Wetter in Furtwangen
: Ein Frühjahr so trocken wie noch nie

Am 31. Mai 2025 wurden in Furtwangen 27 Grad ermittelt – es war der erste offizielle Sommertag des Jahres. Damit fehlte nicht mehr viel zu einem neuen historischen Rekord.
Von
Bernward Janzing
Oberndorf
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Im Juni kam der lang ersehnte Regen. Am 2. Juni gingen alleine 42 Liter pro Quadratmeter nieder.

© Romolo Tavani – stock.adobe.com

Mit einem trockenen Mai endete in Furtwangen das trockenste meteorologische Frühjahr seit Messbeginn 1979. Die Temperaturen waren abermals leicht überdurchschnittlich, womit nun der 25. Monat am Stück zu mild war.

Mit 78 Litern Niederschlag pro Quadratmeter kam der Mai nur auf 52 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Damit lag der Mai auf Platz sechs der trockensten Vergleichsmonate in 47 Jahren. Den Rekord hält weiterhin der Mai 2011 mit nur 54 Litern, an der Spitze steht der Mai 2021 mit 281 Litern.

Der regenreichste Tag im vergangenen Monat war mit knapp 22 Litern pro Quadratmeter der 26. Mai – was wenig ist im Vergleich zum bisher regenreichsten Maitag, dem 31. Mai 2000, der auf ganz 114 Liter kam.

Nachdem in diesem Jahr bereits der März und der April extrem trocken waren, endete das meteorologische Frühjahr mit einem erheblichen Regendefizit: Statt 418 Liter pro Quadratmeter gingen nur 152 Liter nieder – der Sollwert wurde damit nur zu 36 Prozent erreicht. So trocken war das Frühjahr noch nie: Der bisherige Tiefstwert um diese Jahreszeit war 2011 mit 169 Litern registriert worden.

Die Temperatur belief sich im Mai an der Wetterstation auf dem Kussenhof im Mittel auf 10,7 Grad. Damit war der Monat um 1,3 Grad zu warm, gemessen am Mittelwert der bisherigen Aufzeichnungen. Legt man die internationale Referenzperiode von 1991 bis 2020 zugrunde, dann war der Mai gemessen daran um 1,0 Grad zu warm.

Fast historische Spitze

Die Höchsttemperatur im Mai wurde am letzten Tag des Monats mit 27 Grad ermittelt – es war der erste offizielle Sommertag des Jahres, wofür 25 Grad der Maßstab sind. Damit fehlte nicht mehr viel zu einem neuen historischen Spitzenwert: Der bisherige Mairekord liegt bei 27,5 Grad.

Zugleich blieb der Mai komplett frostfrei, was laut der bisherigen Wetterstatistik nur etwa einmal in zehn Jahren vorkommt. Der Tiefstwert wurde am 24. Mai mit 0,5 Grad gemessen. Sollte nicht im Juni noch Frost auftreten – was durchaus schon vorkam – wird der 19. April als der letzte Frosttag der Saison 2024/25 in die Statistik eingehen.

Letzter Frost immer früher

Das wäre ein neuer Rekord: Bislang steht der Winter 2007/08 an der Spitze, als am 20. April der letzte Frost auftrat. Im langjährigen Durchschnitt tritt der letzte Frost Mitte Mai auf, doch nach der Furtwanger Statistik ergibt sich dieser Termin jedes Jahrzehnt etwa drei Tage früher.

Mit dem milden Mai ging dann auch ein sehr mildes Frühjahr zu Ende. Mit 7,5 Grad war die Saison um 2,1 Grad zu warm. Damit steht 2025 auf Platz drei hinter den Jahren 2003 (7,6 Grad) und 2024. Am kältesten war das Frühjahr 1984 mit 2,1 Grad gewesen.

Sonneneinstrahlung um 13 Prozent im Plus

Der Mai 2025 endete unterdessen auch relativ sonnig. Mit 164 Kilowattstunden pro Quadratmeter lag die Einstrahlung um 13 Prozent im Plus. Damit steht der Mai auf Platz fünf der bisherigen Messungen, die bei der Solarstrahlung bis 1986 zurückreichen. Der Spitzenwert lag im Mai 1989 bei 190 Kilowattstunden, am trübsten war der Mai 2010 mit 110 Kilowattstunden.

Nachdem auch schon der März und der April überdurchschnittlich Sonne brachten, endet das Frühjahr mit einem Plus der eingestrahlten Solarenergie von 14 Prozent. Das bedeutet einen Platz vier in nunmehr 40 Beobachtungsjahren.

Dann kommt der Regen

Kaum hatte aus meteorologischer Sicht der Sommer begonnen, kam der vielfach ersehnte Regen: Am 2. Juni gingen alleine 42 Liter pro Quadratmeter nieder – fast ein Drittel der Menge, die in einem durchschnittlichen Juni zu erwarten ist. Der langjährige Mittelwert liegt hier nämlich bei 134 Litern. Die höchste bisher im Juni gemessene Tagesmenge lag 2016 bei 76,5 Litern.

Die Temperaturen liegen im Juni nach den bisherigen Messungen im Mittel bei 13,1 Grad, wobei die Tagesextremwerte sich zwischen 32,5 Grad einerseits und minus 1,5 Grad andererseits bewegten. Das letzte Mal Frost im Juni gab es 2006, der späteste Frost wurde am 30. Juni 1984 registriert.

Die meiste Sonne im Juni

Die Sonneneinstrahlung steigt im Mittel im Juni auf 161 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Damit steht der Juni hinter dem Juli mit 165 Kilowattstunden auf Platz zwei der Monate. Doch der Juli liegt alleine deswegen vorne, weil er einen Tag mehr hat. So fallen 14,1 Prozent der gesamten jährlichen Einstrahlung in den Juni, 14,5 Prozent in den Juli. Der August befindet sich dann mit einem Anteil von 12,7 Prozent bereits wieder auf dem absteigenden Ast.

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