Jubiläum in Schwenningen: Mehr als Liebe zur Kaninchenzucht

Holger Haller führt seit mittlerweile 25 Jahren den Schwenninger Kaninchenzüchterverein.
Jochen Schwillo- Der Verein Z 148 Schwenningen feiert am 18. und 19. Juli „125+1 Jahre“ im Hasenhaus.
- Programm: Samstag ab 14 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr – am Sonntag tritt Werner Faude auf.
- Der Verein besteht seit 1900; Hasenhaus wurde 1930 eingeweiht und prägt bis heute das Vereinsleben.
- Seit Januar 2001 führt Holger Haller den Verein; er betont Tierwohl und moderne Tierschutzstandards.
- Herausforderungen sind Nachwuchs, Kosten und Digitalisierung, doch die Gemeinschaft bleibt stark.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Fest hätte bereits vergangenes Jahr stattfinden sollen, wurde aber aus organisatorischen Gründen verschoben.
Gefeiert wird im Hasenhaus an der Dauchinger Straße 160 – am Samstag ab 14 Uhr, am Sonntag ab 10 Uhr. Für musikalische Unterhaltung ist gesorgt, und am Sonntagnachmittag tritt Werner Faude, die Stimme von Roy Black, auf.
Die Wurzeln des Vereins reichen zurück bis zum 13. Juni 1900, als mehrere Züchter im Gasthof Pfauen den Verein gründeten. Erster Vorsitzender war Karl Schopfer. 1907 übernahm Wilhelm Öhler und führte die Schwenninger Züchter zu ersten Erfolgen auf großen Ausstellungen.
Ihm folgten Josef Jauch und 1912 Adolf Klauser, der die Landesausstellung nach Schwenningen holte – ein Meilenstein für den jungen Verein.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam das Vereinsleben zum Erliegen. 1920 wurden zwei zwischenzeitlich entstandene Vereine wieder zusammengeführt, Josef Thoma übernahm den Vorsitz, und die Mitgliederzahl stieg auf 200.
Hasenhaus wird eingeweiht
1929 setzte Wilhelm Lauffer den Bau des Hasenhauses durch, das 1930 eingeweiht wurde. Nach Lauffers Tod führte Stöckler den Verein weiter, bis er 1966 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat.
Sein Nachfolger wurde Wilhelm Jauch – eine prägende Persönlichkeit der Schwenninger Kaninchenzucht. Während seiner 13‑jährigen Amtszeit wurden das Vereinsheim renoviert, die Frauengruppe gegründet und viele Jugendliche für die Zucht begeistert.
Erfolge der Züchter
Die Züchter feierten Erfolge auf Kreis‑, Landes‑ und Bundesschauen. Ein Höhepunkt war das Jubiläum zum 75‑jährigen Bestehen 1975 in der Messehalle. 1976 entstand unter Jauchs Leitung die eigene Ausstellungshalle. 1998 erhielt an Erinnerung an den Ehrenvorsitzenden die Ausstellungshalle den Namen Wilhelm‑Jauch‑Halle.
Nach Jauch folgten Rudolf Lengert, 1984 Ernst Götz, 1994 Peter Heintzel und 1996 Klaus Hohmann, unter dem die neue Zuchtanlage geplant und 2000 fertiggestellt wurde.
Seit 25 Jahren an der Spitze
Im Januar 2001 wurde der damals erst 21‑jährige Holger Haller zum Vorsitzenden gewählt. Er führt mittlerweile den Verein seit 25 Jahren, unterstützt von Udo Rothbauer, als Vize-Vorsitzenden, Antje Rothbauer als Schriftführerin und Andrea Katz als Schatzmeisterin.
Andere Herausforderungen
Haller betont, dass ein Verein mit 126 Jahren Geschichte heute andere Herausforderungen bewältigen muss als früher. Tierwohl, artgerechte Haltung und verantwortungsvolle Zucht stehen im Mittelpunkt. Vereine müssen zeigen, dass Gesundheit und Wohl der Tiere oberste Priorität haben und moderne Tierschutzanforderungen umgesetzt werden.
Gleichzeitig wird es schwieriger, junge Menschen für die Kaninchenzucht zu begeistern, weiß Holger Haller. Freizeitangebote sind vielfältig, Wissenstransfer und Mitgliederbindung werden wichtiger. Steigende Kosten für Futter, Haltung und Ausstellungen belasten die Vereine ebenso wie die Digitalisierung, die neue Wege der Kommunikation erfordert.

Das Schwenninger Hasenhaus gibt es seit 1930. In der Vereinsgaststätte wurde schon immer die Kameradschaft gepflegt, wie das historische Foto dokumentiert.
VereinViele Zuchtgemeinschaften sehen sich zudem in der Verantwortung, seltene Rassen zu erhalten und damit genetische Vielfalt zu sichern. Trotzdem sieht er Chancen: moderne Vereinsarbeit, Angebote für Familien und Jugendliche, offene Öffentlichkeitsarbeit und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Der Verein selbst veranstaltet jährlich das Sommerfest und die Lokalschau mit Vereinswettbewerb und nimmt regelmäßig an Kreis‑, Landes‑, Clubs‑ und Bundesschauen teil.
Blick hinter Kulissen
Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie viel Arbeit im Unterhalt des Hasenhauses steckt. Ohne engagierte Mitglieder, Wirtsleute und die Haus‑ und Hofwarte wäre der heutige Zustand nicht möglich. Zwei Wirtegruppen kümmern sich zuverlässig um die Gäste.
Beliebter Treffpunkt
Das Hasenhaus ist längst ein beliebter Treffpunkt für Familien, Paare und Besucher jeden Alters. Zwei Haus‑ und Hofwarte investieren wöchentlich mehrere Stunden in die Pflege der Außenanlage. Auch die Züchter selbst arbeiten regelmäßig im Vereinsheim, um Zuchtanlage, Ausstellungshalle und Gelände in Schuss zu halten.
„Was unseren Verein seit 126 Jahren ausmacht, ist nicht nur die Liebe zur Kaninchenzucht, sondern vor allem die Gemeinschaft“, sagt Holger Haller. „Ohne die vielen Helfer gäbe es das Hasenhaus, die Zuchtanlage und unsere Ausstellungen in dieser Form nicht.“
126 Jahre nach der Gründung zeigt sich der Kaninchenzüchterverein Z 148 Schwenningen lebendig, engagiert und fest in der Stadtgesellschaft verankert – mit Stolz auf die eigene Geschichte und Zuversicht für die Zukunft.
