Veranstaltung in St. Georgen
: Zukunft der Pflege aktiv mitgestalten

Der Digital Care Congress löst den Virtual Care Congress in St. Georgen ab. Am 22. Oktober ist die Veranstaltung Impulsgeber für alle, die die Zukunft der Pflege mitgestalten wollen.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Martin Friedrich (links), Christoph Rathfelder (Mitte) und Michael Werler freuen sich auf Informationsaustausch und Interaktion beim Digital Care Congress.

Stephan Hübner

Der Virtual Care Congress ist Geschichte, soll aber als Digital Care Congress neu aufgelegt werden. Martin Friedrich, Geschäftsführer des Technologiezentrums (TZ), Christoph Rathfelder von der Hahn Schickard Gesellschaft und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Smart-Home & Living Baden-Württemberg“ sowie Michael Werler von der evangelischen Altenhilfe (EAH) erläutern Details.

Das TZ finanzierte den bisher von Imsimity durchgeführten Kongress seit drei Jahren, so Friedrich. Nach deren Insolvenz habe man überlegt, wie es weitergehen könne, da das Format recht erfolgreich war und das Thema an Aktualität nichts verloren habe. In Sachen Pflegenotstand brauche es mehr häusliche Pflege und digitale Möglichkeiten, diese zu erleichtern. Davon profitierten dann auch Kräfte im stationären Bereich.

Das TZ habe schon immer sehr engen Kontakt mit Hahn Schickard und der EAH gepflegt, und beide hätten Interesse an einer Weiterführung der Veranstaltung gezeigt. Die Mischung aus Netzwerken und Praxis sei ein Volltreffer.

War der Kongress früher stark auf VR ausgerichtet, soll es nun um digitale Technologie allgemein gehen. Dabei steht nicht mehr nur Ausbildung im Fokus sondern sowohl Pflegende als auch Pfleger. Wie bisher sollen Gründer ihre Angebote präsentieren.

Veranstaltung als Brückenbauer

Rathfelder betont die Bedeutung problemgetriebener Lösungsansätze. Anwender wüssten oft nicht was es gebe, tolle Lösungen der Hersteller scheiterten oft an Kleinigkeiten. Als Beispiel nannte er eine App, die automatisch bei Hitze Rollläden nach unten fahren kann, was aber bei Tests mit Pflegebedürftigen zu weit ging, da die zwar vor Hitze gewarnt werden, aber ihre Selbstständigkeit behalten wollten.

Er vertrete einen sehr kleinen Verein, der dankbar sei für jeden Sponsor, verdeutlichte Rathfelder sein Interesse an der Veranstaltung. Die solle nicht nur Informationen bieten sondern auch Kontakte mit Anbietern und Interaktionsmöglichkeiten – ein bisschen ein Brückenbauer sein.

Die EAH habe in den letzten drei Jahren mit dem „Living Lab“ Know-how aufgebaut, um Probleme Angehöriger und Bedürftiger zu lösen, so Werler. Ein Beispiel seien laserbasierte Sturz-Sensoren, die schon im Vorfeld Bewegungen im Bett feststellen können. Auch gebe es Anwendungen, die Begriffe aus dem „Pflegedschungel“ für Angehörige übersetzen. Auch kulturelle und sprachliche Probleme seien digital lösbar.

Benutzerfreundlichkeit lässt zu wünschen übrig

Mehr als 20 Anbieter hätten bei der EAH schon Produkte unter Realbedingungen getestet. Oft lasse deren Benutzerfreundlichkeit zu wünschen übrig. Es gebe einen hohen Bedarf an Hilfsmitteln, die Pflegekräfte unterstützen, ohne dass die im Hintergrund viel Zeit für Einarbeitung aufwenden müssten. „Viele haben dafür weder Zeit noch Ressourcen“, ergänzt Rathfelder. Dennoch müssten digitale Lösungen auf individuelle Bedürfnisse passen.

Insgesamt sieht Friedrich für den Digital Care Congress großes Potential, versprach „tolle Referenten und Gründer“. Stattfinden soll der Digital Care Congress am 22. Oktober von 10 bis 16 Uhr in der Stadthalle.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://tz-stgeorgen.de/ unter der Rubrik „Veranstaltungen“.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.