Thai-Kulturfestival in St. Georgen
: Bergstädtern die Kultur Thailands näher bringen

Wasana Juchem und Patchalee Haas haben viel Zeit und Arbeit in die Organisation des zweiten Thai-Kulturfestivals am und im evangelischen Gemeindehaus investiert. Die beiden Frauen hoffen, dass dieses Fest auf Dauer ein Fest der Kulturen wird.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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So viele Menschen braucht es, um alles im Gang zu halten – dazu kommen dutzende Frauen an den Ständen. Wasana Juchem (kniend) organisiert das Fest mit Patchalee Haas (dahinter). Rechts daneben steht Jiraporn Maier Knapp, Übersetzerin für das Konsulat.

Hans-Jürgen Kommert

„Eigentlich wollten wir das in diesem Jahr eher kleiner machen – und am Ende ist es jetzt noch größer als im letzten Jahr“, erklärte Patchalee Haas im Gespräch. Allerdings blieb das Kulturfest auch nicht von Unzulänglichkeiten verschont. Zum einen war es das Wetter, das sich sehr aprilhaft zeigte. Und aufgrund der feuchtkalten Witterung fiel auch die eine oder andere Helferin erkrankt aus. Selbst Pfarrer Roland Scharfenberg musste absagen – wegen eines Krankheitsfalls in der Familie, wie Haas bemerkte.

Besucher zeigen Interesse

Schon der Freitag – vielleicht noch der wettertechnisch bessere Tag – zeigte sich mal sonnig, mal feucht, aber stets kühl. „Mittags hatten wir sehr viele Gäste zum Essen, auch am Abend kamen viele. Besonders voll wurde es im Gemeindehaus, als sehr kurzfristig eine Showgruppe aus Chiang Mai, die als Förderer der Thailändischen Kultur in Europa unterwegs ist, authentische Tänze zeigte“, verriet Wasana Juchem. Unterwegs ist die Gruppe als Botschafter thailändischer Kultur anlässlich des Neujahrsfests Songkran der Thai-Völker nach dem thailändischen Mondkalender. Es war in diesem Jahr auf den 13. bis 15. April datiert.

Wasana Juchem ist Inhaberin des Thai-Massagesalons in der Sommerauer Straße und hat mit ihrer Freundin Patchalee Haas viel Zeit und Arbeit investiert bei der Organisation des zweiten Thai-Kulturfestivals, das am Freitag und Samstag am und im evangelischen Gemeindehaus stattfand. Es liege ihnen am Herzen, den Menschen in Deutschland, vor allem in der Bergstadt, die Kultur Thailands näher zu bringen. Dabei ist ihre Intention, dass dieses Fest auf Dauer ein interkulturelles, ein Fest der Kulturen werden soll.

Ziel: Fest soll ein Fest der Kulturen werden

Thailändische Tanzkunst zeigt eine Showgruppe aus Chiang Mai, die als Förderer der Thailändischen Kultur in Europa unterwegs ist.

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Das Land in Südostasien ist geprägt vom Buddhismus, vermischt mit Ahnenkult, allerdings gibt es mittlerweile eine wachsende Zahl an Christen. Auch die beiden Frauen gehören dieser Minderheit an. Anstelle von Pfarrer Scharfenberg machte Michael Jäckle eine kurze Begrüßung – er ist mit Patchalee Haas verheiratet.

Vieles geboten

Thailand ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsland, mehr als 30 000 Deutsche leben dort. Vor allem Rentner zieht es mittlerweile auf Dauer dorthin, weil man sich schon mit wenig Geld viel leisten kann. Umgekehrt gibt es wesentlich mehr Thai in Deutschland – rund 109 000. Für diese gibt es nur ein Konsulat – in Berlin. In Hausach aber findet im Juli ein „Thai-Deutschen-Fest statt, mit der Besonderheit, dass es mit einem Konsulartag gekoppelt ist – hier ist Jiraporn Maier Knapp Organisatorin und Dolmetscherin. Sie besuchte auch das Fest in der Bergstadt.

Nach (fast) originalen Rezepten kochen die Thai-Frauen – nur die Schärfe der Speisen ist etwas dem europäischen Gaumen angepasst

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Traditionelle Tänze und vielerlei „Streetfood“

Vielerlei „Streetfood“ wie diverse Fleischspieße, Papayasalat, Frühlingsrollen mit und ohne Fleisch, Wan Tan Teigtaschen, feine Suppen und ähnliche Leckereien konnte man genießen, probieren. Die Organisatorinnen bringen aber auch Kultur mit. Neben DJ Willi, der von klassischer Thai-Musik bis zum Deutschen Party-Kracher alles im Gepäck hatte, über Tänzerinnen, die traditionelle Tänze der buddhistischen Tempel zeigten und deren Gewänder die feine Arbeit thailändischer Webkunst bewiesen, war wieder viel geboten – auch eine thailändische Sängerin trat auf.

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