Kischtock-Zunft feiert: Das sind die Hintergründe zum Brunnen in Unterkirnach

Ein besonderer Höhepunkt ist die Brunnenführung von Henry Greif.
Bianca BenzZahlreiche Besucher nutzten das schöne Wetter, um das abwechslungsreiche Programm rund um den Fasnachtsbrunnen zu genießen.
Neben musikalischen Darbietungen war auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Musikalisch begann der Tag mit den „Stuwehocker“, die über die Mittagszeit für ausgelassene Stimmung unter den Besuchern sorgten.
Im Anschluss präsentierte die Spielgemeinschaft „Fanfarefetzer“, ein Zusammenschluss des Fanfarenzugs Unterkirnach und der Bergstadtfetzer aus St. Georgen, ihr Können. Die beiden Vereine musizieren bereits seit zwei Jahren gemeinsam und begeisterten die Gäste mit ihrer Darbietung.
Brunnenführung ein besonderer Höhepunkt
Ein besonderer Höhepunkt war die Brunnenführung von Henry Greif. Er erläuterte den zahlreichen Gästen die Geschichte des Kieschtock-Brunnens, der 1993 vom Steinbildhauer Leonhard Eder aus Rheinfelden geschaffen wurde.
Der Brunnen erzählt die Fasnet in figürlicher Form: Etwas abseits steht die personifizierte Fastenzeit, die das Leid und den Ursprung der Fasnet zeigt, während auf der gegenüberliegenden Seite das bunte Treiben und die Lebensfreude der Fasnacht dargestellt werden.
Beerewieble und Kietschock tanzen
Im Zentrum tanzen Beerewieble und Kietschock, Sinnbilder für Leben und Tod, miteinander. Es handelt sich um einen Totentanz, der die Gegensätze zeigt, die das Wesen der Fasnet ausmachen: Während dieser Zeit steht die Welt Kopf, man verkleidet sich und feiert das Leben in all seinen Facetten.
„Die Darstellung ist abstrakt und lässt Raum für Deutung - das ist es, was die Kunst ausmacht“, sagte Greif. Die vier Wasserstrahlen des Unterkirnacher Brunnens stehen für die Jahreszeiten, die Fasnet als fünfte Jahreszeit thront symbolisch darüber.
Die weiteren Figuren zeigen die frühere Unterkirnacher Katzenmusik, eine närrische Tradition, bei der mit lautstarkem Lärm und Spottliedern gesellschaftliche Kritik geübt wurde.
Kunst und Tradition vereint
Für Greif ist der Kieschtock-Brunnen „der schönste Fasnetbrunnen“, weil er Kunst und Tradition auf besondere Weise verbindet.
Zum Abschluss des Festes zeigten die Flegler, wie früher mit Dreschflegeln gearbeitet wurde. Unter Anleitung von Roland Duffner bekamen die Besucher einen Eindruck von dem traditionellen Handwerk.
Das Fest zum 30-jährigen Bestehen bot den Besuchern einen lebendigen Einblick in die Fasnachtstradition der Kieschtock-Zunft und fand großen Anklang.