Kinder in VS: Keine Langeweile dank Ferienprogramm

Das Kinderferienprogramm der Stadt Villingen-Schwenningen ist beliebt und hat eine lange Tradition. Hier ein Bild vom Zirkus-Workshop mit Georg „Jury“ Thomas aus dem Jahr 2015. (Archivfoto)
Birgit HeinigSeit über 50 Jahren gibt es in Villingen-Schwenningen keine Langeweile dank Ferienprogramm: „Sei kein Frosch, mach mit“ – so lautete das Motto des ersten Ferienprogramms der Stadt im Jahre 1973.
Das zweiwöchige Programm, organisiert von der Stadtjugendpflege, war damals einzigartig in Baden-Württemberg und hatte einiges zu bieten, heißt es in einer Mitteilung. Neben Tagesfahrten zum Beispiel nach Stuttgart in die Wilhelma oder an den Bodensee, für die die Kinder direkt in ihrem Wohngebiet per Bus abgeholt wurden, gab es auch Spiel und Spaß direkt vor Ort.
Kein Wunder, dass das Ferienprogramm direkt ein Erfolg wurde. In den folgenden Jahren wurde es daher stetig ausgebaut und verlängert, so dass im Jahr 1975 ein sechswöchiges Programm mit 85 Einzelveranstaltungen in elf Stadtteilen geboten werden konnte.
1978 kam zum ersten Mal der Spielebus zum Einsatz
Mit dabei war das „Kunterbunte Spielekarussell“ mit großer Tierschau, Ponyreiten und Spielothek. Eine Anmeldung war nicht nötig, man konnte nach Lust und Laune einfach vorbeikommen. Das krönende Finale ging auf dem Hubenloch über die Bühne. Dort wurde das große Abschlussfest mit Zirkusprogramm, Malwänden, Kinderdisco, Ponyreiten und Fahrten in Polizei- und Feuerwehrwagen gefeiert.
1978 kam zum ersten Mal der Spielebus zum Einsatz, ein bemalter, umgebauter ehemaliger Berliner Doppeldecker.

Der Flyer zum Ferienprogramm 1975
Foto: Nina SchmidtAll dies war nur durch den unermüdlichen Einsatz von freiwilligen, zumeist jugendlichen, Helfern möglich.
Von Beginn an war es das Ziel, Jungen und Mädchen aus allen Gesellschaftsschichten anzusprechen. Mehrfach wurde Kindern aus sozial schwächeren Familien die Teilnahme am Ferienprogramm durch Firmen- oder private Spenden ermöglicht. Das großangelegte Ferienprogramm der Stadt war so einzigartig in der Bundesrepublik, dass die Europa-Welle-Saar 1976 eine Sendung zu dem Thema produzierte.

Grußworte vom damaligen Oberbürgermeister Gerhard Gebauer.
Foto: Nina SchmidtDem großen Anklang zum Trotz, musste die Stadt Ende der 70er-Jahre das Budget für das doch recht kostspielige, Ferienprogramm kürzen. Durch Spenden und Beiträge konnte es jedoch fortbestehen, wenn auch teilweise in etwas kleinerem Rahmen.
Erfolgsgeschichte setzt sich fort
Ab den 80er-Jahren wurde der Familienfreizeitpark stark in das Ferienprogramm miteinbezogen. Teilweise wurden bis zu 2000 Besucher pro Tag verzeichnet, und es wurde eine extra Haltestelle für den Linienbusverkehr eingerichtet. Geboten wurden über die Jahre Zirkus- und Akrobatikkurse, Kinderdisco und Politikerfragestunden sowie vieles, vieles mehr. So setzte sich die Erfolgsgeschichte des Ferienprogramms auch in diesem Jahrzehnt fort.

So konnte man sich 1975 für die einzelnen Angebote anmelden.
Foto: Nina SchmidtHeutzutage heißt das Ferienprogramm „Endlich Ferien“ und feiert in dieser Form 20-jähriges Bestehen. Viele lokale Vereine und Einrichtungen sind stark in das Programm eingebunden und gewähren Einblicke hinter die Kulissen und in ihre alltägliche Arbeit.
Das Programm und die Möglichkeit sich anzumelden finden Interessierte auf der Webseite der Stadt Villingen-Schwenningen unter www.villingen-schwenningen.de. Mit über 130 Veranstaltungen kommt auch heutzutage keine Langeweile auf.