24-Stunden-Übung in Tannheim
: Stress-Test für junge Rettungskräfte

Jugend-Feuerwehr und Jugend-Rotkreuz Tannheim waren bei der 24-Stunden-Übung im Dauereinsatz wie die Profis auf der Rettungswache einer Großstadt.
Von
Willi Zimmermann
Oberndorf
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Brandmeldeanlage Grundschule Tannheim: Auch für Nachwuchs-Führungskräfte ist kein Einsatz wie der andere. Kommandieren und Leitung will auch bei der Jugendfeuerwehr gelernt sein.

Willi Zimmermann

Crash-Test, aber auch Stress-Test. Hundert Mal probiert im Feuerwehrhaus, und es hat geklappt. Aber vor Ort am Einsatzort sieht die Realität doch immer etwas anders aus, und dann noch gleich das angesammelte Wissen abrufen.

Und unterm Jahr ständig zum simulierten Ernstfall ausrücken, eher mühselig, dann besser alles auf einmal und hintereinander. Stressig, besonders bei so hitzigen Wetterverhältnissen.

Auch den jungen Leuten sieht man irgendwann an, dass sie schon was geschafft haben. Was für die Feuerwehr gilt, galt auch für die jungen Helfer vom Roten Kreuz. Zwischen den Einsätzen, man ließ es sich in der leer geräumten Fahrzeug-Garage gut gehen, hielt sich bei Laune, auch kein Problem, vespern gehört auch dazu.

Der Piepser konnte jederzeit runtergehen. Alle hatten ihren Piepser, das kann man für solche Zwecke bei Feuerwehrshops ausleihen, war von der Kommandantur zu erfahren.

Wann geht’s los?

Aber wann er runter geht, weiß niemand. Wenn dann einer mit schwerem Fotogerät auftaucht, da könnte was im Busche sein. Und man muss aufpassen, dass man sich nicht mit seinem Herrschaftswissen verplappert, da könnten auch C-Rohre Ohren bekommen.

Die Einsatzarbeiten waren vielfältig. Kleine Brände, Türöffnungen, aber auch Überlandhilfe wie ein Vegetationsbrand in Herzogenweiler oder Brandbekämpfung in Brigachtal zusammen mit der dortigen Jugendfeuerwehr. Auch für die Jungen gehört überörtliche Zusammenarbeit zum ABC, wo möglich zusammen mit dem Roten Kreuz oder eben jeder für sich.

In der Schule

Ein Feuerwehreinsatz will aber auch koordiniert sein. Ein gutes Beispiel bei einem angenommenen Kellerbrand in der Grundschule Tannheim. Feuerwehrleute springen nicht einfach aus dem Einsatzfahrzeug und machen, was sie für richtig halten. Erst wenn die Nachwuchs-Gruppenführer die Lage erkundet und entsprechende Anweisungen erteilt haben, geht es los.

Das will ebenfalls gelernt sein. Wo sind die Schlüssel, wie kommt man dran, Ortskenntnisse, wie funktioniert die Brandmeldeanlage oder nicht, muss man vielleicht noch Zivilisten im Zaune halten, wie einen ungeduldigen Hausmeister. Auch Erfahrung will gelernt sein. Dann geht’s ruck zuck.

Aufräumen, abrücken, Fahrzeug wieder einsatzfähig machen. Und dann sich hinsetzen, innerlich den Brand löschen, durchatmen, vielleicht etwas Nachtruhe. Bis zum nächsten Einsatz.

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