Ortschaftsrat Schönenbach: Der neue Förster stellt sich vor

Förster Marvin Gauss stellte sich im Schönenbacher Ortschaftsrat vor.
Stefan Heimpel- Neuer Revierförster Marvin Gauss stellte sich dem Ortschaftsrat Schönenbach vor.
- Waldbegehung zeigte Probleme: ausgewaschene Wege und stark steigender Käferbefall.
- Im Revier 22 dominieren Fichten, die unter Klimawandel und Borkenkäfer leiden.
- Anteil von Käferholz stieg ab 2019 stark, 2023 lag er im Kreis bei 71 Prozent.
- Gauss empfiehlt zügigen Einschlag bei guten Preisen – weniger Verluste und bessere Qualität.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was bietet der Wald in Schönenbach? Darüber konnten sich die Schönenbacher Ortschaftsräte bei einem Besuch im Wald unter Führung des neuen Revierförsters Marvin Gauss ein Bild verschaffen. Sie zeigten sich beeindruckt, was hier alles zu sehen ist - bis zu einem kleinen exotischen Waldgebiet inklusive Mammutbaum.
Seit einem Jahr betreut Marvin Gauss das Forstrevier 22 Schönenbach-Langenbach-Rohrbach im Bereich des Kreisforstamtes Schwarzwald-Baar, das nur aus Privatwald besteht. In der Sitzung stellte er sich als künftiger Ansprechpartner zum Thema Wald auch in Schönenbach vor.
Vor der Ortschaftsratssitzung waren die Ortschaftsräte zu einer Waldbegehung eingeladen. Nach dem Abschluss seines Studiums in Freiburg war Marvin Gauss 2024 für eine Traineezeit zum Kreisforstamt Schwarzwald-Baar gekommen. Seit einem Jahr ist der nun für das Forstrevier 22 zuständig, nachdem der bisherige Förster Simon Fesenmeyer das Revier in seinem Heimatort Hubertshofen übernommen hat.
Viele Wege sind ausgewaschen
Ein Thema für Marvin Gauss war dabei der Wegebau. Hier existieren Wegebauvereine, die für die Herrichtung der Waldwege zuständig sind. Zwei Euro je Festmeter eingeschlagenem Holz fließen an den Wegebauverein, da damit die Wege immer wieder hergerichtet werden könnten, informierte Gauss. Viele Wege seien ausgewaschen und müssten ausgebessert werden, was teilweise mit hohen Kosten verbunden sei.
Käferbefall nimmt drastisch zu
In seinem neuen Revier sei es eine besondere Herausforderung, die Wälder, die von der Fichte dominiert werden, für den Klimawandel fit zu machen. Gerade die Fichte sei besonders betroffen, nicht zuletzt durch den Befall mit dem Borkenkäfer. Marvin Gauss machte dabei eine massive Zunahme beim Käferbefall deutlich. Im Schwarzwald-Baar-Kreis lag der Anteil des geernteten Holzes mit Käferschäden auf niedrigem Niveau bis maximal zehn Prozent. Dann gab es ab 2019 einen plötzlichen Anstieg auf ein Vielfaches. In den vergangenen fünf Jahren mussten im Kreisgebiet mehr Bäume wegen Käferbefalls geschlagen werden als für die reguläre Holzernte. Das Maximum lag 2023 bei 71 Prozent des Holzes mit Käferbefall. Damals waren es im Revier 22 sogar 81 Prozent. Erst im vergangenen Jahr war der Anteil des regulären Einschlags im Revier wieder höher als der beim Käferholz. Käferholz bedeute einen deutlichen Wertverlust. Bei den guten Holzpreisen liege der Gewinn für den Waldbesitzer je Festmeter etwa bei 70 Euro.
Schnelles Handeln hilft
Bei sofort entdecktem Käferholz sei der Verlust minimal, könne aber bis auf 50 Prozent anwachsen. Gauss plädierte dafür, in den Wäldern des Reviers kräftig einzuschlagen, da der Holzvorrat überdurchschnittlich sei. Nicht zuletzt werde bei den aktuell hervorragenden Preisen die Gefahr von größeren Verlusten in den nächsten Jahren reduziert. Er macht auch deutlich, dass man den übrigen Bäumen mehr Platz und in der Folge auch eine bessere Qualität verschaffe.
Ein Hauch Exotik
Ein besonderer Höhepunkt der Waldbegehung war das exotische Wäldchen von Schönenbach, das er aktuell für die Abschlussarbeit seiner Einarbeitung im Forstamt betreut und erfasst. Es handelt sich dabei um die Überreste einer Baumschule eines schon länger verstorbenen Friedhofsgärtners. Daher findet man hier Pflanzen, die es sonst Schwarzwald nicht gibt, wie Thuja, Küstentanne oder sogar den Mammutbaum, der inzwischen gegen 100 Jahre alt und etwa 25 Meter hoch sein dürfte. Für die Erfassung und Pflege dieses exotischen Wäldchens wurde inzwischen sogar ein Zuschuss genehmigt.
Absolute Giganten
Mammutbäume bilden eine Unterfamilie der Zypressengewächse, zu der die massivsten, höchsten und ältesten Bäume der Erde gehören. Mammutbäume sind die absoluten Giganten der Pflanzenwelt. Sie vereinen gleich mehrere Superlative: Sie gehören zu den höchsten, dicksten und ältesten Lebewesen der Erde. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika, wachsen heute aber auch als eindrucksvolle Monumente in europäischen Parks und großen Gärten. In Deutschland erreichen Mammutbäume Wuchshöhen von 40 bis über 57 Metern. Das höchste bekannte Exemplar steht in Auenwald bei Backnang und misst etwa 57 Meter. Im Vergleich zu ihren kalifornischen Artgenossen, die über 80 Meter hoch werden können, stehen die deutschen Bäume noch in der Entwicklung. Größenrekorde: Der Küstenmammutbaum ist mit über 115 Metern der weltweit höchste Baum. Der Riesen-Mammutbaum erreicht zwar „nur“ Höhen von bis zu 84 Metern, besitzt dafür aber das größte Holzvolumen. Mammutbäume können über 3000 Jahre alt werden.