Persönlichkeiten in St. Georgen: Eine Institution war am Sonntag 90

Josef Stockburger feiert am Sonntag, 24. Mai, seinen 90. Geburtstag.
Hans-Jürgen KommertAm Sonntag, 24. Mai, feiert Josef Stockburger diesen runden Geburtstag.
Geboren als drittes von fünf Kindern, aber auch als ältester Sohn auf dem Anwesen im Hagzinkenweg, besuchte der Jubilar zunächst die achtjährige Volksschule im kleinen Dorf, danach die „Winterschule“, mithin die landwirtschaftliche Fachschule in Villingen.
Danach arbeitete er bei seinen Eltern auf dem Hof, der auch heute noch mit einer Fläche von 66 Hektar einer der größten in St. Georgen ist. 1963 heiratete er seine Frieda, geborene Weisser, die er schon seit der Schulzeit kannte. In den Jahren 1966 bis 1973 wurde er fünfmal Vater, allesamt wurden es Töchter. 1966 übernahm Josef Stockburger auch das Anwesen. Im Jahre 1976 kandidierte er für den Gemeinderat und blieb in diesem Gremium bis zu seinem Rückzug im Jahre 2009.
Gemeinderat war er aber bereits lange vorher: Von 1968 bis zur Eingemeindung im Jahre 1974 war er Mitglied im Rat des damals noch selbstständigen Dorfes, von 1975 an war er zugleich auch Ortsvorsteher in Oberkirnach.
Aktiv in vielen Vereinen
Wichtige Eckpunkte der letzten Jahrzehnte waren das kleine Neubaugebiet im Ort, der Kanalbau mit viel Eigenarbeit oder die Sanierung des alten Schulhauses und die Einrichtung eines Kindergartens im Schulhaus. Ein letzter Höhepunkt sei sicher das BZ-Verfahren gewesen. Auch bei der 1963 wieder gegründeten Feuerwehr gehörte „der Stoffel-Sepp“ zu den Leistungsträgern. Lange Jahrzehnte war er stellvertretender Kommandant, heute ist er noch Mitglied der Altersmannschaft.
An der Oberkirnacher Chronik war er maßgeblichen beteiligt, sowohl bei der Erstauflage als auch bei der Überarbeitung im Jahre 2012. Eine Herzensangelegenheit war ihm immer die Forstbetriebsgemeinschaft, Nachfolgerin des einst von Martin Wentz geleiteten Holzverwertungs-Vereins. Von der Gründung im Jahr 1981 bis 2014 war er Vorsitzender, sorgte rechtzeitig für einen Nachfolger. Nach wie vor verfolgt er die Sitzungen mit großem Interesse. Der ehemalige Verkehrsverein, aber auch der Gesangsverein „Kirnachklänge“ sind Vereine, bei denen er viele Jahrzehnte Mitglied war und ist.
Mit Senioren unterwegs
Früher habe er sogar mitgesungen, passives Mitglied ist er noch immer. 1969 baute er mit Schwager Gerhard Fichter den Skilift Schlossberg, wo er bis 2014 noch jeden Herbst und Winter aktiv mitarbeitete. Die Landwirtschaft und den Hof hat er schon 2008 an seine jüngste Tochter Gudrun und ihren Mann Otmar Klausmann abgegeben.
Im Jahr 2023, kurz vor seinem Geburtstag, erlebte er den wohl schwersten Tag seines Lebens, als seine geliebte Frieda verstarb. Er hatte mit ihr viele Jahre gemeinsam den Brigacher Senioren immer wieder Tagesfahrten erlebt, erzählte er. Diese Fahrten liebt er bis heute – ebenso wie das Beisammensein mit der Feuerwehr-Altersmannschaft.
Feier mit der Familie
Seinen Geburtstag feiert er mit seiner Familie, inklusiv der zwölf Enkel und einem Urenkel. Auch die Feuerwehr und langjährige Weggefährten sind eingeladen. Doch welche Wünsche hat er noch? „Vor allem Gesundheit, sie ist ein wirklich hohes Gut“, betonte Stockburger abschließend.