Kirchen in Bad Dürrheim
: Weihnachten benötigt viele helfende Hände

Wenn am 24. Dezember die Kinder in der Kirche über die schöne Krippe staunen und die Gottesdienstbesucher der Weihnachtsgeschichte lauschen, dann waren viele Helfer am Werk.
Von
Jörg-Dieter Klatt und Martin Gruhler
Oberndorf
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Fleißige Handwerker stellten im Altarraum der katholischen Johannes-Gemeinde die Krippe und die Weihnachtsbäume auf.

Martin Gruhler

Wahrlich nicht zu übersehen ist die gut fünf Meter hohe Tanne aus heimischem Walde im Altarraum der Oberbaldinger Kirche.

Ihr schmaler Fuß ruht im Achsloch eines antiken Transmissionsriemenrades aus Biesingen. Noch steht sie schmuck- und kerzenlos hinter dem Altar und es scheint so, als ob sie auf das Schmücken wartet. Mit geschickten Händen von Kirchendienerin Michaela Vosseler und ihrem Ehemann Christian wird der prächtige Nadelbaum in liebevoller Arbeit zu einem stimmungsgebenden Christbaum verwandelt.

Liegen alle Utensilien parat, werden zunächst die elektrischen Kerzen gleichmäßig an den weit ausladenden Zweigen befestigt. Schwindelfreiheit und ein gewisses akrobatisches Geschick sind notwendig, um die Kerzen an dem nach oben zulaufenden Gezweig zu befestigen. Ein prüfender Blick und kleine Korrekturen zeigen, stellen sicher, dass die Lichtlein gleichmäßig am Baum verteilt erstrahlen können. Dann besteigt auch Michaela Vosseler die Leiter und eine rote Kugel nach der nächsten ziert das Geäst.

Unzählige Strohsterne am Baum

Ob die Farbe Rot wohl die ehemalige Tradition, Äpfel am Christbaum aufzuhängen, imitieren soll?  Mit einer uralten Astgabel werden weiter entfernte  Zweige erreicht. „Dieses Hilfsmittel stammt noch aus der Zeit, als meine Eltern, Irmhild und Erich Schneider aus Unterbaldingen über viele Jahre hinweg hier den Kirchendienst geleistet haben“, so Michaela Vosseler.

Christian und Michaela Vosseler verwandeln einen profanen Tannenbaum in einen festlich geschmückten Christbaum in der Oberbaldinger Kirche.

Foto: Jörg-Dieter Klatt

Unzählige Strohsterne ergänzen die roten Kugeln und signalisieren funkelnde Schneeflocken am Christbaum. Seit Abschluss der Renovierungsarbeiten 2022 hat Michaela Vosseler die Kirchendieneraufgabe in Oberbaldingen übernommen. „Ich sehe meine Arbeit hier als Dienst an und für die Gemeinde“, so die Tochter mit strahlenden Augen. Ehemann Christian weiß aber auch von einem Schreckensmoment zu berichten: „Ich kam vor einigen Jahren in die Kirche und stellte fest, dass sich der am Vortag noch senkrecht stehende Stamm deutlich zur Seite geneigt hatte.“ Behänd gelang es ihm, mit kleinen Keilen den Stamm wieder in die korrekte Lage zu bekommen. So stand einer stimmungsvollen Christvesper nichts mehr Wege.

Krippe lager auf Kirchenbühne

Die zur Weihnacht gehörende Krippe lagert über das Jahr auf der Bühne hoch über den Kirchenbänken der frisch renovierten Kirche. Alexander Demond hat im Zusammenhang mit dem Kirchenumbau eine kleine Krananlage eingebaut, mit deren Hilfe die sperrigen Wände der Krippe auf die Empore herabgelassen werden können.

Die Krippe wird kurz vor Heiligabend von Martina Obermeyer und Helfern in Szene gesetzt.

Der evanglische Pfarrer Bernhard Jaeckel (links) und der katholische Diakon Karl-Heinz Groß haben schon vor Weihnachten Gottesdienstfeiern in den Seniorenheimen.

Foto: Martin Gruhler

In den Tagen vor Weihnachten war ein altbewährtes Helferteam um Messmer Hermann Gleichauf, mit Peter Hall, Guido Kimmich, Hermann Janz und Bernd Hiestand beim Aufbau der Krippe im Gotteshauses nahe dem Altar im Gotteshaus tätig.

Zu Schmücken geht es auf die Leiter

Beim Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums waren Yannik Knörzer und Alina Kienzler auf der Leiter in gefährlichen Höhen von sechs bis sieben Metern tätig. Ex-Feuerwehrkommandant Markus Karrer schaute zunächst skeptisch und dann wohlwollend zu, mit dem Ergebnis, dass der Baum schließlich im rechten Lot stand. Auch etwas trockener Humor wird an der Tanne aufgezeigt: In einem Baumschmuck macht es sich in einer hölzernen Mondsichel ein (B)Engel liegend recht gemütlich.

Im evangelischen Kirchenschiff wurde in diesen Tagen gleichfalls die Krippe aufgestellt, flankiert von geschmückten Weihnachtsbäumen. Ähnlich wie bei den Katholiken wird am Heiligen Abend am Nachmittag ein Kinder-, beziehungsweise Familiengottesdienst gefeiert, noch vor den privaten Feiern mit Bescherung in den Familien wird noch ein allgemeiner Gottesdienst gehalten. Bei den Katholiken wird um 22 Uhr die Christmette gefeiert.

Ökumenische Gottesdienste

In der Vorwoche vor Weihnachten wurden in den Seniorenresidenzen Haus Scheffelhof und Kurstift ökumenische Gottesdienste gefeiert. Eine Tradition die in Bad Dürrheim schon über 15 Jahre hinweg besteht und funktioniert. Pfarrer Bernhard Jaeckel und Diakon Karl-Heinz Groß harmonieren bei den Feiern über die Konfessionen hinweg offenbar immer besonders gut zusammen, denn beide Seelsorger stammen ursprünglich aus der Breisgaumetropole Freiburg, sind also gemeinsam Bobbele.

Pfarrer Jaeckel stellte in seiner Weihnachtspredigt den Titusbrief in den Mittelpunkt. Dort wird ausgesagt, dass Gott in Jesus zu Mensch geworden ist um eben allen Menschen das Heil zu bringen. Diakon Groß las die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium. Mit der Gitarre stimmte Jaeckel während des Gottesdienstes mehrere Weihnachtslieder gekonnt an. Die Senioren sangen kräftig mit und zeigten sich dabei in ihren Herzen sehr berührt.

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