Fasnet in Villingen: Alte Jungfere ganz jung – die schönsten Bilder
Die hatten sich, wie es sich für den Jungfere-Obed gehört, für den Ball extrem schön gemacht und boten mit ihren eleganten Roben wieder einmal ein herrliches Bild.
Schon der Prolog mit Prinzessin Kiri Lauterbach deutete es an: Es gibt viel Neues zu bestaunen, der Kreis der Akteurinnen ist wieder gestiegen, ein kunterbuntes Grüpplein hat sich gefunden und harmoniert schon beim ersten Auftritt perfekt.
Deshalb galt von Anfang an: „Manege frei für den Jungfere-Zirkus“ in dem Spaßmacher, Jongleure, Musik-Virtuosen, Balletteusen und allerlei Zauberei die Bühne eroberten.
Zwei Grazien im Tütü
So richtig talentiert kamen da zwei Grazien im Tütü und gewaltigem Federkopfschmuck allerdings nicht daher. Zwar schoben sich beide ihre körperlichen Defizite gegenseitig in die (Ballett-) Schuhe: „Du ghörsch nit zur Gattung Tanzmaus, sondern eher zur Gattung Tanzmausbolle un bisch beweglich wie Zement“.
Auch der Wunsch, einmal den „Sterbenden Schwan“ zu tanzen scheint in weiter Ferne: „Bi dir langts nu zu ere tote Ente“. Die angesetzten Tanzübungen zeigen schnell – besser das Metier wechseln, bevor noch etwas schmerzhafteres passiert, als ein Muskelkater. „Die Salbung mit dem Franzbranntwein könnt sonst die letzte Ölung sein“.
Kein Glück in der Liebe
Kein Glück in der Liebe hatte der Lustige Augustin – zeigte sich zusammen mit dem Harlekin allerdings musikalisch besonders glücklich. So konnte er sich trotz nix amore und Prügel vom Ehemann doch noch seines Lebens freuen und auf die Gass gehen. „Oh Jesses, wa kunnt au do us em Zylinder?“ Der Zauberer wollte eigentlich einen Traumhasen, klein und kuschelig erscheinen lassen – was kam, war ein „Mordsdrumm vu me Has“, der sich schon als Osterhas, Stallhas und Angsthas versucht hatte.
Wenn man schon keine wilden Tiere im Zirkus zeigen kann, dann steigt Frau halt mal ins Tigerkostüm – so richtig süchtig macht das nicht, eher streitsüchtig: „Warum häsch du denn soviel Runzle im Gsicht – am Hintere hetsch doch vil me Platz ghet“. Am Ende bleibt nur noch der Traum vom Muskelkater, der die Laune hebt.
Beim Zirkus Sarrasani ist die Stimmung auch nicht so gut: Die Schlangenfrau darf wegen Tierverbot nicht auftreten, die zersägte Jungfrau bleibt mangels derselbigen auf der Strecke – obwohl man sogar Schwenningerinnen genommen hätte! Jetzt muss man halt aus dem Programm rausholen, was geht.
Evi Blaser und der OB
Was immer besonders gut geht, ist der Auftritt der Oberjungfer Evi Blaser. Als Popcorn-Verkäuferin hatte sie nicht nur einen leckeren Snack im Bauchladen, sondern so manche Anekdote im Angebot. Natürlich hatte OB Jürgen Roth wieder – wie es sich für das Stadtoberhaupt gehört – großen Anteil an den Lachsalven im Publikum.
So attestierte die Oberjungfer dem Schultes, dass er abgenommen habe – am Hals. Sie gab ihm mit, dass jedoch weniger Gewicht kein leichteres Leben nach sich ziehe und er, statt Luftschlösser zu bauen, lieber auf dem Boden bleiben sollte. Dabei Achtung: „Der Bürger ist wie ein Magen – man kann ihm nur zumuten, was er auch verdauen kann“.
Ein Zentrum für Bildung und Weiterbildung soll das Rössle in Schwenningen werden: „Wie da die geplanten Verwaltungsabteilungen reinpassen sollen, ist mir schleierhaft“. Für das Bürk-Areal als Game-Changer sei wohl eher Game Over und so wäre es wohl besser, wenn sich Roth auf seine Kompetenz beim Feinbelag auf den Straßen konzentrieren würde.
Für sich selbst habe sie angesichts der Hektik und des politischen Wahnsinns sowieso beschlossen, einen Gang runter zu schalten: „Ich hab kein WhatsApp mehr, sondern ein Warts ab“. Ob Gendern oder Black Facing, ob KI oder AfD – Evi Blaser trägt ihr Herz auf der Zunge und das ist gut so!
Der VS-Flohzirkus
Genderfähig und international ging es beim Flohzirkus zu. Da hatten sich so allerlei winzige Gesellen (und eine Gesellin) zum ultimativen VS-Marathon in der Kiste getroffen. Dass einem die Teilnehmer fatal bekannt vorkamen, war gewollt und die Nummer trieb den Ballbesucherinnen die Lachtränen in die Augen. Schon vor dem großen Rennen ausgebüxt waren Oberfloh Jürgen und sein ewiger Zweiter Detlev, die erst ganz am Schluss im Publikum wiedergefunden werden konnten. Mit einem grandiosen Finale voller musikalischer Ohrwürmer endete das rasante Programm nicht ohne Zugabe und Standing Ovations. Bravo Jungfere!
Mitwirkende
Die Mitwirkenden: Kiri Lauterbach, Evi Blaser, Ulrike Merkle, Heike Görlacher, Maike Bicker, Ulrike Degen, Bettina Haas, Steffi Brüderle, Nicole Frey, Claudia Bick-Würth, Uli Schaper-Nolte, Gaby Viebrans (Maske) und Katrin Reiser (Souffleuse).



















































