Kläranlage in Gremmelsbach: Höfe erhalten Anschluss an Kanalnetz

Derlei Spülung geht künftig auch bei den letzten sechs Aussiedlerhöfen in Gremmelsbach seinen korrekten Gang. Sie bekommen einen Abwasseranschluss und können die eigenen Kleinkläranlagen einmotten.
Ralf Hirschberger/dpaSeit Jahren drängt das Amt für Wasser und Boden im Landratsamt darauf, dass – wenn irgend möglich – auch das letzte Haus im Außenbereich an die öffentlichen Kläranlagen angeschlossen werden sollten. Nun kann in Gremmelsbach die letzte Lücke mit sechs Höfen im Bereich Althornberg geschlossen werden.
Im Zuge der Verlegung des Breitbandnetzes „bis zur letzten Milchkanne“ biete sich das an, wie Bürgermeister Sven Ketterer in der Sitzung des Triberger Gemeinderats feststellte. Mit Thomas Dold, selbst Bürger im Teilort, habe man einen Mann gefunden, der viel Erfahrung als Leiter für solche Grabungen habe – er machte so etwas bereits bei etlichen weiteren Projekten.
Da bei allen beteiligten Höfen zudem die Kleinkläranlagen erneuert werden sollten – mit maximal 15 Jahren „Haltbarkeit“ – biete sich der Anschluss an. Zumal eine früher angedachte Anbindung an die Kanalisation in Niederwasser sich zerschlagen habe.
Nun kam man zur Überzeugung, dass die Höfe im Bereich Rötenbachhof an den Kanal angeschlossen werden könnten, was allerdings eine Pumpenanlage mit Kosten von gut 93 600 Euro benötigt. Die Pumplösung, mit der ein enormer Höhenunterschied bewältigt wird, sei für die Donaueschinger Firma Mall ein Pilotprojekt, da sie solche Systeme bis dato nie bewältigte. Die sechs Anwesen müssten knapp 177 500 Euro abzüglich 30 Prozent Förderung bezahlen.
Diese Investition würde sich dennoch rechnen, vorausgesetzt, die Stadt übernähme nach Verlegung des neu gebauten Kanals dessen Unterhalt einschließlich Wartung und gegebenenfalls Austausch der Pumpe. Diese Kosten müsste durch die Abwasserumlage die Allgemeinheit tragen – was jedoch laut Christin Rinnus, Leiterin des Finanzwesens, lediglich einen kleinen Centbetrag ausmache. „Mit der vorliegenden Variante könnte nach jahrelangen Überlegungen doch noch der Anschluss erreicht werden“, betonte Ketterer.
Stadt zahlt Zuschuss
Zugleich beantragte die Grabgemeinschaft einen Zuschuss bei der Stadt in Höhe von 7000 Euro. Vorab habe man, auch seitens der Stadt, das Gespräch mit den Ortsvorstehern gesucht, wobei der Konsens entstand, die genannte Summe zuzuschießen. Auch der Gremmelsbacher Ortschaftsrat stehe, so Ortsvorsteher Helmut Finkbeiner, hinter der Sache.
Ute Meier, SPD, fragte aus gegebenem Anlass nach, wie es um die Absicherung der Pumpanlage gegen einen energetischen Blackout stehe. „Einige Stunden besteht kein Problem. Und wenn der Blackout länger dauert, haben wir ganz andere Probleme als eine nicht laufende Pumpe“, erklärte dazu der Bürgermeister.
Klaus Wangler, CDU, sprach wohl seinen Kollegen aus dem Herzen: „Das ist eine absolut sinnvolle Maßnahme“. Zu beiden Anträgen gab es einhellige Zustimmung.