Kirche in Urach: 850 Pfeifen, 100 Jahre Geschichte – die Uracher Orgel wird saniert

Die Uracher Kirchenorgel wird derzeit von den Orgelbauern Nicole und Reinhard Gunz grundlegend saniert.
Hartmut Ketterer- Uracher Kirchenorgel wird grundlegend saniert – rund 850 Pfeifen liegen zerlegt auf der Empore.
- Die Orgelbauer Nicole und Reinhard Gunz arbeiten seit dem 26. Mai; Abschluss bis Mitte Juli geplant.
- Organistin begleitet Gottesdienste vorübergehend mit einem Keyboard, da die Orgel abgebaut ist.
- Neuer, überholter Spieltisch bekommt Platz mit Blick zum Pfarrer; Elektrik wird wegen Brandschutz erneuert.
- Kosten liegen bei fast 100.000 Euro. Die Seelsorgeeinheit trägt etwa 50 %, Spenden von etwa 15.000 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit etwa zwei Wochen vernehmen die Gläubigen in der Uracher Pfarrkirche Allerheiligen andere Töne von der Empore. Der Grund ist schnell ausgemacht, genauer gesagt äußert sich in einem Schreiben an der Kircheneingangspforte: Die Orgel wird saniert. Organistin Tanja Willmann umrahmt die Gottesdienste vorübergehend mit einem Keyboard.
Angeschafft wurde die alte Orgel, Fabrikat Schwarz, im Jahre 1911. Da verwundert es kaum, dass nach über 100 Jahren nicht mehr alle Register gezogen werden konnten, Töne fehlerhaft klangen und sich Verschleiß unüberhörbar bemerkbar machte. Beseitigt wurden Schimmelspuren, Holzwürmer gab es jedoch nicht. Auch die Elektrik wird wegen Brandschutzvorgaben erneuert. Derzeit liegen alle Einzelteile und „Innereien“ der Orgel fein gekennzeichnet auf der Empore. Rund 850 Orgelpfeifen machen da schon deutlich, aus wie vielen Einzelteilen eine Kirchenorgel besteht.

In viele 100 Einzelteile ist derzeit die Uracher Kirchenorgel aufgrund der Sanierung zerlegt.
Hartmut KettererSeit dem 26. Mai sind die Orgelbauer Nicole und Reinhard Gunz von der Orgelbauwerkstatt Josef Maier aus Hergensweiler am Werk. Die beiden hatten sich bei ihrem Arbeitgeber kennengelernt und sind mittlerweile ein Ehepaar mit gleicher Berufsausbildung. Voraussichtlich bis Mitte Juli soll die Sanierung abgeschlossen sein. Zur Sanierung gehört auch, dass der Spieltisch (Klaviatur) einen neuen Platz bekommt.
Besserer Blick für die Organistin
Künftig hat die Organistin einen direkten Blick zum Pfarrer, was bisher nur seitlich der Fall war. Der alte Spieltisch hat damit ausgedient. Die Uracher Orgel bekommt jetzt einen anderen, überholten Spieltisch. Dieser passt sogar optimaler zur Orgel, denn der alte Spieltisch hatte mehr Töne als Orgelpfeifen im Repertoire. Der alte Spieltisch, der ebenfalls gebraucht war, stammte aus dem Jahr 1950. Erstaunlich ist die Präzision, wie die Orgelpfeifen in den Holzhalterungen eingelassen sind. Obwohl nur Metall in Holzbohrungen die Verbindungen darstellt, geht praktisch keine Luft bei Anspielen der Pfeifen verloren.
Die umfangreichen Sanierungsarbeiten schlagen sich auch in den Kosten nieder, die bei fast 100.000 Euro liegen. Zirka 50 Prozent davon hat die Seelsorgeeinheit Oberes Bregtal zu tragen und freut sich natürlich, wenn weitere Spendengelder eintreffen. Etwa 15.000 Euro sind bisher zusammengekommen. Spendenzahlscheine liegen in der Kirche aus.
