Wilder Michel in Linach
: Humorvolle Zeitreise – als Oma noch lebte

Zusammenrücken war angesagt in der „guten Stube“. Dort lauschten viele Zuhörer dem Schwarzwälder Buchautor Elmar Langenbacher. Der ließ sogar Omas Himbeermarmelade dampfen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Urs Fischbach und Elmar Langenbacher sitzen am gemütlichen Kuscht im Wilden Michel. Wenn Elmar Langenbacher von Oma erzählt, ist die Gaststube beim Wilden Michel voll.

Jessica Roth

Elmar Langenbacher war zu Gast im „Wilden Michel“ und lockte viele Interessierte. Jeder Platz in der „guten Stube“ mit dem Kachelofen war zur Freude von Urs Fischbach und seinem Team belegt. Der in Hornberg aufgewachsene Buchautor und Schwarzwälder Geschichtenerzähler Elmar Langenbacher, manchem bekannt aus SWR 1 Leute, hatte Geschichten aus seinem Schwarzwald-Bestseller „Als Oma noch lebte. Eine Kindheit im Schwarzwald.“ im Gepäck.

Langenbacher erzählte sehr humorvoll frei aus dem Bauch heraus mit viel Gestik und Mimik. Er hatte eigens auch Omas alten Sessel, Omas Tütenlampe mit dem Blumenmuster darauf sowie Nierentischchen mit allerlei Deko mitgebracht. Für die Gäste eine Reise in die Kindheit, erzählte Langenbacher doch von den 70er Jahren.

Geschickt band er immer wieder die Gäste mit ein: „Und was war in Omas Eckbank drin, wenn man den Deckel mit dem roten, quietschenden und im Sommer an den nackten Schenkeln bäbbendem Kunstleder geöffnet hat? Genau: alte Zeitungen, Gugge, der Quelle-Katalog. Und der Neckermann und der Schöpflin-Katalog.“

Oma stand in ihrer Kittelschürze, mit Lockenwicklern im Haar, am alten weißen Herd und machte in einem großen Topf mit einem großen Kochlöffel Himbeermarmelade. Ein Dampf und Duft stand im Raum. „Riecht ihr Omas Himbeermarmelade?“, ließ Langenbacher den Geruch förmlich aufsteigen. Danach hat sie die Marmelade in die Gläser abgefüllt, wo vorher die Gurken drin waren: „Bloß nix wegwerfen, kann man alles noch mal brauchen. Oma hatte nicht viel, war aber zufrieden.“

Am nächsten Tag wusch sie dann ihre Pumphosen im gleichen Topf mit dem gleichen Kochlöffel. Danach kamen die Pumphosen in die Schleuder. „Und weil die so wackelt, was hat Oma dann gemacht? Genau! Den Bubi oben drauf gesetzt! Wer ist früher alles auf der Schleuder g’hockt?“ Zahlreiche Arme gingen nach oben. Oder: „Wie viele haben früher bei euch in den Opel Rekord gepasst?“ So zündete Langenbacher ein Feuerwerk an humorvollen Erinnerungen, baute aber auch etwas Zeitkritik ein.

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