Projekt in Furtwanger Ortsteilen: Bessere Wege zu den Bauernhöfen

Mit dem Spatenstich ist nun das BZ-Verfahren Rohrbach-Schönenbach gestartet, das schon jahrelang geplant worden war. Im Mittelpunkt steht dabei der Wegebau, um die Bauernhöfe und auch die land- und forstwirtschaftlichen Gebiete erreichen zu können. Unser Bild zeigt (von links) Bürgermeister Florian Merz, Werner Obergfell (Flurneuordnungsamt), Christian Marzahn (Bauamt Furtwangen), Balzenhof-Bauer Björn Linhard, Landrat Sven Hinterseh und Bauleiter Thomas Arnold.
Stefan HeimpelIm vergangenen Jahr wurde das Verfahren genehmigt und im Herbst sowie im Februar wurden bereits die Fördergelder für die ersten Bauabschnitte übergeben. Diese Schwarzwaldverfahren benötigen allerdings sehr viel Zeit.
Werner Obergfell vom Flurneuordnungsamt rechnet mit etwa fünf Jahren Bauzeit und dann etwa weiteren fünf Jahren, bis alle Änderungen eingetragen sind und das Verfahren abgeschlossen werden kann.
An die lange Vorgeschichte erinnert sich der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft und Bauer auf dem Balzenhof Björn Linhard: Schon vor etwa 30 Jahren, er selbst besuchte noch die Grundschule, habe sein Vater am Mittagstisch angekündigt, dass nun irgendwann einmal das BZ-Verfahren, auch Schwarzwaldverfahren genannt, in Rohrbach starten werde.
2009 Beschluss gefasst
Doch erst 2009 wurde der Flurbereinigungsbeschluss gefasst. Und es ging noch einmal ein paar Jahre, auch aufgrund der in Furtwangen zur Verfügung stehenden Finanzmittel.
2015 wurde die Teilnehmergemeinschaft mit dem Vorsitzenden Björn Linhard gegründet und die Planungen begonnen. Genehmigt wurde das Verfahren im August 2025 und nun begonnen.
Landrat Sven Hinterseh betonte die Bedeutung dieser Schwarzwaldverfahren. Wenn man die Landschaft des Schwarzwalds und damit die alten Höfe, wie hier den 300 Jahre alten Balzenhof, erhalten wolle, müsse man den Familien auch die Möglichkeit geben, diese im 21. Jahrhundert weiterzuführen. Dabei sei der Wegebau von wesentlicher Bedeutung.
Milchwagen fährt zum Hof
Die Höfe, oftmals auch bis zu drei Kilometer von der Landstraße entfernt, müssen unter anderem für LKW, beispielsweise den Milchwagen, erreichbar bleiben. Deshalb hat das Land Baden-Württemberg 1973 diese Schwarzwaldverfahren ins Leben gerufen.
Bei Gesamtkosten von etwa 5,7 Millionen Euro beträgt der Zuschuss von Bund und Land 4,88 Millionen Euro. Positiv sei auch die Bereitschaft der Stadt Furtwangen, selbst 430.000 Euro beizutragen.
Mehr als 2000 Hektar
Beeindruckt zeigte sich Landrat Hinterseh von den Zahlen: Das Gebiet dieser Maßnahme umfasst mehr als 2000 Hektar. Dafür mussten sich 158 Teilnehmer zusammenfinden und gemeinsam die Maßnahmen beschließen. Geplant sind 14,6 Kilometer Schotterwege, 4,2 Kilometer Asphaltwege und 3,3 Kilometer Pflasterwege.
Dazu kommen Ausgleichsmaßnahmen wie Waldrand-Gestaltung mit typischen Laubbäumen oder Wiederherstellung von Teichen und Tümpeln als Lebensraum.
Bürgermeister Florian Merz betonte, dass hier gezielt der ländliche Raum gestärkt werde. Dazu gehöre Landschaftspflege ebenso wie die Schaffung von Strukturen. Nicht zuletzt, so betonte er, sei der Tourismus ein wesentliches Standbein der Bauernhöfe. Auch die Feriengäste müssen ihre Unterkunft erreichen können.
Ein Vierteljahrhundert gewartet
Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Björn Linhard vom Balzenhof, begrüßte vor allem die Bereitschaft von Bund und Land, die Finanzmittel bereitzustellen. Er sei froh, dass es nun endlich so weit ist, nachdem man schon ein Vierteljahrhundert gewartet habe. Nicht zuletzt sehe man an den Wegen rund um den Hof, wie wichtig hier eine Neugestaltung und Befestigung ist. Gerade auch bei starken Regenfällen gebe es immer große Schäden.