Klimawandel in Furtwangen
: Seit sieben Jahren ist der Februar stets zu warm

Die Niederschläge des vergangenen Februars erreichen nur 57 Prozent des langjährigen Mittels. Nur dreimal in den letzten 46 Jahren war der Februar noch schneeärmer. Die Wetterstation am Kussenhof liefert neue Fakten zum Klimawandel.
Von
Bernward Janzing
Oberndorf
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So kann es in Furtwangen aussehen: In diesem Februar blieb die Schneemenge allerdings gering. (Archivfoto)

Chantal Sauerburger

Der Februar war in Furtwangen trocken und abermals zu mild. Die Schneemengen blieben entsprechend gering während die Sonne sich durchschnittlich zeigte.

Mit einer Mitteltemperatur von 0,4 Grad war der Februar an der Wetterstation auf dem Kussenhof um 1,7 Grad zu warm, gemessen am langjährigen Durchschnitt. Damit war der Februar nun der 22. Monat in Folge, der zu mild war; zuletzt war der April 2023 zu kühl gewesen. Zugleich war es der siebte warme Februar in Folge, nachdem letztmalig im Jahr 2018 die Februartemperatur unterdurchschnittlich war. Als Vergleichswerte dienen jeweils die Durchschnittstemperaturen seit Beobachtungsbeginn 1979.

88 Liter Niederschlag

Die Einzelwerte zeigten sich in den letzten Wochen einmal mehr unauffällig. Mit 14 Grad wurde am 21. Februar der Monatshöchstwert verzeichnet, was nicht ungewöhnlich hoch war. Im Februar 1991 waren sogar bis zu 19 Grad verzeichnet worden. Zugleich fällt auf, dass kalte Nächte selten geworden sind. Mit minus 9,5 Grad war es in diesem Jahr am 19. Februar am kältesten, während zum Beispiel im Februar 2012 das Thermometer bis auf minus 20,5 Grad gefallen war.

Mit dem Februar ging nach der meteorologischen Zeitrechnung bereits der Winter zu Ende. Er kam in diesem Jahr auf eine Mitteltemperatur von 0,6 Grad und war damit um 1,8 Grad zu warm.

Die Niederschläge blieben in den letzten Wochen gering. Gerade 88 Liter gingen im Februar an der Wetterstation pro Quadratmeter nieder, womit der langjährige Durchschnittswert nur zu 57 Prozent erreicht wurde. Der höchste Tageswert blieb mit 17,9 Litern am 26. Februar sehr niedrig. So kam auch der Winter in seiner Gesamtbilanz nicht an seine übliche Niederschlagsmenge heran; mit 481 Litern pro Quadratmeter wurde das Soll nur zu 86 Prozent erreicht. Anders als bei den Temperaturen, bei denen der Klimawandel längst deutlich zutage tritt, sind bei den Niederschlagsmustern in Furtwangen bisher keine signifikante Veränderungen nachweisbar.

Schnee ist Mangelware

Knapp die Hälfte der Februarniederschläge fielen zwar als Schnee, doch für große Schneemengen reichte es nicht. Der Höchstwert wurde mit lediglich 14 Zentimetern am 16. Februar gemessen. Im Monatsmittel kam der Februar gerade auf fünf Zentimeter und erreichte damit nur ein Siebtel des langjährigen Durchschnitts. Nur dreimal in den vergangenen 46 Jahren hatte es im Februar noch weniger Schnee gegeben.

Zuletzt 2019 war die Schneemenge im Februar überdurchschnittlich gewesen, was daran lag, dass der Monat nach starken Schneefällen in den letzten Januartagen mit einer Schneedecke von 76 Zentimetern begonnen hatte.

Da in diesem Winter alle drei Monate beim Schnee unterdurchschnittlich blieben, kam die zurückliegende Saison nur auf eine mittlere Schneehöhe von knapp sechs Zentimetern. Das waren gerade 22 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Die maximale Schneehöhe des Winters wurde am 3. Januar mit gerade 29 Zentimetern gemessen.

Es war damit – sofern nicht noch ein später Wintereinbruch folgt, was immer noch passieren kann – erst der dritte Winter bisher, der die Marke von 30 Zentimetern nicht ein einziges Mal erreichte. In den letzten Jahrzehnten lagen nur die Winter 2013/14 und 2022/23 durchgängig unterhalb dieser Marke, die einen Wintersporttag definiert.

Sonnig und mild

Sonnig und mild begann der März. Die Tageswerte der Sonneneinstrahlung reichten in der ersten Woche an vier Kilowattstunden pro Quadratmeter heran und damit fast an das theoretische Maximum dieser Jahreszeit. Bis zum Monatsende sind sogar Tageswerte bis sechs Kilowattstunden möglich.

Somit ergibt sich im gesamten März eine mittlere Einstrahlung von etwa 90 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Die Temperatur steigt im Durchschnitt auf 1,6 Grad, wobei dieser Wert in den vergangenen sechs Jahren jeweils überschritten wurde. Im bisherigen Verlauf der 2020er Jahre lag der März im Mittel bei 3,3 Grad. Als Extremwerte einzelner Tage weist die Statistik nach 46 Jahren für den März einen Tiefstwert von minus 17,5 Grad im Jahr 2005 und einen Höchstwert von 21 Grad im Jahr 2021 aus.

Extremes Jahr 1988

Die Niederschläge summieren sich in einem mittleren März auf 156 Liter pro Quadratmeter, wobei auch der niederschlagsreichste Monat überhaupt in diese Jahreszeit fiel: Im März 1988 gingen 612,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter nieder. Für den selben Monat weist die Furtwanger Wetterstatistik noch ein besonderes Ereignis aus: Vom 11. auf den 12. März 1988 schneite es so heftig, dass die Schneedecke binnen 24 Stunden von 135 auf 185 Zentimeter anwuchs – das war der Rekordwert im März.

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