Forschung in VS
: Hightech made im Schwarzwald-Baar-Kreis

Technologietage zeigen Innovationen aus der Region.
Von
(red/pm)
Oberndorf
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Technik erleben und verstehen: Das direkte Gespräch und die praxisnahen Demonstrationen standen im Mittelpunkt des ersten Tages.

Markus Ulmer/Technology Mountains

Wie aus Ideen greifbare Produkte werden, das zeigte das Hahn-Schickard-Institut für Mikro- und Informationstechnik gemeinsam mit dem Technologieverbund Technology Mountains bei den Technologietagen „Mountains meet Technologies – Visions to Products“.

Zwei Tage lang drehte sich in Villingen-Schwenningen alles um innovative Mikrosystemtechnik, Künstliche Intelligenz, smarte Systeme und Technologietransfer – mit direktem Zugang zu Labors, Expertinnen und Experten sowie zahlreichen Demonstrationen.

Der Ansatz „Visions to Products“ – also die gezielte Übertragung von Forschung in marktfähige Produkte – durchzog das gesamte Programm. Von der ersten Idee über Entwicklung und Prototyping bis zur Kleinserienfertigung unterstützt Hahn-Schickard Unternehmen mit anwendungsnaher Forschung.

Mittelgroße Betriebe profitieren

Gerade kleine und mittlere Betriebe profitieren dabei von der engen Zusammenarbeit, informiert die Hahn-Schickard-Gesellschaft. „Wir zeigen, wie angewandte Forschung nicht nur in Laboren bleibt, sondern ihren Weg in die Realität findet – als greifbares Produkt mit echtem Mehrwert für die Industrie“, erklärten Professor Alfons Dehé und Professor Oliver Amft, beide Institutsleiter bei Hahn-Schickard. „Diese Nähe zur Anwendung ist unser Anspruch und unser Antrieb.“

Besonderes Highlight des ersten Tages waren die geführten Labtouren, die den rund 80 Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und marktfähige Entwicklungen ermöglichten. So präsentierte beispielsweise das Akustiklabor einen neuartigen Mikro-Lautsprecher, der statt klassischer Membranen seitlich vibrierende Mini-Strukturen nutzt – vergleichbar mit einer winzigen Ziehharmonika. Trotz Fingernagelgröße erzeugt das Bauteil eine beeindruckende Klangfläche, ideal für Anwendungen in In-Ear-Kopfhörern oder industriellen Überwachungssystemen.

Einsatz bei Sportveranstaltungen

Auch im Labor der thermischen Sensorsysteme wurde Zukunft greifbar. Hier wurde ein hochsensibler Windsensor entwickelt, der die Windgeschwindigkeit über die Abkühlung einer beheizten Membran misst. Er liefert präzise Echtzeitdaten, ist dabei resistent gegenüber Schmutz und Alterung – ideal für den Einsatz bei internationalen Sportveranstaltungen, bei denen auf jedes Zehntel ankommt.

Der smarte Wohnwagen „SmaC“, ausgestattet mit modernster Smart-Home-Technik, zeigte wie intelligente Gebäudeautomation auf kleinstem Raum funktioniert. Licht, Klima, Sicherheit – alles zentral gesteuert per App oder Sprache. Der Prototyp, der bundesweit unterwegs ist, soll Hausautomation für ein breites Publikum erlebbar machen.

Am zweiten Tag wurden die Laboreindrücke im World Café vertieft. An vier Thementischen wurde offen diskutiert mit bunten Pinnwänden, vielen Fragen und noch mehr Ideen. „Wir haben gespürt, wie wichtig der persönliche Austausch für den Innovationsprozess ist“, resümierten die Institutsleiter. „Das Format öffnet Türen für neue Partnerschaften, abseits von klassischen Vorträgen.“

Innovation in die Breite tragen

Technology Mountains-Geschäftsführerin Daniela Jardot zog ebenfalls ein positives Fazit: „Unsere Aufgabe ist es, Innovationen in die Breite zu tragen – über Branchengrenzen hinweg. Die Technologietage machen erlebbar, wie aus Technologie konkrete Wertschöpfung entsteht. Dass Vertreter des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg und das Netzwerk der Technologietransfermanager als Partner in die Veranstaltung eingebunden waren, zeigt umso mehr: Zielgerichtete Innovationspolitik braucht Plattformen wie diese, um Unternehmen den Zugang zu neuen Technologien zu ermöglichen.“

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