Christliche Schule in Schwenningen
: Neuer Rektor erklärt, warum Ausbildung an Georg-Müller-Schulen anders ist

Bildung: Der neue Leiter der Georg-Müller-Schulen, Tim Carstens, spricht über das Leitbild der Einrichtung
Von
Mareike Kratt
Oberndorf
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Noch voll im Gange sind die Umbauarbeiten des Schulhofs, der noch im Herbst wieder benutzbar sein soll.

Foto: Kratt

Auf- und Umbruchstimmung herrscht derzeit an den Georg-Müller-Schulen. Denn es wird nicht nur kräftig saniert und erweitert, seit Anfang September hat die christlich geprägte Bildungseinrichtung auch einen neuen Schulleiter.

VS-Schwenningen. Für Tim Carstens schließt sich irgendwie ein Kreis. Er, der aus der Stuttgarter Ecke stammt, und den es in den vergangenen Jahren beruflich weiter weg, zwischenzeitlich sogar ins Ausland, gezogen hat, ist mittlerweile wieder in seiner baden-württembergischen Heimat gelandet, diesmal in Schwenningen. Er ist der neue Leiter der Georg-Müller-Schulen im Industriegebiet Dickenhardt. "Ich bin rundum glücklich, wieder hier zu sein", sagt Carstens, der zusammen mit seiner Frau nach Singen gezogen ist.

Erste Rektorstelle

An der freien christlichen Schule, an der 240 Schüler in vier Grundschul- sowie sechs Realschulklassen von 22 Lehrkräften unterrichtet werden, hat Carstens die Nachfolge von Markus Nowak angetreten, der der Schule aber als Lehrer erhalten bleibt. Nach dem Gymnasial-Lehramtsstudium der Fächer Physik, Geschichte und Philosophie hat es den Studienrat unter anderem an eine deutsche Schule nach Ungarn und Brasilien verschlagen – eine "tolle Zeit in einer bestimmten Lebensphase" –, zuletzt war er als Fachleiter für Schulentwicklung und Qualitätsmanagement an einem Gymnasium im sächsischen Zwickau tätig. Zudem hat er eine Lehrtätigkeit an den Universitäten Jena und Leipzig inne.

Von dieser Tätigkeit profitiere er ungemein, erzählt der Pädagoge, dem in diesem Zusammenhang vor allem die Qualitätssicherung an der Georg-Müller-Schule am Herzen liegt. Für ihn ist es die erste Schule mit christlichem Schwerpunkt und die erste Schule, an der er in Funktion des Rektors tätig ist. Beiden Tatsachen sieht sich Tim Carstens gewachsen und sieht sie als passende Anknüpfung an seinen bisherigen Werdegang. "Ich bin froh, jetzt an einer Realschule tätig zu sein", meint er. Ganz im Sinne des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi, der mit den Begriffen Kopf, Herz und Hand vor allem den ganzheitlichen Realschul-Gedanken präge, fühle er sich mit dem christlich-pietistischen Ansatz verbunden. "Die Werte, die gelehrt und praktiziert werden, waren wichtig für mich, um hierher zukommen."

Praxisorientierte Bildung

Doch was sind für ihn die Vorzüge der christlichen Schulen? Glauben und Werte miteinander zu verbinden, sei eine wichtige Säule der freien Schule. Dies werde nicht nur den jungen Menschen zuteil, Carstens ist ebenso davon überzeugt, dass dieser Aspekt auch in das Miteinander der Stadt hineinstrahlt.

Neben der christlichen Bildung werde auch der künstlerisch-musische sowie technische Bereich bei den Georg-Müller-Schulen groß geschrieben. Dem neuen Schulleiter ist es dabei wichtig, durch Kooperationen mit hiesigen Firmen die Berufswelt in den Unterricht hineinzubringen.

Die Förderung und Differenzierung der Schüler sei ebenso ein wichtiger Aspekt. "Manche sagen vielleicht, dass das Konzept losgelöst von der Realität ist", bringt der Pädagoge selber einen möglichen Vorbehalt ins Spiel. "Wir können genauso gut sagen, dass wir nicht jeder Mode hinterher rennen." Das Wichtigste seien eine fundierte allgemeine Bildung und praxisrelevante Inhalte, die vermittelt werden. "Wir können Bildung aus einem Guss anbieten", beschreibt der Studienrat abschließend, "vom Kleinkindalter bis zum Realschulabschluss."

Und was hat sich der neue Schulleiter für seine Arbeit vorgenommen? "Mir geht es vor allem um die Stabilisierung der Prozesse, um Routine und Kontinuität", erklärt Tim Carstens, der sich vom dreiköpfigen erweiterten Schulleitungsteam sowie den übrigen Lehrerkollegen sehr gut aufgenommen fühlt. Sein klares Ziel: "Dass wir, für das, was wir sind, als die beste Schule wahrgenommen werden." Und wenn es Veränderung gebe, dann im Sinne von Weiterentwicklung und nicht von Abänderung, macht er deutlich.

Geplante Zweizügigkeit

Ändern wird sich dennoch bald einiges an den Georg-Müller-Schulen, und zwar baulich, um dem dringenden Raum- und Erweiterungsbedarf gerecht zu werden: Wie berichtet, hat die Bildungseinrichtung zwei alte Fabrikgebäude – Eichendorffstraße 29 sowie 33 – nebenan erworben. Ein Teil davon wird saniert, ein anderer abgerissen und neu gebaut. In den Flächen kann dann – wenn alles nach Plan läuft – ab übernächstem Schuljahr der Unterricht der Grund- und Realschüler zweizügig stattfinden. Zudem soll im Gebäude in der Eichendorffstraße 29 ein Kindergarten mit drei Gruppen entstehen.

Spätestens in etwa acht Wochen – nach Lieferbarkeit der Materialien – wird aber erst einmal der neue Aktiv-Pausenhof mit verschiedenen Sportgeräten, von Boulderwand bis Balancierbalken, für die Schüler nutzbar sein, freut sich Tim Clemens.

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