Armut in VS: Wie ein junge Mutter auf jeden Cent achtet

Alisa Greguric ist eine der Ansprechpartnerinnen für in Not geratene Mitmenschen.
Caritas/Rüdiger FeinAdelinde Schröder (Name geändert) ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (fünf und acht Jahre alt). Sie lebt mit ihren Kindern seit ihrer Scheidung in einer kleinen Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis.
Neben einer Teilzeittätigkeit, Kindererziehung und Haushalt sind es vor allem die finanziellen Herausforderungen, die Adeline Schröder den Alltag erschweren.
Zwar bekommt sie Unterhalt vom Vater der Kinder, dennoch ist es bei den gestiegenen Preisen immer schwieriger, aber immer noch machbar, mit dem der jungen Mutter zur Verfügung stehenden Budget finanziell über die Runden zu kommen. Wenn dann aber mit der Nebenkostenabrechnung des Energieversorgers eine Nachforderung von knapp 750 Euro ins Haus steht, dann ist guter Rat teuer.
Schockiert und sprachlos
„Ich war einfach geschockt und sprachlos“, so die alleinerziehende Mutter. „Obwohl wir zu Hause sehr auf den Energieverbrauch achten und kaum mehr Energie benötigt haben als im Vorjahr, war die Rückforderung so hoch. Das war ein schlimmer Schlag für mich.“
Eine Freundin empfahl ihr sich an die Beratungsstelle des Caritasverband-sbk zu wenden und dort gab es schnelle und unbürokratische Hilfe. Nach einem Beratungsgespräch und einer genauen Prüfung durch eine Mitarbeiterin des Caritassozialdienstes erhielt Adeline Schröder eine Beihilfe aus dem Energiefonds der Erzdiözese Freiburg.
Neuer Energiefonds hilft
Die katholische und evangelische Kirche erhielten 2022 aus der Energiehilfe der Bundesrepublik Deutschland zusätzliche Steuermittel. Beide Kirchen wollten nicht von diesen Mehreinnahmen profitieren und beschlossen, diese Mittel unmittelbar hilfebedürftigen Menschen zur Verfügung zu stellen. Hierfür wurde das Konzept des Energiefonds entwickelt das sich jetzt in der Umsetzungsphase befindet.
Offener Fonds für alle
Der Fonds ist offen für alle, die durch die aktuelle Energiekrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten und fokussiert sich besonders auf die Prävention neuer Armut. Staatliche Leistungen, zum Beispiel das Bürgergeld sind dabei immer vorrangig abzurufen, erklärt Franziska King vom Caritasverband-sbk. Hilfe erhalten können Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die durch den Mehraufwand der massiv gestiegenen Energiekosten kaum mehr selbstständig ihren Lebensunterhalt bewältigen können. Besonders betroffen sind vor allem Rentner, kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Teilzeitbeschäftigte. Antragstellungen sind bei den Beraterinnen des Caritassozialdienstes im Schwarzwald-Baar-Kreis möglich. Den ersten Kontakt zur zuständigen Beratungsstelle stellt man unter der Rufnummer 07721/9 21 83 34 her.