Neue Ausstellung in Furtwangen: Clemens Seitz rückt Pflanzen in ein neues Licht

Ausstellungseröffnung im Kunschtstüble im Rathaus, hier mit Makroaufnahmen aus dem Scanner von einer Zimmertanne und einer Zwiebelblüte. Unser Bild zeigt (von links) Ariane Faller, Bürgermeister Josef Herdner, Clemens Seitz und Mateusz Budasz.
Stefan HeimpelEine neue Ausstellung präsentiert das Furtwanger Kunschtstüble im Rathaus: Präsentiert werden ungewöhnliche Foto-Aufnahmen von Pflanzen von der Makroaufnahme bis zur Landschaft des Foto-Künstlers Clemens Seitz aus Freiburg. Die Ausstellung ist bis zum 12. September im Rathaus zu besichtigen.
Clemens Seitz stellte bei der Vernissage seine eigene Blickweise auf Pflanzen und auch die verschiedenen möglichen Techniken vor. Mit „Eine Pflanze ist eine Blume, ist ein Baum, ist ein Wald ...“ hat Clemens Seitz seine Ausstellung überschrieben.
Bei der Eröffnung der Ausstellung zeigte sich Bürgermeister Josef Herdner beeindruckt von diesem interessanten Titel, der die verschiedenen Blickweisen bei diesen Fotografien umschreibt. Im Kunschtstüble werde hier wieder eine etwas andere Ausstellung präsentiert. Nicht zuletzt hofft er, neue Besucher ins Rathaus zu locken.
Kuratoren sind beeindruckt
Nähere Details zur Ausstellung erfuhren die Besucher der Vernissage durch das Künstlergespräch der beiden Kuratoren des Kunschtstübles, Ariane Faller und Mateusz Budasz, die sich selbst beeindruckt zeigten.
Kamera war ein Geschenk
Wie Clemens Seitz selbst berichtete, war er neben seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter etwa 1995 auf die besondere Fotografie gestoßen, angeregt durch eine Kamera, die er bereits viele Jahre zuvor von seinem Vater geschenkt bekam. Diese besondere Form der Pflanzen-Fotografie sei für ihn etwas ganz anderes als das „Knipsen“. Sein künstlerischer Ansatz dabei ist, Strukturen festzustellen und darzustellen.
Unter diesem Aspekt hat er bereits viele Fotoserien zu unterschiedlichen Themen dargestellt, darunter auch diese Serie zur Pflanzenwelt. Ein wichtiger Teil dieser Serie wird nun im Rathaus präsentiert.
Clemens Seitz machte zudem deutlich, dass für eine solche Ausstellung die „Hängung“ wesentlich ist, also die Anordnung der Bilder in einer Ausstellung. Diesbezüglich war er den beiden Kuratoren dankbar für die Unterstützung beim Aufbau der Ausstellung.
In der Ausstellung sind ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Pflanzenwelt zu sehen. Es beginnt bei Makro-Aufnahmen einzelner Elemente von Blumen über einzelne Bäume in verschiedener Umwelt und Jahreszeit bis zu ganzen Wäldern.
Technik spielt eine Rolle
Mateusz Budasz machte deutlich, dass sich bei solchen Fotografien die Frage stelle, was Kunst ist. Offensichtlich spielt auch die Technik eine wesentliche Rolle.
Manches Bild, so Ariane Faller, sehe dabei aus wie gemalt. Von der Fotografie mit einer normalen (digitalen) Kamera reicht hier der Bogen bis zum speziellen Scanner zur Erfassung kleinster Strukturen in der Pflanzenwelt. Diese Bilder werden dann ausführlich gesichtet und sortiert, nachdem Clemens Seitz die verschiedenen Strukturen gesucht und gefunden hat. Auch eine Bearbeitung der Bilder, um beispielsweise Kontraste hervorzuheben, findet immer wieder statt.
Ausgestellt sind 47 Werke aus der Serie. Die Bilder sind auch käuflich zu erwerben.
Die Stadt Furtwangen präsentiert noch bis Freitag, 12. September, im Rathaus Werke von Clemens Seitz. Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag, 9 Uhr bis 12.30 Uhr, sowie nach Vereinbarung besucht werden.