlossen. Die Einweihung durch Oberbürgermeister Manfred Matusza fand im Juli 1995 statt.
Aus 15 Ländern
Viele Nationen In den vergangenen 30 Jahren hat die Kindertagesstätte in der Au ihren festen Platz bei den Kindertageseinrichtungen in der Stadt gefunden. Die 115 Jungen und Mädchen, die von 20 pädagogischen Fachkräften in fünf Gruppen betreut werden, kommen aus dem ganzen Stadtgebiet. Über 90 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund. „Wir haben hier rund 15 unterschiedliche Nationen“, sagt Andrea Lienhard, die seit vergangenen Oktober die Kindergartenleiterin ist.
Die Pädagogik
Die Pädagogik In der Au steht das einzelne Kind mit seinen persönlichen Lernstrategien im Mittelpunkt. Die Kindertagesstätte nimmt am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil und man ist stolz Träger des Felix-Gütesiegels des Deutschen Chorverbandes zu sein, da tägliches Singen in der Kindertagesstätte in der Au einfach dazu gehört.
Der Alltag
Der Alltag Der Alltag wird durch Rituale strukturiert, die den Kindern Orientierung und Sicherheit bieten. Der Vormittag wird beispielsweise durch den gemeinsamen Morgenkreis bestimmt. Man bietet Raum für selbstbestimmtes Spiel in den verschiedensten Bildungsräumen, wobei sich die Kindern kreativ ausleben können. Außerdem gibt es eine großzügige Außenanlage in der Schwenninger Kindertagesstätte. Weitere Rituale erleben die Kinder bei den gemeinsamen Mahlzeiten, bei Ruhezeiten, den Ausflügen oder bei sonstigen Aktivitäten, wie Ferienangebote, Stadtrallye oder die Teilnahme beim Kinderumzug während der Fasnet.
„Wir arbeiten beispielsweise auch mit dem Alpenland zusammen“, so die Kindergartenleiterin. Regelmäßig würde man die Senioren besuchen, betont Andrea Lienhard.
Das Programm
Am Samstag
Der Tag der offenen Türe findet am Samstag, 13. September, von 11.30 bis 16 Uhr statt. Unter andrem wird ein Kinderprogramm geboten, und es besteht die Möglichkeit zur Besichtigung der Räumlichkeiten. Weiterhin ist der Auftritt der Kinder eines Hip-Hop-Workshops geplant und der Fanfarenzug der Narrenzunft Schwenningen hat sich angesagt.