Museum in Furtwangen: Was das Kirner-Kabinett gegen schwindendes Interesse tut

Eine sehenswerte Ausstellung bietet das Kirner-Kabinett. Das Foto zeigt Initiator Guido Staeb mit Bildern seiner Ur-Ur- Großmutter Karoline Dufner und des Maler Johann-Baptist Kirner.
Siegfried KoubaSeit 2020 gibt es das Kirner-Kabinett, das im Gebäude der Volksbank untergebracht ist. Es hält die Erinnerung an die hiesigen Maler-Brüder Johann Baptist Kirner (1806 bis 1866) und Lukas Kirner (1794 bis 1852) und andere wach.
Ein wichtiger Bezug zur Sparte „Genremalerei“ wird hergestellt und ist gleichzeitig historisches Zeugnis. Letzteres wird deutlich an Bildern der Badischen Revolution, der Eisenbahn, der Biedermeier-Epoche und des künstlerischen Strebens, das in Rom kulminierte.
Guido Staeb ist Initiator des Kabinetts und mit den Kirners verwandt. Die Schwester der Malerbrüder, Karoline Dufner, ist seine Ur-Ur-Großmutter. Ihm liegt daran, mit der Ausstellung kulturelle Werte zu erhalten und der Öffentlichkeit näher zu bringen.
Johann Baptist Kirner hat durchaus einen nennenswerten Stellenwert. Er besuchte die Augsburger Kunstschule, studierte an der Königlich Bayerischen Akademie, deren Ehrenmitglied er wurde, und war Badischer Großherzoglicher Hofmaler. Männer wie Carl Spitzweg, Anselm Feuerbach oder Moritz von Schwind nannte er seine Freunde. Kunstausstellungen in München (1888) oder in Berlin (1906), eine Doktorarbeit von Carina Mahlbacher und Würdigungen im Freiburger Augustiner-Museum (2021/2022) zeigen seine Bedeutung.
Gegen nachlassendes Besucherinteresse
Anfänglich war die Resonanz gut. Interessierte an Kunst, Kultur und Heimatgeschichte oder einfach Neugierige und junge Leute mit „künstlerischer Ader“ kamen. Mittlerweile flaute der Besuch ab, was Guido Staeb vor allem der Beschäftigung mit sozialen Medien und der alltäglichen Informationsflut zuschreibt.
Er möchte dem Trend, wie andere Museen, mit unterschiedlichen Themen bei Sonderausstellungen entgegenwirken. Ferner denkt er an eine engere Zusammenarbeit mit Schulen. Helfen soll auch ein Freundeskreis und große Zukunftshoffnung gibt es in der „Alten Post“ mit einem städtischen Museum. Im Mehrklang mit Uhrenmuseum, Siedle-Museum und „Arche“, denkt er an ein wirkungsvolles Konzept. Das Museum soll so zum „Brennglas einstiger Geschichte und Lebenswirklichkeit“ werden.
Immer sonntags geöffnet
Johann Baptist Kirner hat mit seinen Ölgemälden, Zeichnungen, Skizzen, Studien, Kunstdrucken und Lithographien ins volle Menschenleben gegriffen. All dies kann man jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr sehen.