IHK Schwarzwald-Baar
: Internationale Märkte bleiben herausfordernd für lokale Unternehmen

US-Zölle, neue IT-Systeme und die EU-Verpackungsverordnung setzen Unternehmen unter Druck. Der IHK-Außenwirtschaftsausschuss Schwarzwald-Baar zeigt Chancen und Risiken auf.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Zollabwicklung und EU-Verpackungsverordnung waren zentrale Themen des IHK-Außenwirtschaftsausschuss im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen.

Caroline Augustinovic/IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit und regulatorische Anforderungen an regionale Unternehmen standen laut Pressemitteilung im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Außenwirtschaftsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Auf der Agenda des Treffens im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen standen die nach wie vor unberechenbare Zollpolitik der US-Administration und die damit verbundenen Risiken für die exportorientierte Wirtschaft in der Region sowie die EU-Verpackungsverordnung, auf die sich Unternehmen bis spätestens Mitte August vorbereiten müssen.

Der US-Markt biete weiterhin große Chancen für exportorientierte Unternehmen in der Region, doch die unberechenbare Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten bleibt nach wie vor eine Herausforderung und ist mit hohen Kosten und Unsicherheiten für die Unternehmen verbunden – so das Fazit der im IHK-Außenwirtschaftsausschuss vertretenen Unternehmen.

Ein Augenmerk wurde deshalb auf das ACE-Zollsystem (Automated Commercial Environment) gelegt. Dieses zentrale IT-System des US-Zolls wickelt Import- und Exportprozesse elektronisch ab. Als sogenannte „Single Window“ soll es für Sicherheit im US-Handel sorgen, indem es die Kommunikation zwischen der Industrie und verschiedenen US-Behörden bündelt und die Einhaltung von Vorschriften erleichtert.

Erhebliche Ersparnisse

Cornelius Weber und Charles Barber von Flexport Inc., ein amerikanischer digital operierender Logistiker, zeigten die Möglichkeit von Zoll-, Steuer und Gebührenerstattungen (US Duty Drawback) auf, mit denen Unternehmen erhebliche Ersparnisse erzielen könnten.

Vorbereitet sein müssen Unternehmen auch auf die regulatorischen Anforderungen bei der EU-Verpackungsverordnung. Christoph Petri von der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin erläuterte, „dass Unternehmen spätestens bis zum 12. August dieses Jahres ihre Rolle als Hersteller beziehungsweise Erzeuger von Verpackungen klären müssen“.

Umsetzung regulatorischer Vorgaben

Zudem seien Bevollmächtigte in den einzelnen EU-Staaten zu benennen, sofern es keine eigenen Niederlassungen gibt. Konformitätserklärungen sowie weitere erhebliche Dokumentationen seien erforderlich. „Bei Importen aus Drittstaaten ist im Hinblick auf die Dokumentationen alleinig der deutsche Importeuer für die Einhaltung der EU-Verpackungsverordnung voll verantwortlich“, so Petri.

Die IHK unterstützt und berät Unternehmen bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben. „Durch die Mitarbeit im Außenwirtschaftsausschuss der IHK behalten Unternehmen den Überblick über die Entwicklungen im internationalen Handel. Aktuelle Sanktionen, Neuregelungen bei Kleinsendungen, Reformen im Außenwirtschaftsrecht, neue Freihandelsabkommen wie beispielsweise Mercosur, US-Zölle, die Entwaldungsverordnung sowie das CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) sind nur eine Auswahl an aktuell relevanten Themen“, so Bernd Seemann von der Aesculap AG in seiner Funktion als Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses.

Die IHK-Vollversammlung

Der IHK-Außenwirtschaftsausschuss ist das beratende Gremium des Wirtschaftsparlaments – der IHK-Vollversammlung – in allen außenwirtschaftlichen Angelegenheiten. In dem Gremium nehmen regelmäßig auch Gäste wie jüngst Gunnar Mey teil, der neue Geschäftsführer der Standortförderungsagentur Baden-Württemberg International (bw-i). Die Mitglieder beraten regelmäßig über aktuelle außenwirtschaftsrechtliche Themen und erarbeiten Ideen zur Stärkung der Rahmenbedingungen.

Bei Interesse an einer Mitarbeit steht IHK-Außenwirtschaftsexperte Jörg Hermle telefonisch unter 07721/92 21 23 oder per Mail an hermle@vs.ihk.de zur Verfügung.

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