St. Georgen
: Horst Rettich hat eigene vier "F"

Postschmiede-Geschäftsführer feiert 70. Geburtstag / Turnvereins-Ehrenmitglied ist begeisterter Freizeitsportler
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Oberndorf
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Horst Rettich ist gerne in der Firma und lässt offen, wann er sich in den Ruhestand zurück zieht. Foto: Vaas

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Von Dieter Vaas

St. Georgen. Maschinenbau und Fechten haben im Leben von Horst Rettich immer eine besondere Rolle gespielt. Heute vor 70 Jahre kam er im alten Krankenhaus der Bergstadt zur Welt und blieb immer seine Heimat treu.

Der Maschinenbau war für den Geschäftsführer in fünfter Generation von J. G. Weisser Söhne in die Wiege gelegt. Ebenso das Fechten, denn die Eltern Dora, geborene Weisser, und Gottfried lernten sich beim Fechten kennen. Der Vater stammte aus dem Schwäbischen, war gelernter Ingenieur und arbeitet zu dieser Zeit für den Maschinenbauer Heinemann. Als Entwickler setzte er später in der Postschmiede neue Maßstäbe.

Dem Ruf der Familie gerne gefolgt

Die Familie wohnte an der Bahnhof- und der Bundesstraße, bis die Eltern am Jörglisberg ein Eigenheim bauten. Horst war das Nesthäkchen unter drei Geschwistern. Er besuchte die Volksschule, das Progymnasium in der Bergstadt sowie die Höhere Handelsschule in der Kreisstadt. Bei der Firma Binder in Villingen absolvierte er einen kaufmännische Lehre und studierte Betriebswirtschaft in Pforzheim. Seine Wehrpflicht erfüllte er in der Eifel und Bad Godesberg. Als ihn die Familie rief, kehrte er gerne in die Bergstadt zurück, um im Jahr 1968 in die 1856 gegründete Firma einzutreten. Im Jahr 1981 wurde er Geschäftsführer. Bis heute leitet er gemeinsam mit seinem Vetter Helmut Weisser das Unternehmen. Dabei haben sie viele "schwankende Zeiten" erlebt, sagt er rückblickend. Als Vorsitzender des Arbeitgeberverbands (heute Südwestmetall) hat er sich ebenfalls engagiert.

Die Nachfolge ist bereits geregelt: In sechster Generation treten die Söhne Thorsten (Technik) und Robert Rettich (Controlling) sowie Hansjörg Weisser (Vertrieb) in die Fußstapfen ihrer Vorfahren. Horst Rettich ist aber nach wie vor "absolut gerne" im Unternehmen und lässt noch völlig offen, was er einmal im Ruhestand machen will.

Der Zehn-Stunden-Arbeitstag war und ist die Regel für ihn. Den Samstag hält er sich gerne frei. Aber am Sonntagnachmittag ist er oft im Büro, um in Ruhe arbeiten zu können. Den Weg vom Jörglisberg bis zur Postschmiede und zurück legt er morgens, zur Mittagszeit, am Nachmittag und abends bei jedem Wetter praktisch immer zu Fuß zurück. Er liebt zudem ausgedehnte Spaziergänge und ist begeisterter Skilang- und Crossläufer. Die Strecke Schonach – Belchen mit ihren 100 Kilometern Distanz hat er schon mindestens 20 Mal meist in zwei Tagen bewältigt. Und dieses Thema ist noch nicht abgehakt, versichert er schmunzelnd.

Beim Rasenmähen länger Krach machen

Besonders eng verbunden ist Horst Rettich natürlich dem Turnverein, dessen Ehrenmitglied er mittlerweile ist. Dabei gelten für ihn eigene vier "F": Firma, Familie (mit der Ehefrau als Managerin und Enkelin Luisa), Fechten und Freizeit. Bei Letzterer ist er besonders froh darüber, dass er beim Rasenmähen mittlerweile länger Krach machen darf.

Wie könnte es anders sein, hat er Hilde Zimmermann beim Fechten kennengelernt und im Jahr 1970 vor den Traualtar geführt. Ende der 1970er-Jahre übernahm er beim Turnverein nach dem plötzlichen Tod von Theo Schultheiß die Fecht-Abteilung und ist bis heute deren Leiter. Im Badischen Fechterbund war er unter anderem viele Jahre Kassier. Sein besonderes Anliegen war immer die sehr erfolgreiche Jugendarbeit. Aushängeschilder sind hier der mehrfache deutsche Meister im Friesenkampf Jörn Thiele. Aber auch Tochter Ulrike, die heute in Düsseldorf lebt, schaffte es bis zum deutschen Meistertitel im Friesenkampf und Sohn Torsten zählte ebenfalls zu den Besten.

Vom Theater-Abobis zum Krimi

Schon seit früher Jugendzeit hat Horst Rettich ein Theater-Abonnement in Villingen. Während der Studienzeit genoss er die Theater-Besuche in Pforzheim. Er liebt Konzert- und Festspielbesuche. Lesen gehört ebenfalls zu seinen Leidenschaften. Oft ist es Fachliteratur, aber noch lieber sind ihm Krimis. Wenn Horts Rettich in den Urlaub geht, sollte Wasser dabei sein, ob in Oberitalien oder mit besonderer Vorliebe an der Nordsee.

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