Nach Motorradunfall bei Vöhrenbach
: Warum Überholen oft gefährlicher ist als gedacht

Nach dem Unfall auf der B500 mit drei Verletzten ordnet die Polizei den Vorfall ein. Warum es immer wieder zu Unfällen beim Überholen kommt, welche Rolle Geschwindigkeit spielt und weshalb im Zweifel auf das Manöver verzichtet werden sollte.
Von
Leroy Behrens
Vöhrenbach
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Polizei sichert Unfallstelle - Illustration: ARCHIV - 11.06.2017, Bayern, Günzburg: Auf einem Polizeifahrzeug warnt eine Leuchtschrift vor einer Unfallstelle. (zu dpa: «Motorradfahrer stirbt bei Überholmanöver in Kurve») Foto: Stefan Puchner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf einem Polizeifahrzeug warnt eine Leuchtschrift vor einer Unfallstelle. (Symbolfoto)

Stefan Puchner/dpa
  • Polizei warnt nach Unfall auf der B500 bei Vöhrenbach vor Risiken beim Überholen.
  • Laut Polizei: 85 Unfälle im Schwarzwald-Baar-Kreis letztes Jahr im Zusammenhang mit Überholen.
  • Häufige Ursache ist falsche Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten – nicht Absicht.
  • Empfehlung: defensiv fahren und im Zweifel nicht überholen, StVO regelt Verbote klar.
  • Beim Unfall kollidierte ein Motorrad mit einem abbiegenden VW, drei Personen wurden leicht verletzt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Verkehrsunfall auf der B500 bei Vöhrenbach, bei dem ein Motorradfahrer und zwei Insassen eines Autos leicht verletzt wurden, weist die Polizei auf die Gefahren von Überholmanövern hin. Denn solche Unfälle kommen im Kreis immer wieder vor.

Wie Daniel Brill vom Polizeipräsidium Konstanz auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, ereigneten sich allein im vergangenen Jahr 85 Verkehrsunfälle im Schwarzwald-Baar-Kreis, die beim oder im Zusammenhang mit einem Überholvorgang passierten.

Oft entscheidet eine falsche Einschätzung

Aus Sicht der Polizei steckt dahinter häufig keine bewusste Rücksichtslosigkeit, sondern eine falsche Einschätzung der Situation. „Der eigentlich einfache Vorgang eines Überholmanövers hängt doch unter Umständen mit vielen komplexen Entscheidungen zusammen“, erklärt Brill. Fahrer müssten innerhalb kürzester Zeit Entfernungen, Geschwindigkeiten und die Verkehrslage richtig einschätzen. Komme es dabei zu einer gefährlichen Situation, liege das „vermehrt daran, dass -  möglicherweise aufgrund einer falschen Einschätzung - eine falsche Entscheidung getroffen wird“.

Eine entscheidende Rolle spiele dabei auch die Geschwindigkeit. Nicht zwangsläufig, weil zu schnell gefahren werde, sondern weil die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs oder des zu überholenden Fahrzeugs häufig falsch eingeschätzt werde.

Polizei rät zu defensiver Fahrweise

Mit Blick auf den Unfall bei Vöhrenbach rät die Polizei deshalb zu einer defensiven Fahrweise. „Wenn man den Grundsatz beachtet, im Zweifel lieber nicht überholen als anders herum, fährt man im wahrsten Sinne schon sicherer“, so Brill. Wer vorausschauend und vernünftig unterwegs sei, gerate nur selten in gefährliche Situationen.

Wann Überholen überhaupt erlaubt oder verboten ist, regelt die Straßenverkehrsordnung. Überholverbote ergeben sich häufig durch die Beschilderung, aber auch Paragraph fünf der Straßenverkehrsordnung enthält klare Vorgaben dazu, wann ein Überholmanöver unzulässig ist - etwa bei unklarer Verkehrslage oder wenn andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet werden könnten.

Bei dem Unfall in Vöhrenbach war ein niederländischer Motorradfahrer auf der B500 mit einem abbiegenden VW kollidiert. Der Motorradfahrer wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Die 21 Jahre alte Autofahrerin und ihr 25-jähriger Beifahrer kamen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Alle drei wurden nach bisherigen Erkenntnissen leicht verletzt.

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