Umzug in Schonach: Hat die Narrenzunft bald eine Ozumine?

Sie buhlen um die Gunst der Narren (von links): die Kandidaten Robin Kienzler, Daniel King, Jakob Ringwald, Julian Dold und Sandra Kaiser.
Claudius EberlEs lag sicher auch der folgenden Wahlveranstaltung für den Posten des Ozumeis, dass der Umzug so viele Teilnehmer und Festwagen hatte. Denn etliche Gruppen hatten ihren eigenen Kandidaten dabei. Doch zuerst kamen die Maskenträger – und deren Anzahl war wieder riesig. Kleine und große Geisenmeckerer und -mägde, angeführt von den Zunfthexen, der Narrenpolizei und dem heidnischen Jäger waren dabei, gefolgt vom Musikverein Schonach.
Einige Hundert Zuschauer verfolgen Geschehen
Dann kam schon der scheidende Ozumei – als Kapitän auf seinem Wagen und mit Batzenwecken bewaffnet, die er unters Volk bringen ließ. Die Party-Partei, der Wagen von Kandidat Jakob Ringwald, verteilte indes Bier unter den Zuschauern. In die Hunderttausende, wie von Uwe Kammerer und Martin Schmidt, die beim Rebstock als Kommentatoren fungierten, ging deren Zahl zwar nicht, aber einige Hundert waren es.
Auch Julian Dold und Daniel King bewarben sich als Kandidaten für das hohe Amt – der eine in Trump-Manier, der andere sah sich schon als King des Narrenorts. „Wir brauchen keinen Kienzler oder King, wir brauchen eine Kaisern!“, war das Motto der Gruppe um Sandra Kaiser, die sich als Ozumine bewarb. Und Robin Kienzler schließlich war mit einer ganzen Entourage hübscher junger Damen unterwegs, um Stimmen zu sammeln.
Knallen und Blitzen zum Abschluss
Aber nicht nur Kandidaten sah man, sondern auch eine Gruppe mit Harlekins, Hippies, die sich im Dorf zurückmelden, und eine ganze Schar von Kuckucksuhren. Die Schützenhexen hatten ihren Hexenwagen dabei, nach einer Gruppe schaurig-schöner Damen schloss die Gruppe Fässle den Umzug mit Knallen und Blitzen ab.
Noch-Ozumei wird über den Jordan geschickt
Nach dem Umzug war dann aber noch nicht Schluss; weiter ging es im Kurpark. Da hieß es erst einmal, den Noch-Ozumei über den Jordan – oder in diesem Fall über den Kurpark-Weiher – zu schicken. Im Schlauchboot wurde er kurzerhand über den Weiher verfrachtet.
Das versprechen die Kandidaten
Und dann stellten die Kandidaten ihre Programme vor. Kaiserin Sandra kündigte an, dass sie alles anders machen würde, vor allem aber würden die Frauen unter ihr in die erste Reihe des Narrenrats rücken. Jakob Ringwald propagierte Bier für alle, und Daniel King hielt eine lange Rede über seinen Hintergrund und seine Pläne. Julian Dold erklärte, dass es unter ihm in Schonach eine Geißenpflicht geben soll und hatte auch schon ein Motto für seine Amtszeit: „Make Fasnet Great Again!“ Robin Kienzler gab sich demütig: Die Fußstapfen, die Jonny Kienzler hinterlasse, seien größer als der Kurpark-Weiher.
Und die Zuschauer? Im Stimmungsbarometer votierten sie doch recht eindeutig für Sandra Kaiser.
Danach ging es für viele ins Haus des Gastes. Dort bewirtete wieder der FC Schonach.