Diskussion in VS
: Jetzt äußert sich der Gesamtelternbeirat zum Schulbezirk

Das Thema der offenen oder geschlossenen Schulbezirke in VS ist derzeit in aller Munde, zumindest bei den Stadträten. Auch der Gesamtelternbeirat meldet sich jetzt zu Wort und bringt neue Punkte in die Diskussion, die man bedenken sollte.
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(red/pm)
Oberndorf
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Auf welche Grundschule soll mein Kind gehen? Diese Frage treibt Eltern um.

© Robert Kneschke – stock.adobe.com

In der vergangenen Sitzung des Gemeinderatssitzung diskutierten die Stadträte eifrig über die Thematik der Schulbezirke.

Die Fallhöhe war eine große – wenn die Stadträte die Bildung kleinerer Grundschulbezirke ablehnten, dann könnten Dritte über die Bildung der Bezirke abstimmen. Das passierte dann auch – die Beschlussvorlage wurde mit 18 Ja-Stimmen und 18-Nein-Stimmen denkbar glatt abgelehnt.

Nun melden sich aber die Gesamtelternbeiräte der städtischen Schulen von VS mit dem Vorsitzenden Tino Berthold in einer Stellungnahme zu Wort.

Viele Wahlmöglichkeiten für Eltern

„Die Einführung von Grundschulbezirken in Villingen-Schwenningen stellt eine Maßnahme dar, die nicht nur die jetzigen Eltern betrifft. Aus diesem Grund haben die Vorstände der Gesamtelternbeiräte von Villingen-Schwenningen diese Stellungnahme ausgearbeitet“, steht anfangs geschrieben. Diese Stellungnahme spreche im Namen aller Erziehungsberechtigte von VS, die ihre Kinder jetzt oder demnächst in einer öffentlichen Grundschule einschulen.

Weiter schreibt Tino Berthold: „Grundsätzlich sprechen wir uns dafür aus, die gegenwärtigen drei Grundschulbezirke Villingen, Schwenningen und Randgemeinden in unserer Stadt aufrechtzuerhalten. Wir empfehlen jedoch, dass die Stadt Villingen-Schwenningen als Schulträger gemeinsam mit dem zuständigen Regierungspräsidium in Freiburg und dem Kultusministerium Maßnahmen ergreift, um diese bestehende Regelung gesetzeskonform in ein Pilotprojekt umzuwandeln.“

Laut dem Vorsitzenden des Gesamtelternbeirats seien hierzu Schwerpunkte festzulegen sowie Ergebnisse nach einem angemessenen Zeitraum zu hinterfragen und auszuwerten.

Für das System VS und die offenen Grundschulbezirke spreche, dass die Grundschulen in den vergangenen Jahren schulische Konzepte entwickelt und umgesetzt haben. So gebe es eine Schule, die nach Montessori unterrichtet, eine Naturparkschule, eine Schule mit musischen Konzepten und andere.

Die Eltern hätten so eine laut ihm „noch nie dagewesene Wahlmöglichkeit für ihr Kind“ und auch die Lehrer würden „hinter ihren Schulen stehen und mit Begeisterung berichten“. Vergleichbar sei dieses Modell mit den Gymnasien der Stadt.

Elterntaxis sprechen gegen offene Schulbezirke

Gegen die offenen Schulbezirke spreche, dass man Gefahr läuft, „Elterntaxis“ zu unterstützen. Mit dem eigenständigen Weg zur Schule erlangen Grundschüler ein gewisses Selbstbewusstsein.

Oft werde auch das Thema Integration angesprochen. Ein weiteres Thema, das nach Ansicht der GEB gegen offene Schulbezirke sprechen würde. Eltern von Flüchtlingskindern würden sich meist für die Schule interessieren, in der bereits Kinder aus ihrem Herkunftsland seien. „Mit diesem erhöhten Ausländeranteil wäre so keine Integration möglich“, heißt es im Statement des GEB. „Wir möchten jedoch festhalten, dass dies auch bei festen Schulbezirken zu erwarten ist. Flüchtlinge suchen sich auch Wohnungen in Stadtbezirken mit einem erhöhten Anteil von Flüchtlingen aus ihrem Herkunftsland. Ist dieser Stadtteil einer Schule zugeteilt, wäre auch hier mit festen Schulbezirken Integration nur sehr schwer möglich. Sollte man auf unser vorgeschlagenes Pilotprojekt eingehen, könnte man zum Beispiel den Integrationsanteil einer Klasse Schule auf einen Prozentsatz festlegen“, stellt der GEB in seinem Statement zur Diskussion.

Viele „Für“ und „Wider“ Punkte für die Schulbezirke

Ein Punkt, der bisher nicht betrachtet worden sei, sei das Recht auf Ganztagsschule, das in den nächsten Jahren greifen würde. Ein Grundschulkind habe dann Anspruch auf verschiedene Grundschulen und Grundschulbezirke: Ganztagsschule, offene Ganztagsschule oder nur verlässliche Grundschule. „Auch wenn es nicht unsere Aufgabe ist, würden wir der Stadt und dem staatlichen Schulamt diesen Bürokratieaufwand gern ersparen. Uns ist bewusst, dass wir eine bisher unbeachtete dritte Möglichkeit ins Spiel bringen. Diese ist entstanden, weil das Land Nordrhein-Westfalen im gesamten Bundesland offene Grundschulbezirke hat und wir zur dortigen Landeselternschaft für Grundschulen Kontakt aufgenommen haben“, schreibt der GEB.

Es gebe laut Tino Berthold noch viele weitere „Für“- und „Wider“-Punkte für den offenen und den geschlossenen Schulbezirk, wie die soziale Herkunft, Ausstattung der Schulen und mehr, und genau diese sollten mit aufgenommen werden, um ein zukunftsfähiges Konzept für Baden-Württemberg zu entwickeln, schreibt der GEB abschließend.

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