Blühende Augenweide
: So schön können Geranien werden

Seit 36 Jahren gedeihen die Geranien der Trossingerin Katharina Wertiprach und bieten einen prächtigen Anblick.
Von
Ingrid Kohler
Oberndorf
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„Geteilte Freude ist doppelte Freude“, das weiß Katharina Wertiprach und verschenkt deshalb jedes Jahr ab Ende September Ableger ihrer 36 Jahre alten Geranien.

Ingrid Kohler

Mit Ablegern hat Katharina Wertiprach bereits vielen Geranienliebhabern zwischen Trossingen, Hamburg und Berlin eine Freude bereitet.

„Nun blühen Sie wieder so wunderschön“, freut sich Katharina Wertiprach über ihre Geranien in einem strahlenden Dunkelrosa-Ton. In diesem Jahr sind sie so hoch und üppig gewachsen, dass man den Hauseingang kaum noch sieht. Die kleine grüne Gießkanne steht zum Gießen stets bereit, denn insbesondere bei heißen Temperaturen benötigen die Lieblinge von Katharina Wertiprach viel Wasser.

Ein Mann, der vor Jahren einmal Ableger von ihr bekommen habe, hätte die Rückmeldung gemacht „die saufen wie eine Kuh“. Doch wichtig sei, dass die Geranien einen Regen geschützten Platz haben, um ihre volle Pracht zu entwickeln, weiß die Geranienexpertin, zu der sie seit mehr als 35 Jahren geworden ist.

Wobei dies eher einem sehr netten Zufall geschuldet war – nämlich, als sie im Jahr 1989 vom katholischen Pfarrer zum damaligen Abschied in Spaichingen eine rosarote Geranie erhielt. Ihr vor drei Jahren verstorbener Mann Dietmar war damals evangelischer Pfarrer in Spaichingen, und hatte in Spaichingen die erste ökumenische Trauung vollzogen, deshalb der Name „Ökumenische Geranie“.

Alle Umzüge mitgemacht

Genau diese Geranie habe alle ihre Umzüge mitgemacht – nach Pliezhausen und später nach Trossingen, wo sie im Jahr 1994 die ersten Ableger verschenkt hat. Katharina Wertiprach schätzt, dass sie seither jedes Jahr rund zehn Leuten damit eine Freude machen konnte und mindestens 300 weitere „Ökumenischen Geranien“ entstanden seien, nicht nur in Trossingen, sondern „in der weiten Region in Tuttlingen, auf dem Heuberg, ja sogar in Hamburg und Berlin, wo zwei ihrer vier Kindern wohnen.

„Von überall her rufen mich immer wieder Leute an und bedanken sich für die Ableger“, freut sie sich. Es kommen immer wieder Fragen, was zu tun sei in Sachen Überwinterung. Ihr Tipp ist ein kühler, aber heller Standort, vor allem aber müssen die Geranien etwas zurückgeschnitten werden, damit sie dann im Frühjahr erneut austreiben und mit einer Zugabe von Dünger erneut üppig blühen.

Kühler und heller Standort

„Diese Geranien sind etwas ganz Besonderes“, sagt sie. „Die Blütenblätter machen keinen Schmutz, sie trocknen, und später kann man sie komplett abschneiden.“

„In diesem Jahr möchte ich meinen Dank an alle Blumenliebhaber weitergeben und allen danken, die sich bei mir in all den Jahren gemeldet haben, auch allen anderen, die sich an meinen Geranien erfreuen“, betont Katharina Wertiprach im Gespräch. Doch warum verschenkt sie Jahr für Jahr die Ableger? „Um die Freude weiterzugeben“, erklärt sie und fährt fort mit Worten von Johannes Kepler: „Ich danke dir, mein Schöpfer, Herr für die große Freude, die du mir an deiner Schöpfung geschenkt hast“.

In voller Blüte

Die vor Lebensfreude beinahe übersprühende, inzwischen über 80-Jährige ist sich sicher: „Wenn ich mal sterbe, dann leben die Geranien in mir weiter“. Auch in diesem Jahr will die engagierte Trossingerin, wieder Ableger verschenken, damit sich viele weitere Geranienfreunde an der farbenfrohen Blütenpracht ihrer „ökumenischen Geranien“ erfreuen. Noch stehen die Geranien in voller Blüte, doch ab Ende September gibt es die ersten Ableger. Unter der Telefonnummer 07425/2 78 33 kann sich jeder, der einen Ableger haben möchte, bei Katharina Wertiprach melden.

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