Bad-Dürrheim
: Das Leben rückt in ein neues Licht

Erfolgreicher Wintersportler David Ketterer erinnert sich an seinen vor zehn Jahren verstorbenen Bruder Samuel
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Schwarzwälder-Bote
Oberndorf
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Der Wintersportler David Ketterer (Foto) hat vor zehn Jahren seinen Bruder Samuel beim Seilbahnunglück in Sölden verloren. Foto: Kienzler

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Von Michael Kienzlerund Markus Reutter

Bad Dürrheim-Hochemmingen/Sölden. Das Seilbahn-Unglück von Sölden, bei dem auch der damals dreizehnjährige Samuel Ketterer aus Hochemmingen sein Leben verlor, jährt sich zum zehnten Mal. Unweit der Unfallstelle, an der Schwarzen Schneid, beginnen nun am Wochenende die Auftaktrennen für den Weltcup.

Als Zuschauer wird Hans-Peter Ketterer, der Vater von Samuel, vor Ort sein und gemeinsam mit einigen Bekannten das Wintersport-Spektakel verfolgen. Unter den Bekannten sei auch ein Mann aus Tuttlingen, dessen Tochter ebenfalls bei dem Unglück im Jahr 2005 verstarb, meint Ketterer.

Bei dem Absturz einer Seilbahn im österreichischen Sölden vor zehn Jahren mussten etliche Kinder, darunter auch einige aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, ihr Leben lassen. Die betroffenen Familien kommen laut Ketterer jeweils zum Jahrestag am 5. September vor Ort zusammen. So auch in diesem Jahr. Gegen 13 Uhr, zu der Tageszeit, als die Seilbahn abstürzte, verbrächten die Angehörigen die Zeit gemeinsam an der dortigen Erinnerungsstätte, einer etwa sechs Meter hohen Skulptur. Die Figur stelle betende Hände dar, die so ausgerichtet seien, dass die Sonne jeweils am 5. September um 13.05 Uhr die Hände ausleuchte.

"Das ist immer ein äußerst schwerer Tag", beschreibt der 48-Jährige aus Hochemmingen den Schmerz bei dem Gedanken an den Verlust seines Sohnes Samuels.

Auch der Bruder Samuels, der erfolgreiche Skisportler David Ketterer, war bei dem Treffen im September mit dabei. Zwischen den Familien sei im Lauf der Jahre eine wertvolle Verbundenheit entstanden, und deshalb sei es auch schön, sich an den Jahrestagen wiederzusehen.

Am kommenden Wochenende sei er allerdings nicht in Sölden, sondern trainiere im Nöm-Tal in der Nähe von Salzburg für den Europa-Cup, der Anfang Dezember im schwedischen Are beginne.

Sein Vater, Hans-Peter Ketterer, hingegen freut sich, den Weltcup-Auftakt in Sölden miterleben zu können. Dann stehe vor allem der Skisport im Vordergrund. Schließlich sei er selbst auch mal Rennen gefahren.

Sein Sohn David kann auf Erfolge verweisen, wurde beispielsweise Vierter bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Slalom im vergangenen Jahr und erhielt außerdem die Bronzemedaille in der Teamwertung der Junioren-Weltmeisterschaften.

Der Verlust seines Bruders habe sein Denken verändert, meint David Ketterer im Rückblick. In der Auseinandersetzung mit dem Tod eines geliebten Menschen "besinnt man sich auf grundsätzliche Werte. Ich sehe dadurch gewisse Dinge anders."

Das Skifahren begeistert David Ketterer, die Bewegung, aber auch das gute Miteinander mit seinen Sportskollegen. Trotzdem hat er vorgebaut für seine Zukunft und im Oktober sein Studium der Wirtschaftswissenschaft in Innsbruck fortgesetzt. Wegen des Studiums und des Skitrainings habe er auch seinen Wohnort nach Innsbruck verlegt. Die heimatliche Gemeinde Hochemmingen sehe er nur noch selten. "Im Sommer bin ich ab und zu daheim, ansonsten nur an Weihnachten. Klar ist es dann aber schön, wenn man nach Hause kommt."

Im Alter von drei Jahren stand David Ketterer erstmals auf Skiern, mit neun dann fuhr er sein erstes Rennen. Seither ging es nur bergauf. "Der Sport macht mir extrem viel Spaß". Und noch mehr, wenn dann die Eltern und die zwei Brüder hin und wieder bei einem Rennen zuschauen und ihren "Jüngsten" anfeuern.

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