Vöhrenbacher Haushalt
: Schon für die Tilgung reicht das Geld nicht mehr

Der Haushalt ist verabschiedet, muss aber noch genehmigt werden. Gut sehen die Zahlen für Vöhrenbach aktuell nicht aus.
Von
Stefan Heimpel
Oberndorf
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Klamme Kassen beschäftigen den Vöhrenbacher Gemeinderat, der jetzt den Haushalt beschlossen hat.

© Rob hyrons – stock.adobe.com

Erneut beraten wurde der Vöhrenbacher Haushalt 2026. Nach deutlichen Worten von Kämmerer Armin Pfriender erfolgte der Beschluss durch den Gemeinderat – mit zwei Enthaltungen. Die Haushaltssatzung muss nun dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt werden.

Bereits im Dezember wurde der Haushaltsplan eingebracht. In drei weiteren Sitzungen wurden Änderungen beraten, die für die Beschlussfassung in den Haushaltsplan eingearbeitet worden waren.

Die wichtigsten Probleme sind das negative ordentliche Gesamtergebnis, die nicht ausreichenden Mittel für notwendige Tilgungsleistungen, die Frage der ausreichenden Liquidität und die noch fehlende Eröffnungsbilanz nach dem neuen Haushaltsrecht.

Eigentlich muss der Haushalt immer zumindest eine „schwarze Null“ aufweisen. Im vergangenen Jahr hatte man ebenfalls ein negatives Ergebnis im Plan, 2024 war es noch leicht positiv. Nun liegt es aber bei minus 566 700 Euro. Immerhin konnte dieser Betrag im Lauf der Beratungen von ursprünglich minus 794 000 Euro noch deutlich gesenkt werden.

Im Ergebnishaushalt können laut Plan immer noch 374 100 Euro erwirtschaftet werden. Diese Summe reicht aber nicht aus, um wie vorgeschrieben zumindest die Tilgungszahlen von 414 000 Euro zu decken. Ein Problem ist unter anderem das wirtschaftlich gute Jahr 2024, denn in der Folge sind jetzt deutlich geringere Zahlungen aus dem Finanzausgleich zu erwarten. 2027 dürfte es nach dem finanziell schwächeren Jahr 2025 wieder besser aussehen. Entscheidend sei, so Kämmerer Armin Pfriender, dass der Haushalt vom Landratsamt genehmigt werde, sonst sei die Gemeinde in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt, Zahlungen seien kaum noch möglich.

Schwimmbad-Sanierung noch nicht aktuell

Für das laufende Jahr ist das Investitionsvolumen relativ niedrig angesetzt. Denn große Maßnahmen wie das Rathaus und die Ortsdurchfahrt Hammereisenbach sind abgeschlossen. Die Schwimmbad-Sanierung spielt noch keine große Rolle. Trotzdem ist für den laufenden Haushalt eine Kreditaufnahme von 752 000 Euro geplant. Außerdem muss für die Liquidität das Kreditvolumen der beiden Vorjahre mit 1,4 Millionen Euro noch ausgeschöpft werden. Vorgeschrieben ist eine ausreichende Mindest-Liquidität, denn mit zu wenig Geld auf dem Konto sind kurzfristig notwendige Maßnahmen nicht mehr leistbar.

„Was brauchen wir und was wollen wir?“

Daher, so Pfriender, müsse geprüft werden: „Was brauchen wir und was wollen wir?“ So erhält die Gemeinde für die kommenden Jahre etwa zwölf Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Landes, die aber nur für zusätzliche Maßnahmen eingesetzt werden sollen. Ganz wesentlich sei es, die Infrastruktur zu ertüchtigen.

Warnung vor zu vielen Krediten

Albert Schwörer (BWV) fragte, warum nicht längst wie in Villingen ein begleitendes Gremium für die Haushaltsplanung geschaffen wurde. Bürgermeister Wehrle sagte, dass hier aktuell Planungen laufen. Je nach Entscheid des Landratsamts zum Haushalt könnte eine Kommission auch vorgeschrieben werden. Andrea Pietrek (CDU) machte deutlich, dass gerade in der Infrastruktur immer noch vieles getan werden muss. Ein Beispiel sei die Wasser-Problematik Auf der Werthe, wie sie bei einer Bürgeranfrage vorgestellt wurde. Auch das Verschieben von Planungen, so Albert Schwörer, sei keine Lösung. Man könne auch nicht für alles Kredite aufnehmen, sonst werde man sich „an den Zinsen zu Tode zahlen“.

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