Gewerbeschule Villingen-Schwenningen
: Ingo Friedrich geht in den Ruhestand

16 Jahre lang war der Lehrer aus Obereschach stellvertretender Leiter der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen. Er war mit dem Schicksalsfaden an die Schule gebunden.
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(red/pm)
Oberndorf
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Der scheidende stellvertretende Schulleiter Ingo Friedrich posiert zum Abschied in seinem Büro in der Gewerbeschule, an der Wand ein selbst gelegtes Puzzle.

Gewerbeschule

Ingo Friedrich aus Obereschach blickt auf eine Berufslaufbahn zurück, die am selben Ort endet, an dem sie einst auch anfangen hatte.

Friedrich, der seit 1993 als Lehrer an Beruflichen Schulen arbeitet, begann 1976 eine Lehre zum Werkzeugmechaniker an der Hans-Kraut-Gewerbeschule, die heute Gewerbeschule Villingen-Schwenningen heißt. Damals stellten die zwei großen Arbeitgeber, Saba und Kienzle Apparate, 50 junge Leute pro Jahr als Lehrlinge ein. Friedrich musste sich umorientieren, nachdem er nach der achten Klasse das Gymnasium für beendet erklärt hatte.

Nach drei Jahren als Geselle nahm er 1982 einen neuen Anlauf und holte den Mittleren Abschluss nach und gleich im Anschluss, bis 1986, das Abitur am Wirtschaftsgymnasium. Im Galopp ging es weiter mit dem Studium der Feinwerktechnik an der Fachhochschule Ulm, die er 1990 als Ingenieur abschloss. Drei Jahre lang arbeitete er bei einem Esslinger Unternehmen, bis das Schicksal wieder Fährte aufnahm und ihm eine Anzeige unter die Augen kommen ließ. Es wurden Ingenieure für Berufliche Schulen gesucht, und eine Freundin riet ihm, sich zu melden, denn das sei das Richtige für ihn, hatte er doch schon als Jugendtrainer im Fußball pädagogische Erfahrung gesammelt.

Die andere Seite des Pults

Schon war Friedrich wieder in der Schule, nur auf der anderen Seite des Pults, und zwar an der Gewerbeschule Waiblingen. In den zwei Jahren des Direkteinsteiger-Lehrgangs wurde er zum Gewerbeschulrat geformt. 2000 ließ er sich wegen seiner Eltern nach Villingen-Schwenningen versetzen.

Der damalige Schulleiter Ernst Zäh hat ihn dann überzeugt, den Aufstiegslehrgang zum Studienrat zu machen. In Zähs Hinterkopf war Friedrich sein nächster „Abteilungsleiter Metall“. Nach zwei Jahren übte er diese Funktion zunächst kommissarisch aus. Etwas mehr als 20 Jahre nach seiner Abwendung vom Gymnasium suchte die Gewerbeschule einen stellvertretenden Schulleiter, und dieses Mal war es Friedrich selbst, der seinen Hut in den Ring warf.

Als „Innenminister“ der Schule im Einsatz

2008 wurde Friedrich dieses Amt in die Hände gegeben, das er als „Innenminister“ der Schule bezeichnet im Gegensatz zum Schulleiter, der der „Außenminister“ sei. Seine Arbeitstage waren lang, elf Stunden eher die Regel als die Ausnahme. Als der Nachfolger Zähs, Werner Weber, krank wurde, übte Friedrich ein Jahr in Personalunion das Amt des stellvertretenden und des kommissarischen Schulleiters aus.

Seine Frau Heidi habe ihm all die Jahre den Rücken freigehalten. Die Frage, ob er je Schulleiter habe werden wollen, verneint Friedrich. Als Schulleiter habe man so viele Aufgaben zu erledigen, die mit dem Kerngeschäft des Lehrers nichts mehr zu tun hätten, aber er habe unterrichten wollen.

In seinem Unterricht habe er immer auch mit seinem eigenen Beispiel für die Möglichkeiten nach der Lehre geworben, was verfangen zu haben scheint. Denn eine seiner früheren Schülerinnen, die eine Lehre zur Industriemechanikerin machte, hat nach einem Ingenieursstudium den Weg zur Lehrkraft an der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen gefunden.

Tagesgeschäft mit vielen Aufgaben

Seit seinem Amtsantritt als „Innenminister“ hat Friedrich 16 Jahre lang dem Schul- und Bildungswesen in dieser Funktion gedient. Im Tagesgeschäft hat Friedrich den Vertretungsplan erstellt, Abschlussprüfungen organisiert oder die Vorschriften und Verordnungen in der Pandemie umgesetzt.

In den vergangenen Jahren hat Friedrich große Unterstützung erfahren, als er schwer erkrankt war und schrittweise wiedereingegliedert wurde. Mit Dankbarkeit erzählt er von diesem Schutz durch seinen Dienstherrn, und ebenso dankt er dem Kollegium und dem Leitungsteam um Schulleiter Svjetlan Magazinovic.

Dank für Lebensleistung

Jetzt wurde Ingo Friedrich mit den besten Wünschen für seine Gesundheit sowie mit Respekt und Dank für seine Lebensleistung in den Ruhestand verabschiedet, den er mit seiner Frau Heidi und möglicherweise einem neuen Hund mit Sport, Lesen, Musikhören und Puzzeln verbringen wird.

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