Zunftball in Triberg: Narren bieten fetzige Tänze und messerscharfe Bütten

Auch der Narrenrat kann Tanz – die hübschen Piraten fangen die Matrosen ein.
Hans-Jürgen KommertAuf zum Zunftball der Narrenzunft – dass der am Samstag wieder für ein volles Triberger Kurhaus sorgte, war klar. Denn damit nahm die Fasnet im Städtle so richtig Fahrt auf.
Die Triberger Narren mit Teufel, Fuchs und Federeschnabel sowie den „Spättle“ erlebte man ebenso wie eine „alten Neuerung“. Denn nach langen Jahren kehrten die Oberstadtnarren wieder ins Kurhaus ein.
Wohl zum (vor)letzten Mal hieß es „Gallus und seine Hühner“ – mit einem Gallus (Michael Hummel), der sein Chefzimmer im Rathaus nicht räumen wollte. Und der zuletzt von Pfarrer Gallus (Strobel) in den Himmel befördert wurde, weil er vor lauter Kampfgeist sein Leben ließ. Die bange Frage: Hinterlässt er einen „Naturpark Strobel“, der wegen des Klimawandels auch Elefanten und Löwen beherbergt? Die „Hühner“ Matthias Klausmann und Felix Kentischer zumindest waren sich sicher.
Lange vorher ließen die Musiker, erstmals geleitet von Fabienne Birkle, beim Einmarsch den großen Saal erbeben, im Gefolge hatten sie die verschiedenen Larven der Narrenzunft. Ein letztes Mal begrüßte Zunftmeister Sven Ketterer die Gäste aus Triberg und dem Umland.
Erstmal gibt es Ehrungen
Lachen, Spaß und Tradition setzte der Zunftmeister in den Mittelpunkt. Für vielerlei Verdienst ehrte er zunächst Oberspättle Nina Fleig mit dem kleinen Verdienstorden, Musiker Andy Hehl mit dem Musikerorden und später Gallus Strobel mit dem Orden, den dieser verdient hatte. Die jungen Triberger Teufel präsentierten den Brauchtumstanz, bevor sie die Bühne räumten.
Bütten und Tänze unterhalten
Die Triberger Narren boten sich dann ein bunt gemischtes Programm. Dabei dürfte sich der eine oder andere bei diversen Beiträgen wiedererkannt haben – es wurde reichlich gestrählt. Verschiedene Bütten-Beiträge, zu denen man auch die Moderationsbeiträge von Bauer Stefan Hermann und Kuh Rolf Meier rechnen durfte, sorgten für Unterhaltung. Natürlich gab es schon traditionell deutliche Spitzen in Richtung Schonach. Auch Sven Ketter gab sein Bestes und reimte die eine oder andere Ungereimtheit zusammen.
Fetzige Tänze rundeten das Narrenfest ab. So beweis zunächst das junge, erst vor drei Jahren gegründete Tanzensemble „Golden Girls“ aus Hornberg sein Können – wie spätere Formationen durften auch sie eine Zugabe auf die Bühne bringen.
Bingoabend im Pflegeheim
„Warum gibt es keinen Mann bei Amazon oder Zalando?“ fragten die „Hausfrauen“ Nina Fleig, Fabienne Birkle, Maike Fenski und Katharina D’Angelo – und fanden schließlich zumindest ein Bild – den Zunftmeister mit Sixpack und stählernen Muskeln.
Es folgte „Pound Power“ vom Turnverein Schonach mit Leiterin Jule Velten, die damit voll in die großen Fußstapfen ihrer Mutter Antje tritt.
Die drei Oberspättle Nina Fleig, Hannah Pfaff und Schwester Rosalie zeigten das Leben der Fasnetverrückten im Jahr 2076 – beim Bingoabend im Pflegeheim, zu dem auch Fabienne Birkle und die mittlerweile im Ruhestand befindliche Zunftmeisterin Maike Fenski stießen. Die Furtwanger „One2step“unter Leitung von Simone Puchinger zeigten die erste „Gobndoliera“ – einen Regelbruch auf Venezianisch.
Den Schlusspunkt unter ein großartiges Programm – vor dem großen Finale – setzte der Narrenrat mit einem Tanz zu „Fluch der Karibik“.