Arbeitnehmer kämpfen am 1. Mai: Demonstranten machen klare Ansagen in Villingen-Schwenningen

Lautstark setzen sich Demonstranten für den Erhalt der errungenen Rechte und Arbeitsbedingungen ein.
Rainer BombardiUnter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ machte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf eine Schieflage aufmerksam. Politische Entscheidungen wirkten sich zunehmend drastischer für Arbeitnehmende aus. In ihrem Wirken setzten sie gemeinsam und solidarisch ein Zeichen für den Erhalt der Demokratie.
Die neue Vorsitzende im Kreisverband Christina Keckes eröffnete die Kundgebung nach dem Einzug eines 80 Personen starken Demonstrationszugs. Gewerkschaftssekretär DGB Südbaden Manuel Mandel hob die Stärke und Solidarität hervor, die am Tag aller Arbeitnehmenden ein starkes Zeichen setze. Im Sinne des Friedens schloss er trotz turbulenter Zeiten aus, auf die hart erkämpften Arbeitsrechte und Erfolge für das Arbeitsleben zu verzichten.
OB zieht Vergleiche zur Stadt
Oberbürgermeister Villingen-Schwenningen Jürgen Roth sprach von einem Tag der daran erinnere, dass die Arbeitsrechte hart erkämpft sind. Er verwies auf die immer knapper zu Verfügung stehenden Finanzmittel, die eine Kommune aber nicht davon abhalten sollten für den notwendigsten Bedarf wie Brücken oder Schulen zu investieren. „Ein Unternehmen legt Produktionen still, eine Stadt kann dies nicht.“ Gewalt und Verunglimpfungen von Links wie von rechts“ bezeichnete er als ein „No Go“, dem mit Mut und Zusammenhalt zu begegnen ist.
Wenn Kommunen sparen und Leistungen abbauen müssen, trifft es Menschen, appellierte Bezirksgeschäftsführer Verdi Südbaden Michael Herbstritt an politische Entscheidungsträger den Reformeifer in die richtigen Bahnen zu lenken. „Krankenhausreform ja aber nicht als kalte Marktbereinigung“, forderte er etwa und im Sinne des Erhalts der Demokratie Entscheidungen zugunsten bezahlbaren Wohnbaus, sozialer Sicherheit und guter Arbeit. „Das Problem einer Politik, die zuschaut und mit ihren Entscheidungen den Demokratieabbau beflügelt“, kritisierte der erste Bevollmächtigte der IG Metall VS Tom Bleile.
Instrumente kritisch beurteilt
Angesichts des in seinen Augen wirkungslosen Tankrabatts, der 1000-Euro-Prämie und Diskussionen um einen unbezahlten Karenztag am ersten Tag einer Krankmeldung war er wenig erstaunt, dass 81 Prozent der Bürger den Wohlstand ungerecht verteilt sahen. Der erste Mai sei eine Kampfansage gegen die Aushöhlung der Arbeitsrechte und für den Erhalt der Demokratie. Die Kundgebung endete mit einem Familienfest, Live-Musik von „Sometimes in Nowhere“ und reichlich Kulinarik dank des BSV 07 Schwenningen.