Gärten in VS
: So wird dem Unkraut der Garaus gemacht

Gärtner freuen sich gerade über das abwechslungsreiche Wetter. Alles grünt und gedeiht – leider auch das Unkraut.
Von
(red/pm)
Oberndorf
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Wo es grünt und blüht fühlt sich auch der Schmetterling wohl. Hobbygärtner sollten auch seinetwegen einige Regeln beachten.

dpa/Patrick Pleul

Doch wer das Unkraut bekämpfen möchte, muss sich an einige Regeln halten.

Das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis macht darauf aufmerksam, dass Herbizide nicht auf befestigten Flächen verwendet werden dürfen – und gibt den Kreisbewohnern wertvolle Tipps.

Kerstin Simon vom Landwirtschaftsamt erklärt: „Auf versiegelten Flächen besteht die Gefahr, dass die Mittel in Gewässer oder die Kanalisation, in Straßenabläufe oder Regen- und Schmutzwasserkanäle abgeschwemmt werden“. Auf nicht pflanzenbaulich genutzten Flächen, wie beispielsweise auf Wegen, Plätzen, Hof- und Betriebsflächen oder Garagenzufahrten, ist es deshalb nicht erlaubt, Herbizide anzuwenden.

Doch wie kann man dem Unkraut effektiv und umweltfreundlich den Gar ausmachen?

Die Tipps der Fachfrau

Die Pflanzenbauberaterin rät zur nichtchemischen Unkrautbekämpfung. „Flächen wie Wege oder Plätze, die nicht zum Gärtnern genutzt werden, kann man gut frei vom Unkraut halten, indem man oberflächig die Pflastersteine mit einer Wildkrautbürste abbürstet oder mit einem Fugenkratzer abkratzt. Aber auch thermische Verfahren funktionieren gut, beispielsweise mit einem Abflammgerät. Wobei man dabei wegen der Brandgefahr vorsichtig sein sollte. Möglich sind auch Infrarotbrenner oder Heißwassergeräte.“

Die thermische Unkrautbekämpfung basiert darauf, dass bei Temperaturen von 60 bis 70 Grad das Eiweiß in den Pflanzenzellen zerstört wird und das Gewebe abstirbt. Ein tatsächliches Verbrennen der Pflanze ist nicht notwendig und aus Sicherheits- und energetischen Aspekten nicht sinnvoll.

Ob das Gewebe ausreichend erhitzt wurde, kann durch den Fingerabdruck-Test geprüft werden: Bleibt nach dem Druck des Blattes mit zwei Fingern ein schwarzer Abdruck im Pflanzengewebe, so war die Hitzeeinwirkung ausreichend. „Sind die Flächen allerdings sehr stark vom Unkraut befallen, empfiehlt es sich, zuerst mechanisch vorzugehen. Langfristig lohnen sich tiefenwirksame, thermische Folgebehandlungen. Wer die Flächen regelmäßig reinigt, vermindert dadurch, dass weniger Samen die Chance haben, zu gedeihen“, so Kerstin Simon.

Gute alte Hausmittel?

Und was ist mit alten „Hausmitteln“? Können diese ohne Probleme zur Unkrautvernichtung angewandt werden? Kerstin Simon weist darauf hin, dass es hier oft zu Missverständnissen kommt.

„Viele denken, dass es sich bei den alten Hausmittelchen ja um Nahrungsmittel handelt, und diese problemlos für die Unkrautvernichtung verwendet werden dürfen. Das ist aber ein Irrtum!“, weist Kerstin Simon hin. Zum Beispiel kommen Essig und Salz oftmals nicht nur auf den Tisch zum Verzehr, sondern auch in den Garten zur Unkrautbekämpfung. „Sobald diese Hausmittel im Garten verwendet werden, muss man den Pflanzenschutz berücksichtigen.“

Auch Steinreiniger, Grünbelagsentferner und ähnliches darf nur für den ursprünglichen Zweck und nicht zur Unkrautbekämpfung verwendet werden.

Ihre Empfehlung: Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten einer alternativen Unkrautbekämpfung gibt das LTZ-Merkblatt „Unkrautbekämpfung auf Wegen, Plätzen und befestigten Flächen“ (www.ltz-augustenberg.de >Kulturpflanzen >Haus- und Kleingarten >Pflanzenschutz)

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