Unvergessliches Erlebnis: Eine musikalische Achterbahn in St. Georgen

Ein besonderer Zauber liegt beim Bergstadtsommer in der Klosterbergfabrik. Klasse-Künstler, ausgezeichnete Musik und passende Illumination formen das Gesamtkunstwerk. Zu sehen sind die Percussionistin Nozomi Hiwatashi und der Klarinettist „Dirk-san“.
Kouba„Moderne Musik“ mit der Japanerin Nozomi Hiwatashi wurde zum Erlebnis mit Nachhall in der Klosterbergfabrik. Geboten wurde Percussionsmusik, die eine neue Dimension eröffnete.
Verblüfft über den Besucherstrom reagierte Karsten Dönneweg, der die ungezählten Gäste begrüßte. Ebenso hieß Hansjörg Weisser das Publikum willkommen und wies auf den kulturellen Faktor der Klosterbergfabrik hin.
Auf drei Ebenen des Baus aus dem Dreikaiserjahr spielte sich das Geschehen ab, das durch Nozomi Hiwatashi beherrscht wurde. Sie erwies sich als exzellente Botschafterin fernöstlicher Kultur, gepaart mit betont westlicher Kunst.
In ihren Adern pulsiert Rhythmus
Ihr ganzer Körper ist Musik, in ihren Adern pulsiert Rhythmus, und geistig bewegt sie sich im Zeichen japanischer Tradition, wie „Yin“ und „Yo“. Moderne Komponisten standen auf ihrem Programm, verbunden mit Namen wie John Cage, Kevin Volans, Wojtek Blecharz, Ferran Cruixent oder Vinko Globokar. Alles bewegte sich in einer konzeptionellen Choreographie, und ihr zur Seite standen die mit originellen Spitznamen bedachten Mitwirkenden: Dirk-san (Dirk Altmann/Clarinet), Linus-chan (Piano) und Gregor-samma (Voice) – letztere Sprösslinge der Dönneweg-Familie.
Mit absoluter Komik war der Einstieg bestückt: Der „Ablauf“ des zeitgenössischen Finnen Magnus Lindberg. Dirk Altmann, der sieben Notenständer benötigte, bewies sich als Komödiant mit Klarinette und Bassklarinette. Die musikalische Achterbahn war mit schrillen oder flatternden Tönen, Piccolonachahmungen, abstrakten, melodiösen oder klagenden Passagen, Flageolettönen, Zwischenrufen beider Akteure, krachenden Schlägen der Taiko (große Trommel) und Schluss- Smorzando belegt.
Performance mit Konzert-Pedalpauke
Was folgte, war überwältigend: Der „Blacksnowfall“, eine Performance mit Konzert-Pedalpauke, Klangschalen und Körpereinsatz. Was faszinierte, waren die Klangergebnisse, die mit Händen, Fingern oder Fingernägeln auf der Membran erzeugt wurden – die Entführung in eine andere Welt. Höhepunkt des Abends schien Globokars „Corporel“ gewesen zu sein. Hier wurde mit japanischer Ausstrahlung der gesamte Körper zum Instrument. Die Schläge, die gestische Bewegung, die Rufe und die erzeugten Töne, sogar mit Klaps auf den Kopf, wurden zur Gesamtkomposition, die jedem Zuhörer eigene Vorstellungen eröffnete.
Ergänzt wurde das Programm mit einem Defilee von Congas, Bongos und großer, europäischer Trommel, mit bezaubernd-hinreißenden Klängen von Vibrafon und Marimbaphon oder einer Klangkugel. Als Dank für den jubelnden Applaus gab sich Nozomi Hiwatashi nochmals sportlich fit, um einen mitreißenden Bewegungs- und Klangeinsatz mit einer Taiko zu inszenieren.