Finanzen Villingen-Schwenningen: Jahresabschlüsse jahrelang im Rückstand – Stadt zahlt für externe Hilfe

Die Stadt Villingen-Schwenningen muss ihre Jahresabschlüsse nachholen – beginnend ab 2020. Die Verwaltung schafft die Aufarbeitung nicht allein, weshalb bereits externe Hilfe im Einsatz ist.
Foto: © foto_tech – stock.adobe.comDer Gemeinderat hat in seiner letzten öffentlichen Sitzung einstimmig beschlossen, externe Beratungsleistungen für die Erstellung des Jahresabschlusses 2022 zu vergeben.
Den Zuschlag erhält erneut die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl und Partner. Die Kosten belaufen sich auf rund 200 500 Euro brutto.
Hintergrund ist der erhebliche Rückstau bei den städtischen Jahresabschlüssen. Aufgrund der Umstellung auf das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen musste zunächst eine Eröffnungsbilanz zum Stichtag 1. Januar 2020 erstellt werden.
Diese wurde jedoch erst im Jahr 2025 endgültig festgestellt. In der Folge konnten die Jahresabschlüsse ab 2020 bislang nicht fristgerecht erarbeitet werden.
Es fehlt am Personal
Die Verwaltung machte deutlich, dass sie die Aufarbeitung der Rückstände personell nicht alleine bewältigen kann. „Ich hab’ einfach nicht die Leute, die das machen können“, sagte Hans Kech, Leiter des Amtes für Finanzen und Controlling. Bereits bei der Eröffnungsbilanz sowie den Jahresabschlüssen 2020 und 2021 hatte die Stadt daher externe Unterstützung in Anspruch genommen.
Für den Jahresabschluss 2022 soll nun erneut auf ein Ausschreibungsverfahren verzichtet werden. Begründet wurde dies mit der engen fachlichen Verzahnung der bisherigen Arbeiten. Ein Wechsel des Dienstleisters würde aus Sicht der Verwaltung zusätzlich Zeit und Geld kosten.
Umstellung auf SAP naht
Die Dringlichkeit des Themas wurde im Rat mehrfach betont. Zum einen fordert die Rechtsaufsicht seit Längerem, dass Villingen-Schwenningen bei den Jahresabschlüssen wieder gesetzeskonform vorankommt. Zum anderen ist ein aufgearbeiteter Rechnungsbestand Voraussetzung für die geplante Umstellung des Finanzsystems auf SAP zum 1. Januar 2028. Dafür muss die Stadt spätestens bis einschließlich 2026 belastbare Abschlüsse vorlegen.
Trotz einzelner kritischer Anmerkungen fiel die Zustimmung im Gremium einhellig aus. Oberbürgermeister Jürgen Roth stellte klar, dass der Stadt hier auch gar kein Handlungsspielraum bleibe. Am Ende stimmte der Rat dem Beschlussantrag einstimmig zu. Damit ist der Weg frei für die externe Erstellung des Abschlusses und einen weiteren Schritt beim Abbau des jahrelangen Rückstaus in der städtischen Rechnungslegung.
