Giftpflanze im Schwarzwald-Baar-Kreis: Verband sieht Defizite beim Kampf gegen den Riesenbärenklau

Achtung vor Verbrennungen: Der Riesenbärenklau ist hochgiftig.
dpa/Carsten RehderBis zu dreineinhalb Meter groß kann der Riesenbärenklau werden – er wird auch als „Herkulesstaude“ oder „Herkuleskraut“ bezeichnet.
Außerdem ist er ein sehr toxisches Gewächs, Hautkontakt kann Verbrennungen dritten Grades auslösen. Und das Gewächs, das im 19. Jahrhundert als Zierpflanze aus dem Kaukasus nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde, verdrängt heimische Arten.
Kritik an der Zusammenarbeit
Stefan Walther ist Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Schwarzwald-Baar-Kreis (LEV). Er sieht Defizite beim Kampf gegen den Riesenbärenklau. Seiner Meinung nach lässt die Zusammenarbeit der Verantwortlichen zu wünschen übrig. „Alle invasive Arten sind auf dem Vormarsch. Es wird versucht, sie aufzuhalten, aber dazu müssten alle an einem Strang ziehen“, sagt er. „Manche Kommunen sind da sehr tätig, andere sehr nachlässig.“
Der Geschäftsführer des Verbands kritisiert aber indirekt auch das Land Baden-Württemberg. Er gibt ein negatives Beispiel: In der Nähe einer Büffelweide in Bad Dürrheim „kommt der Riesenbärenklau auf über drei Hektar vor und breitet sich immer mehr aus“. Der Eigentümer der Fläche ist laut Walther das Land Baden-Württemberg im Zuständigkeitsbereich der Anstalt des öffentlichen Rechts Forst (Forst BW). Die Forstanstalt weigere sich schon seit Jahren etwas gegen den Riesenbärenklau zu unternehmen. Die Begründung von Forst BW gegenüber Walther: Dort gebe es keine Verkehrssicherungsprobleme.
Walther vom LEV findet die Situation in Bad Dürrheim allerdings trotzdem problematisch. Samen der Giftpflanze würden vor Ort immer wieder im Fluss Stille Musel landen, so Walther. „Das heißt alle Bekämpfungsmaßnahmen entlang der ’Stillen Musel’ sind nicht von Erfolg gekrönt, da von dieser Fläche aus immer wieder Samen eingetragen werden.“
Herausforderungen bei der Beseitigung
Doch was sind die Herausforderungen bei der Beseitigung? Stefan Walther spricht von hohen Kosten, die dabei anfallen können. Wenn sich der Riesenbärenklau erst einmal über große Flächen ausgebreitet habe, sei er überhaupt nicht mehr in den Griff zu kriegen. Dann koste die Bekämpfung schnell mehrere Tausend Euro, erklärt der Geschäftsführer.
Walther klagt zudem: „Pflanzen samen aus und lassen sich dabei nicht von Grundstücksgrenzen aufhalten. Manche entsorgen ihren Gartenschnitt auf einer freien Fläche. Das ist illegal und kann die Ausbreitung invasiver Arten beschleunigen.“
Indes sieht es rechtlich so aus: Wohnungs-, Haus- und Grundstückseigentümer haben bei Grundstücken die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, dass Dritte vor Ort vor Gefahren geschützt werden müssen. Als Giftpflanze kann der Riesenbärenklau durchaus gefährlich sein. Auch deshalb ist es laut Stefan Walther in aller Interesse, die Ausbreitung des Riesenbärenklaus zu verhindern.
Auch andere Giftpflanzen bereiten Probleme
Und wie sieht es eigentlich mit anderen invasiven Arten aus? Im Schwarzwald-Baar-Kreis gibt es ein Meldeportal für invasive Arten mit einer Karte. Neben dem Riesenbärenklau sind dort unter anderem die Vielblättrige Lupine, die Kanadische Goldrute und der Japanische Staudenknöterich eingetragen. „Der Japanische Staudenknöterich kann Erosionen und Gebäudeschäden verursachen“, erklärt Walther und berichtet, dass man dessen Ausbreitung überhaupt nicht im Griff habe.